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Am 24. Mai fand
im König Jan III Sobieski-Saal ein wissenschaftliches Seminar
mit dem Titel „LEBENSPASSIONEN VON JANUSZ TRZEBIATOWSKI (Porträt
eines herausragenden polnischen Künstlers)”
statt. In
seiner Einführung informierte
Prof. Dr. hab. Marian A. Herman, der Direktor des Zentrums der
PAW, darüber, dass das Seminar eine von vielen Veranstaltungen
ist, die anlässlich des 50-jährigen Schaffensjubiläums von
Janusz Trzebiatowski stattfindet und dankte dem Künstler
herzlichst für das Bild, das dieser dem Zentrum geschenkt hatte
und das im König Jan III Sobieski-Saal ausgestellt wurde.
Im Anschluss daran kamen die Festredner zu Wort, die mit dem
Jubilar durch mehr oder minder enge persönliche Bande verbunden
sind.
Als erster ergriff Botschafter Dr. Emil Brix (Wien), ehemaliger
Konsul von Österreich in Krakau, das Wort. Er sprach über
seine Eindrücke vom Atelier Janusz Trzebiatowskis, der –
seiner Ansicht nach – seine eigene Welt errichtet
hat. In diesem befinden sich nicht nur höchst wertvolle
Objekte, sondern vor allem auch solche, zu denen der Künstler
eine besondere persönliche Beziehung hat.
Da Redakteur Jerzy Madeyski aus Krakau leider verhindert war,
persönlich an der Veranstaltung teilzunehmen, wurde dessen
Referat „Über die Kunst von Janusz Trzebiatowski”
von Frau Mag. Urszula Kulinska verlesen. Er beschrieb darin die Kunst des Gefeierten als Maler,
Bildhauer und Szenographen, er wies auf dessen Verbindung zur
mediterranen Tradition hin - fühlbar ist das Schöne in
seinem Werk in einem philosophischen Verständnis dieses
Begriffes - sowie auch die besondere Bedeutung des Lichts in
seinen Werken.
Der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. hab. Boles³aw Faron
(Krakau) legte in seinen Ausführungen „Malen mit Worten”
sein Augenmerk auf die besondere Leidenschaft im Leben und
Schaffen des Geehrten. In dessen poetischem Werk (er gab
sieben Gedichtbände heraus), das einen Kommentar zu seinen
Bildern darstellt, spielt die Frau sowie die Kunst eine
besondere Rolle. Die darin beschriebene Erotik ist sowohl von
philosophischer als auch ästhetischer Bedeutung.
Prof. Dr. Adam Zieliñski (Wien) sprach über die Persönlichkeit
des Renaissancemenschen Janusz Trzebiatowski. Er begann mit
seinen Erinnerungen an die ersten Kontakte mit dem Künstler und
widmete sich den zahlreichen Einzel- sowie Gruppenausstellungen
in Polen sowie im Ausland. „Ein Künstler der Avantgarde, ein
Expressionist, erfüllt von Farben, gleichzeitig sparsam in
seinem Ausdrucksformen. Ein Humanist in jeder Hinsicht. Er wurde
geboren, um seiner Umgebung zu zeigen, wie schön die Welt
ist." - so Adam Zieliñski.
Mag. Ferdinand Navratil aus Krakau stellte das umfassende
gesellschaftliche Engagement von Janusz Trzebiatowski vor - ein
hervorragender Lehrer und Gründer vieler Galerien. Er wies auf
die Anfänge des Jubilars im Bereich des Touristik hin. Navratil,
Direktor des Kulturzentrums von Nowa Huta,
sprach mit besonderer Hingabe über diesen Bezirk Krakaus, der
gleichzeitig Wohn- und Arbeitsort des Künstlers ist und strich
dessen Aktivitäten für das dortige Gemeinwesen
heraus.
Das Schaffen Janusz Trzebiatowskis als Bildhauer und Medailleur
stellte Mag. Zdzis³aw Olszanowski, Direktor des Museums für
Medaillenkunst in Wroc³aw, vor. Das Museum verfügt über etwa 700
Medaillen des Jubilars, von denen viele mit dem
Touristik verbunden sind. Einige photographische
Abbildungen der Medaillen hingen an den Wänden, einige wurden auf Dias
vorgestellt, manche sogar im Original gezeigt. Olszanowski unterstrich das
hohe artistische Können Trzebiatowskis, insbesondere bei der
Gestaltung von Metall.
Zum Abschluss ergriff Janusz Trzebiatowski selbst das Wort: „Lebenspassionen.
Die Kunst in der Gesellschaft." ”Unsere materielle
Welt ist ein Abbild unserer seelischen Welt. Die Kunst verhält
sich entsprechend des Ausgangsmaterials, dessen wir uns
bedienen. Der Ton, das Wort, die Farbe – das ist eine
Quelle. Die Seele, der Verstand, das Wissen, die Reife sind die
zweite Quelle.” Er
wies auf das immerwährende Streben nach der Entdeckung von
Neuem in der Kunst hin und das schrittweise Vorandringen zum
unerreichbaren Absoluten.
Die Teilnehmer des Seminars konnte den Gedichtband „Pomiêdzy”,
einen Katalog zu einer Ausstellung sowie ein umfangreiches
Werkverzeichnis mit nach Hause nehmen.
Der interessante Abend endete bei einem Gläschen Wein im
Rittersaal des Zentrums.
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