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Am 10. Mai 2004
fand im Nikolaus Kopernikus-Saal das Gründungstreffen des
Klubs der Professoren des Wissenschaftlichen Zentrum der PAW
statt. An diesem Treffen nahmen ungefähr 20 Personen aus der
Welt der Wissenschaft und Kunst teil, aus den Gebieten Musik, Literatur bis hin zur Medizin.
Die Botschafterin der Republik Polen in Österreich
sowie der Vizepräsident der Polnischen Akademie der
Wissenschaften, Prof. Jan Strelau, beehrten mit ihrer
Anwesenheit die Gründungsversammlung.
Zu Beginn begrüßte Prof. Marian A. Herman, der Direktor des
Zentrums, die Gäste und stellte die Konzeption des
Klubs vor. (Diese können Sie auch im Internet abrufen,
ein Link am Ende der Seite führt Sie dazu.) Anschließend folgte die Präsentation der Gäste,
von denen viele neben einer Darstellung ihrer beruflichen und
wissenschaftlichen Aktivitäten auch darüber Auskunft gaben,
was sie nach Österreich führte.
Ein bedeutsamer Punkt der Versammlung waren die Vorträge von
Prof. Jan Strelau, dem Vizepräsidenten der PAW, sowie von
Prof. Irena Lipowicz, Botschafterin der Republik Polen
in Österreich.
Prof. Strelau sprach über die gegenwärtige Situation der
Wissenschaft in Polen sowie deren Lage nach dem Beitritt
Polens zur EU. Neben positiven Elementen wie dem hohen
Prozentsatz von Jugendlichen, die eine weiterführende
Ausbildung
machen von etwa 40%, ein
großen Zahl von Hochschulen (mehrheitlich
nichtstaatliche Schulen) sowie der höchsten Zahl von Centers of Excellence in der EU, nannte
Prof. Strelau auch die Mängel der polnischen Wissenschaft.
Darunter sind die sehr niedrigen finanziellen Mittel für die
Wissenschaft (0,32% des BIP, davon nur 0,23% aus staatlichem
Budget) zu nennen, der Mangel an klar formulierten Prioritätensetzungen
der Wissenschaftspolitik, niedrige Innovationsfreudigkeit, ein
Mangel an ausreichenden Verbindungen von Wissenschaft mit der
Industrie sowie ein Erfahrungsmangel bei der Errichtung von
wissenschaftlichen Forschungsnetzwerken. Strategisches Ziel
ist der Übergang zu einer Wirtschaft, die sich auf die
Wissenschaft stützt. Der Beitritt Polens zur Europäischen
Union sollte bei der Realisierung dieses Ziels helfen.
Das sollte auch positive Auswirkungen auf die Wissenschaft,
die Schulbildung und die Kultur nach sich ziehen.
Die Botschafterin, die an die Rede von Prof. Strelau anknüpfte,
fügte hinzu, dass das niedrige Niveau der
Wissenschaftsfinanzierung in Polen damit zusammenhängt, dass
sich sämtliche Regierungen der Republik Polen mit Problemen
auseinander setzten, die scheinbar wichtiger als die
Wissenschaft waren, wobei die wissenschaftliche Lobby schwach
war. Sie wies auch auf die positiven Aspekte hin. Sie
unterstrich vor allem die große Zahl an Studierenden – 2
Millionen, das ist so viel wie in ganz Deutschland.
Polen mit der ehemaligen DDR vergleichend, stellte sie fest,
dass von beiden dasselbe erreicht wurde, obwohl letztere
wesentlich stärker unterstützt wurde. Mehr noch –
Polen werden dazu eingeladen, sich in die östlichen Gebiete
Deutschlands niederzulassen, die ausdünnen. Schließlich
sagte sie, dass in Köln bereits ein Professorenklub
entstanden wäre, deren Mitglieder Anfang Juli Wien besuchen möchten.
Weiters schlug sie vor, dass die Mitglieder im Zentrum ihr
akademisches Jubiläum feiern, was zu einer besseren
Integration in diesen Kreis beitragen würde. Zum Schluss teilte sie
noch mit, dass sie ihre Tätigkeit als Botschafterin im Sommer
dieses Jahres 2004 beenden wird.
