|
Aktuelles
Team
Kontakt
Lage
Geschichte
Aufgaben
Veranstaltungen
Publikationen
Bibliothek
Links
|
Podiumsdiskussion
anlässlich
der Finissage der Ausstellung
„Polens Historische Schätze -
Das Nationalinstitut Ossolineum
zu Gast in Wien“
in der Österreichischen Nationalbibliothek
Am 27. März 2009 fand im Sobieskisaal des
Wissenschaftlichen Zeutrums der
Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien eine
Podiumsdiskussion zum Thema „Das Ossolineum als Erinnerungsort
in Polen und in Mittel- und Osteuropa“ statt, die anlässlich
der Finissage der Ausstellung in der Österreichischen
Nationalbibliothek initiiert wurde.
Die Diskussion wurde vom Direktor des Wissenschaftlichen
Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien,
Prof. Bogus³aw Dyba¶, eröffnet, geleitet wurde sie von der
Germanistik El¿bieta
Dzikowska. Zu Beginn des Abends wurde ein Film gezeigt,
der die Geschichte des Nationalinstituts Ossolineum von Anfang
des 19. Jahrhunderts bis heute auf sehr interessante
Weise vorstellte und den Zusehern das Leben und Wirken von Graf Józef Maksymilian Ossoliñski,
des Gründers des Nationalinstituts näher brachte.
In der im Anschluss an die Filmvorführung stattfindende Podiumsdiskussion,
an der
herausragende polnische und österreichische Historiker
teilnahmen, war das Ossolineum als Erinnerungsort Ausgangspunkt der Gespräche über die
politische Situation im
damaligen Polen. Dabei wurde die große kulturelle Vielfalt
des damaligen Polens besonders berücksichtigt. Es wurden
Fragen wie nationale Identität und der Bedeutungswandel des
Begriffs „Nation“ in den letzten Jahrhunderten erörtert. Die
Diskussionsteilnehmer betonten die Verbreitung des Begriffs
der Identität in den letzten Jahrhunderten quer durch alle
Bevölkerungsschichten. Zu Beginn des 20. Jh. strebten viele
Völker, die im Vielvölkerstaat Österreich lebten, nach einem
eigenen Staat. Infolgedessen entstanden im Jahre 1918 mittel- und
osteuropäische Länder. Gleichzeitig verschärften sich die
Nationalitätenkonflikte, bis heute ist die Problematik des Begriffs
Identität ein wichtiges Thema. Die immer noch
lebendigen Erinnerungen über vergangene Konflikte, die
Art und Weise, wie die Geschichte der einzelnen Völker
dargestellt und zum Mythos wird, weisen darauf hin.
Die Dialogteilnehmer klärten den Unterschied zwischen den
Begriffen „Staat“ und „Nation“ - eine Nation
kann überleben ,
selbst dann, wenn es keinen Staat mehr gibt. Eine lebendige Erinnerung
an die Geschichte, Literatur, Sprache und Kultur erwiesen sich
als die wichtigste Waffen im Kampf um den Erhalt der
nationalen Identität. Das Oossolineum war ein solcher Ort, an dem Erinnerungen Polens
bewahrt wurden. Von Beginn an bestand
seine Hauptaufgabe darin, die Schätze der polnischen Kultur
und Literatur aufzubewahren. Eine besonders wichtige Rolle spielte
das Ossolineum auch während der Teilung Polens. Die Sammlung
Ossolineum erzählt seine eigene, oft sehr komplizierte und paradoxe
Geschichte. Aufbewahrungsort der Bücher, die Graf Ossoliñski mit
so großer Sorgfalt sammelte, war zunächst Lemberg. Im Jahre 1945 wurde die Einrichtung nach Breslau
verlegt.
Das vorerst diskutierte Thema regte das Publikum zu einem
Dialog über nationalen Probleme in Mittel- und Osteuropa an.
Die Diskussionsteilnehmer äußerten ihre Gedanken und oft sehr
persönliche Erlebnisse. All das wies darauf hin, dass an der
Problematik „Nationen in Europa“ großes Interesse besteht.
Nach den Worten Milan Kunderas sind Mittel- und Osteuropa die
größte Vielfalt auf kleinster Fläche. Diskutiert wurde auch
das Thema eines Dialogs und der Versöhnung spwie seine
Auswirkungen auf die Zukunft Europas. Obwohl viele Nationen
ein ambivalentes Verhältnisgegenüber ihrer Geschichte
haben, ist es sehr wichtig, dass sich
diese Nationen untereinander mögen. Die Diskussion brachte
die internationalen und komplizierten Wurzel Europas und die
Paradoxa der gemeinsamen Geschichte in Erinnerung.






 |