Die verlorene Weltstadt. Polnische Forschungen in Alexandria

Univ.-Prof. Dr. hab. Adam Łukaszewicz

Im Zentrum des Vortrags von Univ.-Prof. Dr. Łukaszewicz stand der Beitrag der polnischen Archäologie bei den Ausgrabungen in Ägypten sowie insbesondere in Alexandria. Die Ausgrabungen im Mittelmeerraum lagen bereits sehr bald im  Interessensbereich der Polen, sie reichen bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. So führte im Jahr 1784 Graf Stanislaw Potocki Grabungen in Süditalien durch. Im 19. Jahrhundert wurden Ausgrabungen zur Domäne der Vertreter des Adels, im Jahre 1861 wurden solche beispielsweise von Graf Michael Tyszkiewicz durchgeführt.
In jüngster Zeit wurde Warschau zum dominierenden Zentrum auf dem Gebiet der archäologischen Forschungen im Mittelmeerraum. Im Jahr 1959 wurde das archäologische Forschungszentrum gegründet. Einer der wichtigsten Standorte von Ausgrabungen ist Alexandria, eine der bedeutendsten Städte des alten Ägypten. Es wird geschätzt, dass diese Stadt um das Jahr 59 vor Chr. eine Fläche von 900 Hektar hatte sowie eine Bevölkerungszahl von Dreißigtausend aufwies, bei es sich hier wohl ausschließlich um männliche Einwohner handelte. In der Zeit von Kleopatra VII. lebten hier 600 000 Einwohner. Die Stadt wurde von Herodot und Strabo beschrieben. Es war eine multiethnische Stadt. In der Spätantike wurde ihre Entwicklung auf Grund von Erdbeben, Tsunamis und Kriegen sehr beeinträchtigt, ihre Bedeutung sank drastisch.
Im Jahre 1958 hatte Professor K. Michalowski eine Gastprofessur in Alexandria inne. Mit ihm sind die Anfänge der gegenwärtigen polnischen Ausgrabungen in Alexandria verbunden. In den Fünfzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die von den Franzosen im Jahr 1799 errichteten Befestigungen demoliert, was weitere Ausgrabungen ermöglichte. Seit den Sechzigerjahren entdeckten polnische Archäologen verschiedene Elemente der antiken Stadt, ein Theater, Häuser aus byzantinischer Zeit, Straßen, Thermen sowie eine arabische Nekropole aus der Zeit vom 8. - 12. Jhdt. Die Ausgrabungen, an denen bereits seit fünfzig Jahren gearbeitet wird, werden in einer Tiefe von bis zu 17 Metern durchgeführt und führten bereits zu einer Vielzahl ungewöhnlich neuer Erkenntnisse.

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