Nach diesen Vorträgen ergriff Prof. Bonifacy Mi±zek das
Wort, der auf die sehr geringe Zahl von ausländischen
Mitgliedern der PAW in Österreich hinwies, was sich auf die
österreichisch-polnischen Wissenschaftsbeziehungen ungünstig
auswirkte. An die Botschafterin hingegen appellierte er, dass die Kreise der
Polonia das Recht haben sollten, Kandidaten für staatliche
Auszeichnungen vorschlagen zu können.
Prof. Jan Strelau antwortete Prof. Mi±zek und informierte darüber,
dass die Führung der Polnischen Akademie der Wissenschaften sich um eine Erhöhung der ausländischen Mitglieder der PAW
bemüht. Er äußerste sein Bedauern über das Ende der Tätigkeit
von Prof. Lipowicz als Botschafterin der RP. Er unterstrich
dabei die außergewöhnlich hohe Kompetenz der Botschafterin,
deren Tätigkeit wesentlich dazu beitrug, dass das österreichische
Parlament den Beitritt Polens zur EU ratifizierte .
Die Botschafterin versprach schon zu Beginn den ausschließlich
Deutsch sprechenden Gäste Deutsch eine kurze Zusammenfassung
in deutscher Sprache. Da die Zeit bereits zu drängen begann,
machte sie dies nun im Nebenraum, während im Nikolaus
Kopernikus-Saal anschließend die Wahlen stattfanden.
Wahl des / der Vorsitzenden des Klubs der Professoren
Zwei Personen kandidierten: Prof. Jan Zazgornik und Prof.
Jozefa Gadek-Wesierski.
In der geheimen Wahl wurden 12 Stimmen abgegeben, 12
waren gültig:
sieben für Prof. Jan Zazgornik und fünf für Prof. Jozefa
Gadek-Wesierski.
Als Vorsitzender des Klubs wurde Prof. Jan Zazgornik gewählt,
auf Vorschlag von Prof. M.A. Herman wurde Prof. Jozefa Gadek-Wesierski
Vizevorsitzende, was mit Akklamationen bestätigt wurde.
Anschließend sprach der nun gewählte Vorsitzende Prof. Jan Zazgornik,
dass Polen unabhängig von seiner schwachen ökonomischen Position mit
seinem großen intellektuellen Potential ganz wesentlich
zur Europäischen Union beitragen kann. (als Beispiel kann
auch Indien dienen: 15 % der Ärzte in den USA sind Inder, ähnlich
ist die Situation in der Computerbranche). Nach Meinung des Vorsitzenden wäre es
auch günstiger, als Einheit, ohne Gliederung in Sektionen,
aufzutreten. Diese Idee fand den Applaus der Anwesenden, zum
einen auf Grund der nicht allzu großen Zahl an
Klubmitgliedern, zum anderen auf Grund deren vielseitigen
Interessen. Prof. Zazgornik schlug auch vor, zu den
Klubsitzungen junge Wissenschaftler polnischen Ursprungs
einzuladen, die ihre wissenschaftliche Arbeit
vorstellen sollen.
Prof. Jozefa Gadek-Wesierski appellierte an die
Vereinheitlichung der Anstrengungen hinsichtlich der
Integration der polnischen Wissenschaftler und Künstler in Österreich.
In der weiteren Diskussion wies Prof. Doris Tarlowski darauf
hin, dass in Österreich lebende Polen, etwa in den Medien oft
nicht angeben, dass sie aus Polen stammen. Günstig wäre es,
dies in Zukunft anzugeben.
Die Anwesenden einigten sich auf den Montag als Sitzungstag.
Das nächste Treffen soll nach dem 20. Juni 2004
stattfinden.
Prof. Herman fasste die Versammlungsergebnisse zusammen und
bat alle Anwesenden zu einem Konzert in den König Jan III
Sobieski-Saal.
Auf dem Programm des Festkonzerts, dass anlässlich des
Beitritts Polens zur EU veranstaltet wurde, spielte die
Pianistin Prof. El¿bieta Wiedner-Zaj±c neben Werken von
Fryderyk Chopin und Ignacy Paderewski zwei eigene Werke. Im
zweiten Teil des Konzerts trat das Ensemble „Czerwony
tulipan” aus Olsztyn auf.
Der Abend endete bei einem Gläschen Wein im Rittersaal der
PAW.
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