Univ.-Prof. Dr. Diplomarchitekt Andrzej Wyżykowski

Am 23. April 2012 fand in der Polnischen Akademie der Wissenschaften – Wissenschaftliches Zentrum in Wien ein Vortrag in polnischer Sprache zum Thema "Die städtebauliche Entwicklung Krakaus und seine Architektur an der Schwelle zum 21. Jahrhundert" statt. Der Vortrag wurde von Univ.-Prof. Dr. Diplomarchitekt Andrzej Wyżykowski, oberster Stadtplaner der Stadt Krakau, gehalten. Der Urbanist Prof. Wyżykowski ist Lehrbeauftragter an der Andrzej Frycz Modrzewski-Akademie in Krakau sowie seit vielen Jahren Leiter des Lehrstuhls für die Revitalisierung und Entwicklung städtebaulicher Ensembles am Polytechnikum Krakau. Er konzipierte über hundert städtebauliche und architektonische Projekte und gewann zahlreiche städtebauliche Wettbewerbe. Der Referent stellte in seinem Vortrag einen Überblick über die architektonische Entwicklung der Stadt Krakau beginnend bei der ersten Ansiedlung rund um den Wawel über die mittelalterliche Stadt nach Magdeburger Stadtrecht bis hin zu heutigen Revitalisierungsprojekten der historischen Bebauung und architektonischen Gestaltungsprojekte vor.
Wie Prof. Wyżykowski betonte, kann man in der städtebaulichen Entwicklung der Stadt Krakau aufeinanderfolgende Phasen unterscheiden, beginnend bei einer natürlichen Anordnung über eine Schachbrettstruktur, einer Radialstruktur bis hin zum neuen radiarzirkulären System. Die ersten Phasen sind von der Entwicklung der mittelalterlichen Stadt von einem rechteckigen Grundriss rund um den Marktplatz zu einem radiarzirkulären Struktur einschließlich Entwicklung der ersten Vorstädte geprägt. Wie Prof. Wyżykowski festhielt, bildete sich gerade in dieser Zeit das charakteristische Panorama der Stadt als leicht identifizierbares Symbol heraus. Das goldene Zeitalter Krakaus endete im 17. Jhdt., parallel zum Bedeutungsverlust der Stadt und der Übersiedlung der Hauptstadt nach Warschau. Die nächste Phase war von der österreichischen Herrschaft bestimmt, zu dieser Zeit wurde beschlossen, die Stadtmauern abzutragen, die ehemaligen Stadtgräben zu begrünen sowie die Karlsbrücke zu errichten. Ein bedeutsames Element dieser Zeit waren die Festungen, deren Errichtung parallel zur Errichtung der Festung Krakau verlief.  Prof. Wyżykowski stellte auch ausführlich die umfassenden Veränderungen in der Architektur Krakaus im 20. Jhdt. vor, u. a. die Errichtung von Nowa Huta im Geiste eines vom Barockzeitalter inspirierten Sozialismus, das seit einigen Jahren auch als Sehenswürdigkeit gilt.
Wie der Referent betonte, bedarf das historische Zentrum Krakaus der Renovierung. Eine bedeutende Rolle spielt dabei die Aufnahme Krakaus in die Liste des Weltkulturerbes im Jahr 1978. Zu dieser Zeit wurde auch der "Fundusz Narodowy Ochrony Zabytków" ins Leben gerufen, wodurch jährlich zahlreiche Objekte renoviert werden können. 
Der letzte Teil des Referats war den jüngsten städtebaulichen Investitionen gewidmet. Zahlreiche historische Gebäude wurden an neue Funktionen adaptiert, beispielsweise das Museum der Heimatarmee, das Internationale Kulturzentrum sowie Hotels und Apartments in alten Miethäusern sowie auch in der alten Mühle Ziarno.   Der Referent wies auch auf zahlreiche neue öffentliche Gebäude hin, beispielsweise auf das Museum Moderner Kunst MOCAK, das Tourismusbüro beim Wawel, das Kongresszentrum sowie das Stadion Cracovia. Resümierend stellte Prof. Wyżykowski fest, dass die gegenwärtige Entwicklung Krakaus von zwei Hauptrichtungen geprägt ist: Revitalisierung und Adaptierung der vorhandenen Substanz sowie Entwicklung neuer städtebaulicher Lösungen. Der Vortrag war von umfangreichen Bildmaterial begleitet.
Nach dem Vortrag brachten Anna Gutowska und Lubow Nawrocka ein Konzert zur Aufführung. Auf dem Programm standen Tempo di Blues, bearbeitet von Jascha Heifetz aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin, sowie "In the Style of Albeniz" von Rodion Schedrin.

Anna Głowacka

Photos: Adam Jaskot

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