STACJA NAUKOWA POLSKIEJ AKADEMII NAUK w WIEDNIU

Wissenschaftliches Zentrum der PAW in Wien

 

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Filmpräsentation
mit anschließender Podiumsdiskussion:
Henryk S³awik - ein polnischer Wallenberg

Dieser Abend war der Erinnerung an einen vergessenen Helden des Holocaust gewidmet - dem Polen Henryk S³awik, der in den Jahren 1940 - 1944 in Ungarn nach den Angaben on Yad Vashem mehr als 5000 Juden rettete.
Nach den einleitenden Worten seitens des Direktors des Zentrums, Herrn Prof. Bogus³aw Dyba¶ sowie Herrn Prof. Dr. Adam Zieliñski, dem Moderator des Abends, wurde der Dokumentarfilm "Henryk S³awik, ein polnischer Wallenberg" (in polnischer Sprache mit deutschen Untertiteln) von Marek Maldis und Grzegorz £ubczyk gezeigt, der das Leben dieses vergessenen Helden des Holocaust präsentiert. S³awik, geb. 1894 in Szeroka, gest. 1944 in Mauthausen, war ein vorbildlicher Ehemann und Vater, er arbeitete als Verleger, Journalist und Politiker und war darüber hinaus auch ein ausgezeichneter Organisator. Als Abgeordneter des Schlesischen Parlamentes vertrat er die Schlesier im Völkerbund in Genf. Im Zweiten Weltkrieg leitete er das Bürgerkomitee für Fragen der Betreuung polnischer Flüchtlinge in Ungarn, das eine Institution der Regierung der Republik Polen im Exil war. Bei den Menschen unterschied er nur zwischen „Guten“ und „Schlechten“, nicht aber nach Nationalität oder Religion. Vaterland, Patriotismus und Verantwortung für die seiner Obhut anvertrauten Kriegsflüchtlinge - das waren die Werte, denen er bis zum Schluss treu blieb. S³awik nahm auch die ganze „Schuld" auf sich, als die Gestapo ihn durch Prügel zu der belastenden Aussage gegen József Antall sen. zwingen wollte, dass dieser ihm geholfen habe, ungefähr 50 000 polnische Soldaten von Ungarn nach Frankreich (wo General W³adys³aw Sikorski eine Armee aufstellte) zu schleusen und gemeinsam Polen jüdischer Abstammung gerettet zu haben. Er verriet seinen Freund nicht und bezahlte dafür den höchsten Preis - mit seinem eigenen Leben. 1948 verboten die kommunistischen Regimes Polens und Ungarns die Erinnerung an ihn sowie seine Taten. Es waren Dr. Henryk Zvi Zimmermann, Mitstreiter S³awiks in Budapest, sowie Grzegorz £ubczyk, ehemals Botschafter in Polens und ehemaliger Pressekorrespondent Polens in Ungarn, sowie der polnische TV-Journalist und Dokumentarfilmer Marek Maldis, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, S³awik dem Vergessen zu entreißen. Auch eine Gruppe von ehemaligen Pflegekindern und ein Lehrer des von jüdischen Waisenhauses in der ungarischen Kleinstadt Vac erinnerten an die Taten S³awik, der sie durch sein mutiges Wirken vor dem Holocaust gerettet hatte und beantragten ihn, als Gerechten unter den Völkern auszuzeichnen. 1990 zeichnete das Yad Vashem Institut S³awik mit dem Titel des "Gerechten unter den Völkern" aus. Nach den Angaben von Yad Vashem rettete er 5000 Juden das Leben, nach den Angaben von József Antall sen., dem Bevollmächtigten der Regierung des Königreichs Ungarn zur Betreuung von Kriegsflüchtlingen, waren es etwa 14 000. Im Jahre 2004 wurde Henryk S³awik vom Präsidenten der Republik Polen mit dem Kommandeurskreuz mit Stern des Ordens der Wiedergeburt Polens ausgezeichnet.
Nach der Präsentation des Films stellte Marek Maldis die Entstehungsgeschichte des Films sowie auch die Umstände, die zum jahrzehntelangen Vergessen von Henryk S³awik geführten sowie die Bemühungen um die Erinnerung an diesen vergessenen Helden des Holocaust.
In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte Prof. Dr. Adam Zieliñski einige key questions, zu denen von den drei Diskutanten - Mag. Rembert Schleicher, Universität Wien, Prof. Dr. Szabolcs Szita, International Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Ungarn sowie Prof. Dr. Feliks Tych, Jüdisches Historisches Institut Warschau - im Podium Stellung genommen wurde. Im Verlauf der spannenden und lebhaften Diskussion wurde u.a. versucht, die Frage zu beantworten, warum S³awik, wie auch andere Helden des Holocaust, so lange vergessen blieb. Es gibt, so Prof. Feliks Tych, neben einer Tabuisierung seitens von Regierungen auch eine Tabuisierung von "unten", in der Jahrzehnten nach dem Krieg war zu vielen daran gelegen, die Vergangenheit totzuschweigen - aus Gründen eigener schuldhafter Verwicklung oder aus schierer Gleichgültigkeit

Abschließend kam es noch zu einer regen Diskussion mit Publikumsbeteiligung, in der u.a. auf die Bedeutung der Erinnerung an den Holocaust hingewiesen wurde und vorgeschlagen wurde, diesen Film weiterhin möglichst vielen Menschen zu zeigen, insbesondere der Jugend.










 

 
 

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