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Vortrag in polnischer Sprache:
Frau Mag. Matylda Urjasz-Raczko:
Die Strategie der spanischen Diplomatie gegenüber Polen in der Zeit der ersten Königswahlen (1572-1587)

Die Präsentation des Disserationsprojekts von Frau Mag. Matylda Urjasz-Raczko, Stipendiatin der Lanckoroñski-Stiftung, fand am 11. Februar 2010 um 19 Uhr in Nikolaus-Kopernikus-Saal statt. Bevor die Stipendiatin ihr Forschungunsprojekt genauer erläuterte, erklärte sie die politische Siutation Spaniens, das zu dieser Zeit um das italienische Territorium einen Kampf mit Frankreich geführt hatte. Ein wesentliches Problem stellte auch der Konflikt mit England als auch auf dem Mittelmeer dar. Ein sehr wichtiges Element der spanischen Politik, „eines Kolosses auf lehmartigen Beinen“, war das Verhalten der Holländer, als ein spanischer Teil der Habsburger Monarchie.

Weiters erörterte Frau Mag. Urjasz-Raczko die Beziehungen zwischen Polen und Spanien, indem sie fünf grundlegende Fragenkomplexe formulierte - jenen um das Erbe von Königin Bona (1524), die von Bona Sforza geerbten Landschaften im Königreich von Neapel, die so genannten neapolitanischen Summen (1555), in dem Felipe II die Königin Bona Sforza um ein Darlehen bat - mit dem Ziel, Bari und Rosano zurück zu gewinnen (antitürkische Liga, 1570-1571, der unklare Versuch, Polen in diese Liga miteinzubeziehen, keine Angaben), weiters die freien Königswahlen (in den Jahren 1573, 1574, 1587), und letztendlich ein Bündnis gegen die Niederlande (1581-1582). Den Verlauf der freien Königswahlen erörterte Frau Mag. Urjasz-Raczko im Detail, da sich genau in dieser Zeit Spanien für Polen zu interessieren begann . Im Jahre 1573 war in Polen der Gesandte des spanischen Hofes Ernesto anwesend und Felipe II bestimmte dafür sehr viel Geld. Der Aufenthalt des spanischen Abgesandten in Polen endete mit einem Fiasko. Bei den nächsten freien Königswahlen im Jahr 1574 gab es keinen Abgesandter mehr. Aber bereits  im Jahr 1587 reiste der spanische Abgesandter zwischen Wien, Prag und Warschau hin und her.

Die Frage, die die Referentin am meisten beschäftigte, war die Strategie des Imperiums in der besprochenen Zeit, d.h. das Bild Polens aus spanischer Sicht. Frau Mag. Urjasz-Raczko erwähnte hier die äußerst moderne Diplomatie sowie die Interessenslage und das Netz persönlicher Beziehungen. Am Ende ihres Vortrags stellte die Referentin die Forschungsperspektive ihrer Dissertation, derer Kernpunkt u.a. die Betrachtung Polens aus der Sicht Madrids ist sowie ein Versuch, die Informationskanäle sowie das Beziehungsgeflecht des spanischen Hofes zu rekonstruieren.

Nach der Präsentation gab es eine lebhafte Diskussion, in der die Stipendiatin die Quellen näher besprach. Ein Vorschlag seitens des Publikums war es, das Archiv in Danzig zu untersuchen, die Berücksichtigung des polnisch-litauisch Kontextes in der diplomatischen Korrespondenz sowie die Rolle des apostolischen Nuntius in Rom im Bezug auf die Verhältnisse mit Spanien.
 

 
 

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