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Vortrag von Prof. Krzysztof Migoñ;
"Katholisch, evangelisch, jüdisch –
drei Kreise der schlesischen Buchkultur
in der Frühen Neuzeit"
Am 12. Mai 2009 referierte im König Jan III
Sobieski-Saal des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen
Akademie der Wissenschaften in Wien Prof. Krzysztof
Migoñ zum Thema "Katholisch, evangelisch, jüdisch – drei
Kreise der schlesischen Buchkultur in der Frühen Neuzeit".
Prof. Bogus³aw Dyba¶ begrüßte zunächst die zahlreich
erschienenen Gäste und lud auch ausdrücklich zur Besichtigung
der Ausstellung "Auf Bernsteinstraßen" ein, die bis Ende Juni
zu sehen ist.
Prof.
Migoñ stellte in
seinem Vortrag die drei Kreise der Buchkultur in
Niederschlesien vor und präzisierte zu Beginn seines Vortrags
die in seinem Vortragstitel verwendeten Begriffe. Ausführlich
ging er auf den Buchdruck in Schlesien, insbesondere in
Niederschlesien und Wroc³aw, ein. Vor dem Hintergrund der
wichtigsten Vertreter der drei Konfessionen - der
katholischen, protestantischen und jüdischen Konfession -
wurde die schlesische Buchkultur zu Beginn der Neuzeit
dargestellt. Prof. Migoñ betonte, dass die Druckereien in
Schlesien zu den ersten Druckereien in Polen (von Krakau
abgesehen) zählten und bereits in den Siebzigerjahren des 15.
Jhdt. entstanden. Ebenfalls in Schlesien wurde der erste Text
in polnischer Sprache gedruckt - es waren Gebete: das
Vaterunser, das Gegrüßet-seiest-Du-Maria sowie das
Glaubensbekenntnis, die in ein in lateinischer Sprache
gedruckten Buch aus dem Jahr 1745 aufgenommen wurden. Auf dem
Gebiet Niederschlesiens entstanden immer mehr Druckereien,
einige bestanden nur für einige Monate, andere hielten sich
über Jahre.
Eine neue Ära der Druckkultur begann mit der Gründung der
Universität im Jahr 1702 durch das Dekret von Kaiser Leopold
I. Rund um die Universität entwickelte sich der katholische
Kreis der Buchkultur in Breslau. Ausgangspunkt und Grundlage
für die Universitätsbibliothek stellte die Büchersammlung des
Bibliophilen Karolus Neander dar, die der bis heute erhaltenen
Inventarliste zufolge 3 000 Bücher umfasste, unter denen sich
die herausragendesten Druckerzeugnisse dieser Zeit befanden.
Zum protestantischen Kreis der Buchkultur gehörten hingegen
die Protestanten, deren Bibliophilie und Interessensvielfalt
dazu führten, dass sie ihre große Büchersammlungen schufen.
Diese Sammlungen wurden im Laufe der Zeit immer umfangreicher,
so umfasste die Bibliothek eines Rektors aus der ersten Hälfte
des 18.Jhdt. 10 000 Bände.
Zum jüdischen Kreis der Buchkultur gehörte der Orientalist und
Arabist
Andreas Acolutus, der der Schöpfer einer viersprachigen
Ausgabe des Korans ist. Er selbst war polyglott und sprach
eine Vielzahl von Sprachen, darunter aramäisch, armenisch und
arabisch. Ein weiterer bekannter Bibliophiler war Schabtai
Bass, der die erste jüdische Bibliographie in hebräischer
Sprache schuf. Aus Anlass des Todes von Kaiser Leopold I. gab
er auch eine viersprachige Gedenkschrift heraus.
Am Ende seines Vortrags betonte Prof. Migoñ, dass die
Tätigkeit der von ihm vorgestellten Vertreter der schlesischen
Buchkultur von deren hohem Niveau, vom weiten Horizont sowie
der Interessensvielfalt der Bibliophilen und Philologen zeugt,
die der Referent auch mit zahlreichen Bildern, die die
Erzeugnisse des Buchdrucks im alten Breslau zeigte.
Nach dem Vortrag kam es zu einer Diskussion mit dem
Referenten. Musikalischer Schlusspunkt des Abends stellte die
Interpretation der Sonate op. Nr. 2 A-dur op. 2
von Ludwig von Beethoven dar, die von Piotr Ko¶cik
interpretiert wurde.







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