STACJA NAUKOWA POLSKIEJ AKADEMII NAUK w WIEDNIU

Wissenschaftliches Zentrum der PAW in Wien

 

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Workshop:
Die Anatomie frühneuzeitlicher Imperien. Herrschaftsmanagement jenseits von Staat und Nation: Institutionen, Personal und Techniken

In der Zeit von 7. - 8. Dezember 2007 fand im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema Die Anatomie frühneuzeitlicher Imperien. Herrschaftsmanagement jenseits von Staat und Nation: Institutionen, Personal und Techniken“ statt, die von drei Institutionen organisiert wurde:

-         - Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Österreichisches Staatsarchiv),  
    - Kommission für die Geschichte der Habsburgermonarchie der
      Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie
    - Wissenschaftliches Zentrum der Polnischen Akademie der
      Wissenschaften in Wien
.

Eröffnet wurde die Konferenz vom Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Prof. Leopold Auer, sowie vom Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums der PAW, Prof. Bogus³aw Dyba¶.

Die Konferenz war die zweite im Rahmen eines Zyklus, jedoch die erste, an der das  Wissenschaftlichen Zentrums der PAW teilnahm. Initiiert wurde dieser Zyklus von Dr. Stephan Wendehorst. Der Zyklus orientiert sich an jene  Forschungsrichtung in der europäischen Geschichtsforschung, die als imperial turn bezeichnet wird. Diese Strömung basiert u.a. auf der Erforschung der Unterschiede zwischen vergangenen und gegenwärtigen staatlichen Strukturen, ohne sich dabei von unserer heutigen Vorstellung eines Staatswesens einengen zu lassen sowie ohne sich starr auf diese zu beziehen.  Vor diesem Hintergrund war es das Ziel der Konferenz, in der Forschung zu den Strukturen vergangener Imperien am Beispiel des Römischen Reichs Deutscher Nation in vergleichender Weise auch Reiche anderen Typs (sog. "zusammengesetzte Staaten) zu berücksichtigen, vorrangig das polnisch-litauische Reich, aber auch Dänemark und Schweden. Von den polnischen Historikern waren  Bogus³aw Dyba¶ und Anna Ziemlewska als Referenten vertreten, neben  polnisch-litauischen Forschungsfragen befasst sich auch eine Reihe von deutschen Historikern mit diesen Forschungsthemen.

Die Konferenz waren in drei Themensektionen gegliedert:

I.                    - Institutionen imperialer Herrschaft
          -
Imperiales Personal
          -
Imperiale Herrschaftstechniken

Der Problemkreis des polnisch-litauischen Staats kam in vier Referaten zur Sprache, die folgenden Themen gewidmet waren: "Die Bürgschaft beider Nationen vom 22. Oktober 1791", "Die polnisch-litauische Herrschaftselite, "Die unterschiedlichen amtlichen Strukturen sowie die Integrationsprozesse auf dem mit Polen verbundenen Gebiet Livlands sowie die Größe des Imperiums am Beispiel der Gerichtsbarkeit in den rund um Rzeszów gelegenen Latifundien der  Grafen Lubomirski. Bedauerlicherweise konnte auf Grund der Erkrankung eines Referenten das Referat über die Beziehungen zwischen König, Adel und jüdischer Elite in der Republik nicht gehalten werden. Auch wurden im Rahmen der Konferenz drei Vorträge verlesen, in denen die dänische sowie die schwedische Monarchie miteinander verglichen wurden.

Im Rahmen der Konferenz wurden auch zwei erst kürzlich erschienene Publikationen vorgestellt, die dem Konferenzthema gewidmet sind. Weiters wurde ein Projekt präsentiert, in dessen Rahmen die Verwaltungsgeschichte der Habsburgermonarchie in der Zeit vom XV. bis zum XVIII. Jhdt. aufgearbeitet werden soll. Es entwickelte sich auch eine kurze Diskussion zum Thema der Städte in ihrer Funktion als bedeutende Handelszentren und Häfen sowie deren Rolle im Gefüge der neuzeitlichen Imperien. Als Beispiele wurden Triest, Brody, Riga und Gdañsk angeführt.

Eine Fortsetzung der wissenschaftlichen Treffen, die dieser Problematik gewidmet sind, ist für die Zukunft geplant.

 
 

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