Mgr Adam Korczyński:
Am 23. Februar 2012 fand in der Polnischen Akademie der Wissenschaften – Wissenschaftliches Zentrum in Wien ein Vortrag statt, der der Photosammlung des bedeutenden Kunstkenners, Sammlers, Reisenden und Mäzens Graf Karl Lanckoroński gewidmet war. Referent war Mgr Adam Korczyński, der sich mit der Bearbeitung und Inventarisierung dieser Sammlung, die sich im Besitz der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Krakau befindet, befasst. Mgr Adam Korczyński absolviert am Institut für Geschichte der Jagiellonen-Universität Krakau ein Doktoratsstudium. Die Anfänge der Photosammlung von Karl Graf Lanckoroński reichen bis in die Siebziger- und Achtzigerjahre des 19. Jhdt. zurück. Die Photosammlung wurde in vierzehn Kartons aufbewahrt, die Inkunabeln nachempfunden waren. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Sammlung bis heute in sehr gutem Zustand ist.
Zum damaligen Zeitpunkt umfasste die Sammlung 120.000 Photos, die Sehenswürdigkeiten aus Europa sowie aus der ganzen Welt, Kunstwerke, Gemäldegalerien, so genannte anthropologische Charakter aus allen Kontinenten zeigten, weiters eine Dokumentation archäologischer Exkursionen nach Kleinasien sowie Sehenswürdigkeiten aus den östlichen Gebieten des einstigen Polen-Litauens. Die Phototek, zum damaligen Zeitpunkt die größte Photosammlung in diesem Teil Europas, war der ganze Stolz des Gastgebers und wurde sehr gerne den bedeutenden Gästen des Palastes gezeigt. Der Referent unterstrich, dass die Mehrzahl der Photos von Lanckoroński selbst während seiner zahlreichen Reisen erworben wurden, sie wurden von den zur damaligen Zeit herausragenden Photographen gemacht, u. a. von Alinari, Giacomo Brogi, Carlo Naya, Pascal Sebah, August Stauda, Wilhelm Burger und Ignacy Krieger.
Der Sammlung standen stürmische Zeiten bevor. Während des Ersten Weltkriegs wurden die aus Rozdół geretteten Photografien in den Wiener Palast von Karol Lanckoroński in die Jacquingasse 18 evakuiert, wo sie sich bis zum Jahr 1929 befanden. Im März 1929 beschloss der Graf, seine Photosammlung der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste zu schenken. Gemäß den Wünschen des Spenders wurde die Photosammlung von Wien in das Wissenschaftliche Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Rom transferiert, Kustos wurde die Tochter von Graf Lanckoroński, Karolina. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Sammlung ohne offizielle Zustimmung des Papstes in der Vatikanischen Bibliothek versteckt. Nach dem Krieg wurde die Sammlung unglücklicherweise geteilt: jener Teil, der die Sehenswürdigkeiten der östlichen Gebiete Polen-Litauens umfasste, verblieb im neu geschaffenen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Rom, während der größere Teil der Sammlung in die Kórnik-Bibliothek transferiert wurde, wo sie sich bis zur Hälfte der Achtzigerjahre befand. 1986 wurde die Sammlung dem Institut für Kunstgeschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau übergeben, dieses gab sie im Jahr 1999 endgültig der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Krakau zurück. Der Referent unterstrich, dass zurzeit intensive Inventarisierungsarbeiten der Kollektion durchgeführt werden, die der Bereitstellung der Photos für wissenschaftliche Publikationen und Ausstellungen dienen – gemäß dem Wunsch von Graf Lanckoroński, seine Photosammlung einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen – einer Phototek, die mit Sicherheit noch unbekannte Schätze enthält.

Anna Głowacka

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