WISSENSCHAFTLICHES ZENTRUM
des POLNISCHEN AKADEMIE 
der WISSENSCHAFTEN 
in 
WIEN


                                                                   ----------------------------                                                  LEBENSPASSIONEN 
                                       VON JANUSZ TRZEBIATOWSKI 
                                                         Porträt eines herausragenden polnischen Künstlers
                                             
   24. Mai 2004

Am 24. Mai fand im König Jan III Sobieski-Saal ein wissenschaftliches Seminar mit dem Titel „LEBENSPASSIONEN VON JANUSZ TRZEBIATOWSKI (Porträt eines herausragenden polnischen Künstlers)” statt.  

In seiner Einführung informierte  Prof. Dr. hab. Marian A. Herman, der Direktor des Zentrums der PAW, darüber, dass das Seminar eine von vielen Veranstaltungen ist, die anlässlich des 50-jährigen Schaffensjubiläums von Janusz Trzebiatowski stattfindet und dankte dem Künstler herzlichst für das Bild, das dieser dem Zentrum geschenkt hatte und das im König Jan III Sobieski-Saal ausgestellt wurde.  

Im Anschluss daran kamen die Festredner zu Wort, die mit dem Jubilar durch mehr oder minder enge persönliche Bande verbunden sind.  

Als erster ergriff Botschafter Dr. Emil Brix (Wien), ehemaliger Konsul von Österreich in Krakau, das Wort. Er sprach über seine Eindrücke vom Atelier Janusz Trzebiatowskis, der – seiner Ansicht nach  – seine eigene Welt errichtet hat.  In diesem befinden sich nicht nur höchst wertvolle Objekte, sondern vor allem auch solche, zu denen der Künstler eine besondere persönliche Beziehung hat.  

Da Redakteur Jerzy Madeyski aus Krakau leider verhindert war, persönlich an der Veranstaltung teilzunehmen, wurde dessen Referat „Über die Kunst von Janusz Trzebiatowski” von Frau Mag. Urszula Kulinska verlesen. Er beschrieb darin die Kunst des Gefeierten als Maler, Bildhauer und Szenographen, er wies auf dessen Verbindung zur mediterranen Tradition hin - fühlbar ist das Schöne in seinem Werk in einem philosophischen Verständnis dieses Begriffes - sowie auch die besondere Bedeutung des Lichts in seinen Werken. 

Der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. hab. Boles³aw Faron (Krakau) legte in seinen Ausführungen „Malen mit Worten” sein Augenmerk auf die besondere Leidenschaft im Leben und Schaffen des Geehrten. In dessen poetischem  Werk (er gab sieben Gedichtbände heraus), das einen Kommentar zu seinen Bildern darstellt, spielt die Frau sowie die Kunst eine besondere Rolle. Die darin beschriebene Erotik ist sowohl von philosophischer als auch ästhetischer Bedeutung. 

Prof. Dr. Adam Zieliñski (Wien) sprach über die Persönlichkeit des Renaissancemenschen Janusz Trzebiatowski. Er begann mit seinen Erinnerungen an die ersten Kontakte mit dem Künstler und widmete sich den zahlreichen Einzel- sowie Gruppenausstellungen in Polen sowie im Ausland. „Ein Künstler der Avantgarde, ein Expressionist, erfüllt von Farben, gleichzeitig sparsam in seinem Ausdrucksformen. Ein Humanist in jeder Hinsicht. Er wurde geboren, um seiner Umgebung zu zeigen, wie schön die Welt ist." - so Adam Zieliñski.

Mag. Ferdinand Navratil aus Krakau stellte das umfassende gesellschaftliche Engagement von Janusz Trzebiatowski vor - ein hervorragender Lehrer und Gründer vieler Galerien. Er wies auf die Anfänge des Jubilars im Bereich des Touristik hin. Navratil, Direktor des Kulturzentrums von Nowa Huta, sprach mit besonderer Hingabe über diesen Bezirk Krakaus, der gleichzeitig Wohn- und Arbeitsort des Künstlers ist und strich dessen Aktivitäten für das dortige Gemeinwesen heraus.  

Das Schaffen Janusz Trzebiatowskis als Bildhauer und Medailleur stellte Mag. Zdzis³aw Olszanowski, Direktor des Museums für Medaillenkunst in Wroc³aw, vor. Das Museum verfügt über etwa 700 Medaillen des  Jubilars, von denen viele mit dem Touristik  verbunden sind.  Einige photographische Abbildungen der Medaillen hingen an den Wänden, einige wurden auf Dias vorgestellt, manche sogar im Original gezeigt. Olszanowski unterstrich das hohe artistische Können Trzebiatowskis, insbesondere bei der Gestaltung von Metall. 

Zum Abschluss ergriff Janusz Trzebiatowski selbst das Wort: „Lebenspassionen. Die Kunst in der Gesellschaft." ”Unsere materielle Welt ist ein Abbild unserer seelischen Welt. Die Kunst verhält sich entsprechend des Ausgangsmaterials, dessen wir uns bedienen. Der Ton, das Wort, die Farbe – das ist eine Quelle. Die Seele, der Verstand, das Wissen, die Reife sind die zweite Quelle.” Er wies auf das immerwährende Streben nach der Entdeckung von Neuem in der Kunst hin und das schrittweise Vorandringen zum unerreichbaren Absoluten. 

Die Teilnehmer des Seminars konnte den Gedichtband „Pomiêdzy”, einen Katalog zu einer Ausstellung sowie ein umfangreiches Werkverzeichnis mit nach Hause nehmen. 

Der interessante Abend endete bei einem Gläschen Wein im Rittersaal des Zentrums. 

                                                 

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