|
Aktuelles
Team
Kontakt
Lage
Geschichte
Aufgaben
Veranstaltungen
Publikationen
Bibliothek
Links
|
Podiumsdiskussion:
Wozu ein „Lexikon der Vertreibungen“?
Am 14. Oktober 2010 fand im Jan III
Sobieski-Saal des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen
Akademie der Wissenschaften in Wien eine Podiumsdiskussion zum
Thema „Wozu ein „Lexikon der Vertreibungen“? statt, in deren
Rahmen das vom Boehlau Verlag unlängst herausgegebene Werk
vorgestellt und von einem Expertengremium diskutiert wurde.
Der Abend wurde von Prof. Bogus³aw Dyba¶, Direktor des
Wissenschaftlichen Zentrums der PAW in Wien eröffnet und
eingeleitet, er dankte den Gästen für ihr zahlreiches
Erschienen. Dr. Peter Rauch, Geschäftsführer des Boehlau
Verlags, leitete die Diskussion ein und teilte mit, dass das
Lexikon bereits von sämtlichen Rezensenten äußerst positiv
aufgenommen wurde.
An der Diskussion nahmen vier Wissenschaftler teil – Prof.
Stefan Troebst, einer der Herausgeber des Buchs, Dr.
Heidemarie Uhl, Vertreterin der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften sowie Univ.-Prof. Philipp Ther und Univ.-Prof.
Oliver Rathkolb als Vertreter Universität Wien.
Prof. Troebst stellte das Ziel des Lexikons vor, das die erste
Publikation darstellt, das die höchst komplexe Thematik von
Vertreibungen, Zwangsumsiedlungen, Deportationen sowie
ethnischen Säuberungen in Europa in der Zeit von 1912-1999 zum
Inhalt hat. Er informierte weiters darüber, dass es bereits
Pläne gibt, das Lexikon ins Polnische, ins Englische sowie in
weitere Sprachen übersetzen zu lassen, sobald die notwendigen
Mittel hiefür gefunden wären.
Im Verlauf der Diskussion wiesen die Experten vor allem auf
die Problematik der Übereinstimmung in einigen Fragen bzgl.
Datierung sowie jener, die im Lexikon beschriebenen Ereignisse
unter dem Prisma von „Henker” und „Opfer” zu betrachten sowie
auf unterschiedliche Meinungen, die die Vertreibungen,
insbesondere im Zusammenhang mit der deutsch-polnischen Frage
und der Gründung eines deutschen Zentrums gegen Vertreibungen,
auslösen.
Die Podiumsdiskussion rief im Publikum lebhaftes Interesse
hervor. Graf Ledóchowski berichtete über seine Erinnerungen an
die Zeit des Zweiten Weltkriegs und dankte für die Initiative
der Schaffung dieses überaus notwendigen und wertvollen
Lexikons. Das zahlreich erschienene Publikum stellte in der
Folge viele weitere Fragen zu strittigen Themen, die im Zuge
der Erstellung des Lexikons auftraten, wie etwa die im Lexikon
enthaltene Informationen über freiwillige Ausreisen,
wirtschaftlichen Gründe bzw. politischen Motive als Auslöser
für eine Flucht.
Im Laufe des Abends wurde auch die Symbolik der Abbildung auf
dem Buchumschlag erklärt – die darauf abgebildeten
Hausschlüssel symbolisieren die Schlüssel Menschen, die ihre
Häuser hinter sich abschlossen - in der Hoffnung, sie eines
Tages wieder aufschließen zu können – und diese Schlüssel
trügen sie immer mit sich.





Photos: A. Jaskot
|