Dr. Sławomir Górzyński

Am 20. März 2012 war der bekannte Historiker, Heraldiker und Genealoge Dr. Sławomir Górzyński in der Polnischen Akademie der Wissenschaften - Wissenschaftliches Zentrum in Wien zu Gast. Dr. Sławomir Górzyński ist Präsident der Polnischen Heraldischen Gesellschaft und Redakteur des Bulletins sowie des Jahrbuchs der Polnischen Heraldischen Gesellschaft. Er ist weiters Gründer und Chefredakteur des Verlags  DiG.

Dr. Górzyński referierte auf der Grundlage seines jüngst erschienenen Buchs Arystokracja polska w Galicji. Studium heraldyczno-genealogiczne über das Thema Die Entstehung des Herrenstandes – Magnatenstandes in Galizien nach 1775. Die Publikation Arystokracja polska w Galicji. Studium heraldyczno-genealogiczne erschien in der Reihe Szlachta Polska des Verlags DiG. Sein vorangegangenes Buch Nobilitacje w Galicji 1772-1918 ist die erste Publikation, in dem die Nobilitierung  von Personen galizischer Herkunft umfassend vorgestellt wird.

In seinem jüngst erschienenen Buch setzt sich Górzyński mit der Heraldik der polnischen Aristokratie in Galizien auseinander sowie mit der Geschichte der Adelsfamilien, die in der Geschichte Polens eine bedeutende Rolle spielten. Nach dem Verlust der Unabhängigkeit Polens war der polnische Adel mit drei unterschiedlichen Rechtssystemen in den drei Teilungsgebieten konfrontiert. Ein weiteres Problem stellte der Umstand dar, dass man in Polen um die größtmögliche Gleichstellung des Adelsstands bemüht war. Zahlreiche Familien hatten keinen Adelstitel inne, also Barone, Grafen und Fürsten. Um ihre privilegierte Position  behalten zu können, musste der Adel in Galizien und Lodomerien den Nachweis für seine adelige Herkunft erbringen.  Zwei kaiserliche Patente, das Patent von Kaiserin Maria Theresia sowie das Patent von Kaiser Joseph II. von 1782, bestimmten die rechtlichen Bedingungen der Nachweiserbringung.  Diese Patente wurden in der Folge für mehr als hundert polnische Familien zur Rechtsgrundlage für das Führen eines Adelstitels. Der Zuerkennung des Adelstitels gingen die Erbringung eines Nachweises der adeligen Herkunft sowie die Entrichtung einer Gebühr voraus. Die Familien bemühten sich um die Verleihung von an die Ständestruktur der deutschen Aristokratie angeglichenen Adelstitel beziehungsweise um die Bestätigung der bereits zur Zeit von Kaiserin Maria Theresia erhaltenen Adelstitel. Der Referent sprach auch einen weiteren interessanten Problemkreis an, die Angleichung der polnischen Adelstitel an die Ständestruktur des deutschen Adels. Der Vortrag von Dr. Górzyński wurde mit zahlreichen Reproduktionen in Farbe illustriert, die die Wappen des polnischen Adels in Galizien zeigten.

Zum Abschluss des Abends gaben drei junge polnische Musiker ein kurzes Konzert. Krzysztof Kokoszewski und Jacek Stolarczyk spielten Caprice Nr. 1 g-moll op.18 für zwei Violinen von Henryk Wieniawski, der Pianist Piotr Kościk spielte die außergewöhnliche facettenreiche Sonatine von Maurice Ravel.

Anna Głowacka

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