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Vortrag von Prof. Dr.
Bogus³aw Dyba¶:
Jan Sobieski und die Schlacht von Wien -
Überlegungen zum Wesen der Erinnerung.
Auf
Einladung des Bezirksvorstehers des Bezirks Margareten, Ing.
Kurt Wimmer, hielt Prof. Dr. Bogus³aw Dyba¶ am 9. Juni 2009 im
Festsaal des Bezirksamts Margareten einen Vortrag zum Thema:
"Jan Sobieski und die Schlacht von Wien - Überlegungen zum
Wesen der Erinnerung". Diese Veranstaltung fand im Rahmen des
Festivals "Wir sind Wien. Festival der Bezirke" (vormals
Wiener Bezirksfestwochen) statt.
Prof. Dyba¶ ging
in seinem Vortrag auf die Funktion des kollektiven
Gedächtnisses und den Begriff des "Erinnerungsortes" ein, der
in den letzten Jahren in der Geschichtswissenschaft
zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im kollektiven Gedächtnis
jedes Volkes gibt es zahlreiche solche Erinnerungsorte, von
der jüngsten Vergangenheit beginnend bis hin zu weit
zurückliegenden Ereignissen der Geschichte. Als Beispiel für
einen Erinnerungsort in der jüngsten Geschichte zeigte Prof.
Dyba¶ in seinem Vortrag, der mit zahlreichen Abbildungen
illustriert war, ein Photo des österreichischen und des
ungarischen Außenministers, Alois Mock und Gyula Horn, wie sie
am 27. Juni 1989 gemeinsam den Eisernen Vorhang an der
österreichisch-ungarischen Grenze durchschneiden. Nach diesem
einleitenden Worten ging Prof. Dyba¶ auf die Schlacht von Wien
des Jahre 1683 ein. Er schilderte zunächst den Verlauf der
Schlacht sowie die kriegsentscheidende Rolle, die Jan Sobieski
und sein Heer hatten. Weiters wurde die Frage erörtert,
welchen Stellenwert die Schlacht im kollektiven Gedächtnis der
einzelnen an der Schlacht beteiligt gewesenen Völker hat und
welche Bilder - etwa das jenes der bewusst erzeugten
Vorstellung einer kriegerischen Konfrontation zwischen der
christlichen und der islamischen Welt - damit verbunden sind.
Die Verankerung von Jan Sobieski im kollektiven Gedächtnis
wurde mit zahlreichen Bildbeispielen dokumentiert, die z.B.
die Kirche auf dem Kahlenberg zeigten.
Im Anschluss an den Vortrag kam es zu einer lebhaften
Diskussion. Zunächst dankte Bezirksvorsteher Ing. Kurt Wimmer
dem Referenten für seine aufschlussreichen Ausführungen und
unterstrich ausdrücklich die Bedeutung des militärischen
Eingreifens von König Jan III Sobieski für den Sieg über
die türkischen Belagerer. Davon motiviert ergriffen auch
weitere Teilnehmer aus dem Kreis der Zuhörer und erinnerten
daran, eine welch große Rolle die zweite Türkenbelagerung seit
jeher im kollektiven Gedächtnis der Wiener spielt, was sich
u.a. auch in der ausführlichen Behandlung dieses Themas im
Schulunterricht widerspiegelt. Die Journalistin Dr. Janina
Osses-Frei wies bedauernd darauf hin, dass es dennoch in
Wien bis heute kein Jan III Sobieski-Denkmal gibt. Der
erkenntnisreiche Abend ging mit einem Resümee des Referenten
sowie einem herzlichen Applaus für den Vortragenden zu Ende.





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