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Konferenz in Zusammenarbeit mit dem Institut für
Slawistik der Univ. Wien:
Zwischen
Galizien, Wien und Europa –
zum literarischen Werk von Andrzej Ku¶niewicz
Auf
Initiative von Univ.-Prof. Woldan, Institut für Slawistik der
Universität Wien, fand in der Zeit vom 24. - 25. April 2008 eine Konferenz statt, die dem polnischen Schriftsteller Andrzej
Ku¶niewicz (1904 –
1993) gewidmet war. Im Rahmen der Konferenz referierten namhafte Polonisten aus Polen, Deutschland, der Schweiz, der Slowakei, der Ukraine und aus Frankreich zu ausgewählten Aspekten von Leben und Werk des Autors.
Andrzej Ku¶niewicz gilt als einer der populärsten polnischen
Autoren der Gegenwart. Mit seinen zahlreichen Romanen hat er
die polnische Prosa der 1970er und 1980er Jahre wesentlich
mitgeprägt, nach der Wende geriet er zunehmend in
Vergessenheit.
Ku¶niewicz, in der heutigen Westukraine geboren, war zunächst
im konsularischen Dienst in der Tschechoslowakei, dann in
Frankreich tätig. Nach der Besetzung Frankreichs durch die
Deutsche Wehrmacht trat er der Résistance bei. Er wurde von
der Gestapo verhaftet, zum Tode verurteilt und in den Lagern
Neu-Bremm und Mauthausen inhaftiert. Nach dem Zweiten
Weltkrieg war er erneut im konsularischen Dienst tätig, bevor
er 1950 nach Polen zurückkehrte. Er starb 1993 in Warschau. In letzter Zeit tauchte sein Name im
Zusammenhang mit der Lustrations-Debatte wieder auf, um mit
gewichtigen Vorwürfen belastet zu werden. Ziel der Konferenz
war es, Leben und Werk dieses polnischen Kosmopoliten kritisch
zu beleuchten und auch im Licht neuer methodologischer Zugänge
zu interpretieren.
Im Verlauf der Konferenz kamen u.a. die
unterschiedlichen - geographischen wie ideologischen -
Lebensorte des Dichters, der besonderer Weise mit
Österreich verbunden war und diese Verbindung auch in seinem
Werk zum Ausdruck brachte und deren Einflüsse auf sein Schaffen
sowie weiters Interpretationen und Reinterpretationen seiner Werke zur
Sprache. Auf die unterschiedlichen Lebensorte von Ku¶niewicz
gingen zahlreiche Referenten in ihren Vorträgen ein. Prof. Dr.
German Ritz, Zürich referierte über Ku¶niewicz (unpolnische)
Annäherung an Deutschland, über die polnisch-ukrainischen
Grenz(land)erfahrungen bei Ku¶niewicz sowie bei weiteren
zeitgenössischen Autoren sprach Prof. Dr. Alfred Sproede aus
Münster. Auf die Widerspiegelung seiner Eindrücke anlässlich
zahlreicher Wienaufenthalte - der erste bereits während seiner
Kindheit, der letzte wenige Jahre vor seinem Tod als Gast des
Polnischen Instituts Wien - ging Dr. Jolanta Doschek, Wien in
ihrem Vortrag näher ein. Seinen Aufenthalt in Frankreich
hat
Ku¶niewicz
u.a. in seinem Roman "Glasfenster" literarisch verarbeitet,
über den Prof . Dr. Maria Delaperriére, Paris referierte.
Gastgeber und Initiator der Konferenz, Prof. Dr. Alois Woldan,
Wien widmete seinen Vortrag dem Erinnerungsort im Spätwerk von
Andrzej Ku¶niewicz.. Auf die lyrischen Texte von Ku¶niewicz
gong Prof. Dr. Ela Dzikowska,
£ód¼, ein.
Eine Podiumsdiskussion zum Thema "Faszination des
Totalitarismus", die am ersten Konferenztag im
Polnischen Institut stattfand, rundete das Programm der
Konferenz, in deren Verlauf ein ausgezeichneter Überblick über
den derzeitigen literaturwissenschaftlichen Forschungsstand zu
diesem polnischen Autor gelang, ab.




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