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Seminar:
Nikolaus Kopernikus -
Neue Erkenntnisse der Polnischen Forschung
Aus Anlass
des unlängst gefeierten Geburtstags von Nikolaus Kopernikus
(am 19. Februar) wurde das Leben und Werk des weltbekannten
Bürgers von Thorns näher vorgestellt. Im Sobieski-Saal
begrüßte das Zentrum zwei Experten, die sich seit Jahren mit
diesem Thema beschäftigen - Frau Dr. Anna Ziemlewska,
Stellvertretende Direktorin des Nikolaus Kopernikus-Museums,
die über das Museum und seine Sammlungen referierte sowie
Krzysztof Mikulski, Professor für Geschichte an der Nikolaus
Kopernikus-Universität, der forscht über das Leben und Werk
des Astronomen, insbesondere hinsichtlich seiner Ahnen und
Nachfahren, forscht.
Nach den Begrüßungsworten seitens des Direktors des Zentrums,
Prof. Bogus³aw Dyba¶, sprach Dr. Anna Ziemlewska. Sie stellte
die Geschichte des Hauses, in dem Kopernikus und seine Familie
wohnten, vor. Die genaue Lokalisierung des Hauses der Familie
Nikolaus Kopernikus war lange ein Streitfall unter den
Historikern. Sie erzählte auch über die umfangreichen
Sammlungen des Nikolaus Kopernikus-Museums in Thorn. Die
Museumsbesucher können den Umbau des Arbeitsraums des
Wissenschaftlers aus dem 15. und 16. Jahrhundert und die
Exponate, die mit Kopernikus und seinem Werk verbunden sind,
besichtigen. Darüber hinaus kann man im Museum das Modell des
mittelalterlichen Thorn, den Innenraum eines Stadthaus aus dem
15. – 17. Jahrhundert sowie eine spannende Ausstellung über
das Alltagsleben der Bewohner von Thorn im 15. und 16.
Jahrhundert besichtigen. Der Vortrag wurde mit interessanten
Fotos sowohl von Stadtansichten aus Thorn, des Museums sowie
Ausstellungstücken des Museums illustriert.
Den zweiten Vortrag hielt Prof. Mikulski. Er berichtete über
den Streit der Historiker bezüglich einiger offener Fragen im
Leben von Kopernikus. Es gibt keine Zweifel hinsichtlich des
Geburtsortes des Astronomen – er wurde in Thorn geboren. Die
Diskussion um die Lokalisierung des Hauses der Familie
Nikolaus Kopernikus währte hingegen einige Jahrhunderte. Eine
noch schwierigere Aufgabe war es, eine Liste der Thorner
Vorfahren von Nikolaus Kopernikus zu erstellen. Die Frage über
die Grabstätte von Nikolaus Kopernikus war auch lange
Gegenstand der Forschung.
Jüngst jedoch bewies eine Expertise, dass Kopernikus beim
Altar des Hl. Kreuz begraben worden war. Im Sommer 2005 wurde
unter der Leitung von Prof. Jerzy G±ssowski ein Schädel
exhumiert. Nachfolgende anthropologische Forschungen zeigten,
dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um den Schädel von
Kopernikus handelt. Der Schädel weist gewisse Anomalien auf,
eine krumme Nase und einen Schnitt über dem linken Auge, die
uns von den ältesten Porträts von Kopernikus bekannt sind.
Auch das im Zentralen Kriminalpolizei der Polizei
rekonstruierte Gesicht weist viele Ähnlichkeiten mit den
bekannten Porträts von Nikolaus Kopernikus auf. Es fehlt
jedoch der letzte endgültige Beweis für eine Identifizierung
des „Eigentümers” des Schädels mit Nikolaus Kopernikus. Eine
Vergleichsanalyse der mitochondrialen DNA des Schädels mit dem
Code von heute lebenden Verwandten Kopernikus - jedoch
ausschließlich in weiblicher Linie – könnte einen solchen
liefern. Die einzige Chance liegt in der Genealogie bzw. im
Auffinden von Nachkommen von Kopernikus.
Nach dem Vortrag kam es noch zu einer sehr interessanten
Diskussion. Die Fragen betrafen u. a. das Leben von Kopernikus
als Kanonikus und Arzt. Es wurde festgestellt, dass die Frage
über die Nationalität Kopernikus – Polnisch oder Deutsch – in
Wahrheit kein Thema sein sollte - zum einen, weil es zu dieser
Zeit das Kriterium der Nationalität nach heutigem Verständnis
nicht gab, zum anderen, weil Kopernikus, der Polnisch,
Italienisch, Latein und Deutsch sprach, vermutlich in
Kategorien des Universums dachte und nicht in Kategorien der
wenigen Kilometer, die - das heutige - Polen und Deutschland
voneinander trennen.
Zum Ausklang des Abends konnten die Gäste ein ausgezeichnetes
Konzert der Pianistin Marina Romeyko, die Kompositionen von
Chopin und Debussy vorstellte, anhören. Das Konzert fand beim
Publikum große Begeisterung.








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