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Ausstellungseröffnung:
Die polnische mathematische Schule 1918 - 1939
Am 21. Oktober 2008 wurde in der Aula der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften in Wien eine Ausstellung eröffnet,
die dieser bedeutenden Periode der Mathematik in Polen sowie
einem wichtigen Kapitel der polnischen Wissenschaft gewidmet
ist. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ist eine Epoche,
die als das goldene Zeitalter der polnischen Mathematik
bezeichnet wird. Die Ausstellung Die Polnische
Mathematische Schule führt den Besucher auf eine Reise in
die Vergangenheit, in der es in Polen zu einmaligen
wissenschaftlichen Entwicklungen, gewissermaßen zu einer
Explosion gänzlich neuer mathematischer Ideen sowie dem
Auftreten einer Reihe außergewöhnlicher mathematischer Talente
gekommen ist: Stefan Banach in der Funktionalanalysis (er gilt
als einer der Mitbegründer dieses Zweigs der Mathematik),
Juliusz Schauder auf dem Gebiet der Differenzialgleichungen,
Wac³aw Sierpiñski in der Mengenlehre, Jan Le¶niewski und
Alfred Tarski auf dem Gebiet der mathematischen Logik sowie
Józef Marcinkiewicz und Antoni Zygmund auf dem Gebiet
trigonometrischer Reihen, deren Erkenntnisse für die
Mathematik bis heute von fundamentaler Bedeutung sind. Auf
zwanzig Bildtafeln in polnischer und deutscher Sprache wird,
beginnend mit der Berufung des österreichischen Mathematikers
Franz Mertens zum Professor für Mathematik an der
Jagiellonischen Universität Krakau im Jahre 1865, ein
Überblick über die Entwicklung der polnischen Mathematik bis
nach 1945 vorgestellt.
Einen wesentlichen Teil der Ausstellung nehmen die
Hauptzentren der Polnischen Mathematischen Schule ein – die
Institute für Mathematik an der Jagiellonischen Universität
Krakau, an der Technischen Universität Lemberg sowie an den
Universitäten in Warschau und Wilna. Ein besonderes Element
der Ausstellung sind auch die vom polnischen
Mathematikprofessor Leon Je¶manowicz gezeichneten Karikaturen,
auf denen dieser seine Kollegen in humoristischer Weise
porträtiert. Gestaltet wurde die Ausstellung vom Archiv der
Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Polnische
Archivgesellschaft. Sie wurde bereits im Polenmuseum
Rapperswil (Schweiz) gezeigt.
Im Rahmen der
Ausstellungseröffnung, die Prof. Bogus³aw Dyba¶ moderierte,
sprachen der Botschafter der Republik Polen in Österreich,
SE Dr. Jerzy Margañski, als offizieller Vertreter der Republik
Polen sowie Mag.
Grzebieluch
als Vertreterin
des Archivs der Polnischen Akademie der Wissenschaften in
Warschau. Anschließend wurde den zahlreich erschienenen Gästen
der Inhalt der
Ausstellung von
zwei
namhaften Experten auf den Gebieten der
Mathematik und Logik nahe gebracht.
Aus Polen reiste zur Ausstellungseröffnung Prof. Jan Woleñski an. Prof.
Jan Woleñski ist
Philosoph und Logiker an der Jagiellonen Universität Krakau
und beschäftigte sich im Laufe seines wissenschaftlichen
Lebens unter anderem mit der Lemberg-Warschau-Schule und
dessen Beziehungen zum Wiener Kreis sowie dem polnischen
Mathematiker und Logiker Alfred Tarski. Als Vertreter der
österreichischen Wissenschaft sprach Prof. Dr. Hans Kaiser,
Mathematiker sowie Vizerektor der Technischen Universität Wien. Prof. Kaiser beschäftigt sich auch seit
Jahrzehnten mit der Geschichte der Mathematik und ist,
gemeinsam mit Wilfried Nöbauer, Verfasser des Buches
„Geschichte der Mathematik“, die im Jahr 1984 zum ersten Mal
erschien und bereits mehrmals neu aufgelegt wurde.






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