Konferenz 

Unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten der Republik Österreich Dr. Heinz Fischer fand in der Zeit vom 9. – 10. September 2010 statt und wurde in Zusammenarbeit folgender Institutionen geplant und durchgeführt: Wissenschaftliches Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Bundesministerium für Inneres der Republik Österreich - Mauthausen Memorial sowie die KZ-Gedenkstätten Auschwitz, Stutthof und Majdanek. Tagungsort war das Wissenschaftliche Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien. 
Am Donnerstag, 9. September 2010 fand unter dem Beisein zahlreicher Ehrengäste die feierliche Eröffnung der Konferenz statt.
Nach den Eröffnungsworten seitens des Direktors des Zentrums, Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś, in denen dieser u.a. die Entstehungsgeschichte der Konferenz – beginnend mit der ersten Idee hiezu anlässlich des Symposiums „KZ-Gedenkstätten in Europa: Majdanek und Mauthausen“ am Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften über das Konzept der Konferenz bis hin zur Einbindung zahlreicher Organisationen in das Vorhaben erläuterte, richtete als weiterer Eröffnungsredner als Vertreter der Österreichischen Akademie der Wissenschaften der Obmann des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Dr. Michael Rössner, sein Grußwort an die Gäste.
Rang und Bedeutung der Konferenz wurden durch das Grußwort seitens des Botschafters der Republik Polen in Österreich, Seiner Exzellenz Dr. Jerzy Margański, dem dritten Eröffnungsredner, unterstrichen. Während des zweitägigen Symposiums wurden zur titelgebenden Problematik von zahlreichen Vertretern polnischer und österreichischer Gedenkstätten sowie weiteren Institutionen Referate zu einem umfangreichen Themenspektrum gehalten, das von theoretischen Konzepten der Erinnerungskultur, Versuchen der Periodisierung der Erinnerungskultur beginnend von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis heute, museumspädagogischen Konzepten von deren Anfängen nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu zukünftigen Entwicklungsperspektiven und einer Analyse der Besucherstruktur der Gedenkstätten im Laufe der Jahrzehnte reichte. Breiten Raum nahmen auch Vorträge zu Geschichte und Gegenwart einzelner Gedenkstätten ein. So referierte – als Beispiel stellvertretend für viele weitere genannt - Univ.-Prof. Dr. Betrand Perz, stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien über die Geschichte der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und bettete die Konzepte von dessen Nachnutzung in seinem Referat „Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Nachnutzungen eines Konzentrationslagers im historischen Rückblick“ in den jeweiligen gesamthistorischen Kontextrahmen ein. Christian Dürr und Robert Vorberg, Mauthausen Memorial des Bundesministeriums für Inneres der Republik Österreich, analysierten in ihrem Vortrag „Die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Voraussetzungen, Konzeption und Umsetzungsschritte“ die zukünftige Gestalt der Gedenkstätte Mauthausen.
Seitens Österreichs nahmen als weitere ReferentInnen die Leiterin des Lern- und Gedenkortes Schloss Hartheim, der Leiter des Gedenkdienstkomitees Gusen, weitere Vertreter des Mauthausen Memorials des Bundesministeriums für Inneres der Republik Österreich sowie Vertreter der Österreichischen Akademie der Wissenschaften teil.
Seitens polnischer Gedenkstätten waren der Direktor sowie Mitarbeiter des Museums Auschwitz-Birkenau, der Direktor sowie Mitarbeiter des Museums Stutthof sowie der Direktor und Mitarbeiter des Museums Majdanek vertreten.
Eines der wichtigsten Anliegen der Konferenz war es, die Funktion und Bedeutung der Museen im Hinblick auf künftige Generationen zu analysieren, in deren Bewusstsein die Geschichte des Zweiten Weltkriegs in immer weitere Ferne rückt sowie im gemeinsamen Dialog Konzepte und Entwicklungsperspektiven zu erarbeiten, die die Bewahrung der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen in angemessener Weise ermöglicht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Rahmen der Analyse der einzelnen Gedenkstätten waren auch zahlreiche Fragestellungen rund um die Problematik der Bewahrung und Rekonstruktion der Museumsobjekte. Hinsichtlich der Analyse der Besucherstruktur der Museen verdient der Umstand, dass das Durchschnittsalter der die Gedenkstätten besuchenden Jugend laufender Verjüngung unterliegt, was darauf hinweist, dass die Gedenkstätten ihrer Aufgabe, die Museen hinsichtlich der Bedürfnisse künftiger Generationen bereits heute gerecht zu werden, die – anders als die Generationen zuvor – von der Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr aufgrund des persönlichen Erlebens ihrer Eltern und Großeltern erfahren können. Am Beispiel des Museums Stutthof wurden die museumspädagogischen Einsatzmöglichkeiten von Videoberichten ehemaliger Häftlinge demonstriert.
Die einzelnen Vorträge waren von engagierten und teils kontroversiellen Diskussionsbeiträgen seitens der Konferenzteilnehmer begleitet, die das Interesse an einem polnisch-österreichischen Dialogforum zu dieser Thematik eindrucksvoll widerspiegeln sowie die Notwendigkeit eines solchen deutlich zeigen. Unter den Konferenzteilnehmern beteiligte sich auch ein ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers Ravensbrück an der Diskussion. Diese unterstrich das große Interesse an den nationalsozialistischen Verbrechen seitens der heute jungen Generation. Weiters wies sie auch darauf hin, dass diese sowie auch kommenden Generationen mit Hilfe gänzlich anderer Vermittlungsmethoden erreicht werden müssen als die Generationen zuvor.
Sämtliche im Rahmen der zweisprachigen Konferenz gehaltenen Vorträge wurden simultan in die jeweils andere Sprache übersetzt, was dank der fördernden Institutionen ermöglicht wurde.
In seinem abschließenden Resümee hielt Prof. Bogusław Dybaś fest, dass die im Vorfeld der Konferenz formulierte Zielvorstellung, ein polnisch-österreichisches Dialogforum des Meinungsaustausches über Gegenwart und Zukunft der Gedenkstätten in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern zu begründen, verwirklicht wurde. Gleichzeitig wurde das Desiderat der Organisation von Folgeveranstaltungen im Rahmen eines Konferenzzyklus unterstrichen, deren Auftakt die Veranstaltung „Gedenkstätten und Museen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven“ war. Die Konferenz, so Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś weiter, war eines der bedeutsamsten Ereignisse im wissenschaftlichen Leben des Zentrums der letzten Jahre.
Die im Rahmen der Konferenz gehaltenen Vorträge, versehen mit Abbildungen und wissenschaftlichem Apparat, werden in einem Konferenzband publiziert.

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