STACJA NAUKOWA POLSKIEJ AKADEMII NAUK w WIEDNIU

Wissenschaftliches Zentrum der PAW in Wien

 

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Vortrag von Dipl.-Ing. Barbara VECER:
Das erfüllte Leben des Geologen
GEJZA BUKOWSKI VON STOLZENBURG
(1858 – 1937) -
Forschungsreisender auf zwei Kontinenten

Im Rahmen der XVI. Polnischen Tage in Wien fand im Wissenschaftlichen Zentrum ein hochinteressanter Vortrag statt, der dem Leben und Wirken des polnisch-altösterreichischen Geologen Gejza Bukowski von Stolzenburg gewidmet war. Dieser wurde am 28. November 1858 in der bergmännischen Stadt Bochnia im damaligen Galizien als einziger Sohn ungarisch–polnischer Eltern geboren. Er maturierte 1877 in Teschen im damaligen Ostschlesien, anschließend studierte er an der Universität Wien bei den berühmten Geologen Eduard Sueß und Melchior Neumayr Naturwissenschaften. In seiner Dissertation befasste er sich mit den Jurabildungen von Czêstochowa / Tschenstochau. Die umfangreiche paläontologische und stratigraphische Monographie wurde im Jahre 1887 publiziert. Von M. Neumayr angeregt widmete sich Bukowski bis ins hohe Lebensalter mit Begeisterung Forschungsarbeiten im Mittelmeergebiet (Insel Rhodos, Kasos, Armanthia) und im kleinasiatischen Seengebiet von Ejerdir, Beisheher, Asksheher. Von 1893 bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges kartierte er als Aufnahmegeologe den südlichsten Punkt der alten Monarchie in Süddalmatien. (Blatt Budva und Spiss, Maßstab 1:25.000). In den Jahren 1885 - 1889 war er als Assistent an der Paläontologischen Lehrkanzel bei Prof. M. Neumayr beschäftigt. Von 1889 bis 1918 arbeitete und forschte er an der Geologischen Reichsanstalt, wo er sich als junger Paläontologe bei seinen geologischen Aufnahmen auch im Kristallin und Paläozoikum der Sudeten (Mährisch-Neustadt u. Schönberg) als gut kartierender Geologe bewährte. Von 1919 - 1926 arbeitete er beim Polnischen Geologischen Dienst in Warszawa, Abt. Erdöl und Salzlagerstätte. Während seiner Pension arbeitete er weiter in Bochnia und publizierte einige Zusammenfassungen über seine früheren Einsatzgebiete in Süddalmatien und Kleinasien. Er verstarb 1937 und wurde in der Familiengruft in Bochnia beigesetzt.

Der Vortrag wurde von der Geologin Frau Dipl.-Ing. Barbara Vecer gestaltet und präsentiert – sie verstand es meisterhaft, dem zahlreich erschienenen Publikum das Leben dieses Forschers sowie dessen umfangreiche wissenschaftlichen Erkenntnisse und Errungenschaften näher zu bringen. Besonders anschaulich wurde das Leben dieses Gelehrten und Forschungsreisenden auf Grund der gezeigten zahlreichen Abbildungen, die neben den Lebensstationen Bukowskis auch sein wissenschaftliches Erbe dokumentierten. Nach dem Vortrag kam es noch zu einer Diskussion, in deren Verlauf u.a. auch die Frage der Errichtung einer Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus Bukowskis in 3. Wiener Gemeindebezirk erörtert wurde – insbesondere im Hinblick auf den „runden“ Geburtstags des Forschers, der sich im Jahr 2008 zum 150. Male jährt.
Frau Dipl.-Ing. Vecer war von 1975 bis zum Antritt ihrer Pension selbst Bedienstete der Geologischen Bundesanstalt, ihre Tätigkeitsschwerpunkte waren u.a. den Untersuchungen und Aufnahmen für die Österreichische Hydrogeologische Karte und mehreren Karten über geologisch-geotechnische Risikofaktoren, weiters Berichten für Internationale Projekte unter anderem über „Geogenes Naturraumpotential und integrative Erfassung von Georisiken in alpinen Gebieten“ gewidmet. Sie ist Autorin und Mitautorin zahlreicher facheinschlägiger Publikationen, insbesondere in „Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt“ und im „Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt“.
Das musikalische Rahmenprogramm wurde von der jungen aufstrebenden Violonistin Anna Gutowska, die von Meinhard Prinz, Universität für Musik und Darstellende Kunst am Wien am Klavier begleitet wurde, gestaltet. Das Duo spielte Werke von J.Brahms, H.Wieniawski, P.Sarasate und F.Kreisler und wurde nach dem Konzert enthusiastisch beklatscht.
Anschließend hatten die Besucher des Abends auch noch Gelegenheit, sich im Rahmen einer kleinen Ausstellung mit dem künstlerischen Werken von Frau Vecer, die sich seit dem Antritt ihres Ruhestands
dem Malen von Bildern in Aquarell- und Acryltechnik widmet.


 

 
 

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