Am 18. Juni 2011 lud das Wissenschaftliche Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften zum bereits traditionellen vierten Tag der Offenen Türe in seinen Räumlichkeiten ein, der in Zusammenarbeit mit der Wiener - Krakauer Kultur - Gesellschaft veranstaltet wurde. Wie bereits in den Jahren zuvor beehrten die Veranstaltung zahlreiche Gäste, denen ein vielfältiges Programm geboten wurde.
Nach den Eröffnungsworten seitens des Direktors des Zentrums, Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś wurde der Vortrag „Der Name ist ein Stück des Seins und der Seele - Ehrlich, Fingerlos, Nimmervoll, Unverdorben…Österreichische Familiennamen nach der Bedeutung“ von Dr. Ewa Cwanek-Florek (Universität Rzeszów) gehalten. Das Referat war der Bedeutung der österreichischen Namen nach Kategorien ihrer Herkunft, die mit Charaktereigenschaften und äußeren Merkmalen in Beziehung stehen, gewidmet. Die Referentin veranschaulichte die Thesen ihres Vortrags zusätzlich mit einer humorvollen reich illustrierten Präsentation.
Im zweiten Vortrag stellte Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś ein Forschungsprojekt vor, das zurzeit am Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien durchgeführt wird. Dieses Projekt ist der Herausgabe der so genannten Miegkarte gewidmet. Diese ist nach Oberst Friedrich Mieg benannt, der die Leitung über die Landesaufnahme der galizisch-lodomerischen Gebiete im Rahmen der Josephinischen Landesaufnahme innehatte.
Im Kriegsarchiv in Wien wird unter der Signatur B IX a 390 eine handschriftliche, aus 413 farbigen Blättern im Maßstab 1:28 800 bestehende militärtopographische Karte des Königreiches Galizien und Lodomerien aus den Jahren 1775-1783 aufbewahrt. Sie kartographiert jene Territorien Polens, die infolge der ersten Teilung Polens im Jahre 1772 an Österreich angeschlossen wurde. Die Karte war Teil eines größeren kartographischen Projektes, das, beginnend in der Hälfte des 18. Jahrhunderts, von Österreich realisiert wurde und am Ende des 18. Jahrhundertes beendet wurde. Es stellt kartographisch alle Länder dar, die Teil der multinationalen Habsburgischen Monarchie wurden sowie auch jene Länder, die von den Herrschern dieser Dynastie regiert wurden. In den vergangenen Jahren haben einige dieser Länder, die heute unabhängige und souveräne Staaten sind (Slowenien, Kroatien, Slowakei, Ungarn), diese Edition entweder bereits abgeschlossen oder sind gerade dabei, die kartographischen Karten, die ihre historischen Gebiete umfassen, herauszugeben. Zurzeit ist der polnische Teil dieses Projektes, die so genannte Miegkarte einschließlich der Beschreibungen, Gegenstand der geplanten Edition, und schließt sich damit einem internationalen Vorhaben an.
Die österreichische Miegkarte, die einen integralen Bestandteil einer größeren Landesaufnahme bildet, ist heute eines der herausragendsten Denkmäler des europäischen Kulturerbes und stellt für die polnische Wissenschaft eine äußerst wertvolle und in ihrem Umfang einzigartige Quelle für die Siedlungsgeschichte sowie für die Rekonstruktion der Natur-, Kultur- und Wirtschaftslandschaft der südlichen und südöstlichen Gebiete des früheren Polens dar. In seinem Vortrag erläuterte Prof. Dybaś die Entstehungsgeschichte der Miegkarte, stellte das Publikationsprojekt vor und stellte abschließend zur Veranschaulichung einige Ortschaften und Städte vor, die sich auf der im 18. Jhdt. geschaffenen Karte befinden. Gegenüber gestellt wurden Satellitenbilder von deren heutigem Aussehen, die Veränderungen, aber auch gleich Gebliebenes zeigten.
Im Rahmen des Marie-Skłodowska-Curie-Jahr 2011 in Polen, das heuer aus Anlass der 100. Wiederkehr der Verleihung des Nobelpreises an diese begangen wurde, wurde eine dieser großen polnischen Wissenschaftlerin gewidmete Ausstellung eröffnet. Die Ausstellung begleitete ein Vortrag von Dr. Hannelore Sexl. Die bekannte Physikerin, die auch Mitglied der Kommission für Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist, zeichnete den persönlichen und wissenschaftlichen Werdegang von Skłodowska-Curie höchst engagiert, ja leidenschaftlich nach und bereicherte so die Ausstellung um zahlreiche Aspekte, die in dieser nicht zur Sprache kamen.
Als letzter Punkt des Programms des Tages der Offenen Tür gab die beste polnischen Blues-Gruppe „The Blues Nightshift“ ein Konzert, Bandleader der Gruppe ist Sławek Wierzcholski. Das Publikum war von der Musik so begeistert, dass es gemeinsam mit dem Ensemble zu dessen Melodien im Takt mitzuschwingen begann.

Photos: Adam Jaskot

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