Symposium

Am 4. November 2011 fand bereits zum vierten Mal das so genannte Polensymposium in der Ruhmeshalle des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien statt. Für die Durchführung und Organisation war zum einen das Wissenschaftliche Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien, zum anderen das Heeresgeschichtliche Museum, verantwortlich.
Das erste Symposium dieser Art wurde im Jahr 2008 durchgeführt, anlässlich des 325-jährigen Jubiläums der erfolgreichen Verteidigung und Befreiung Wiens von den Türken im Jahr 1683. Dieses Jahr war für Europa und Polen ein ganz besonderes, da der damalige König von Polen und Großfürst von Litauen, Johann III. Sobieski, als der Retter Wiens während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung betrachtet wurde, da er bei der Schlacht am Kahlenberg am 12. September 1683 den entscheidenden Angriff gegen die Osmanen führte.
Das diesjährige Polensymposium stand weniger im Zeichen von Jan Sobieski, stattdessen referierten insgesamt 10 Wissenschaftler/innen zum Thema „Der Vielvölkerstaat und der Krieg“, bei dem der Nationalitätenproblematik am Ende des Habsburgerreiches besondere Aufmerksamkeit zuteil wurde. Die Vortragenden, darunter 4 Polen, 3 Österreicher, 1 Tscheche, 1 Ungar sowie eine Kollegin aus Slowenien, referierten im Rahmen von insgesamt 4 Themenblöcken. Nach der Begrüßung durch den Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums, Dr. M. Christian Ortner und den Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums der PAW in Wien, Prof. Dr. Bogusław Dybaś, begann das Symposium mit dem ersten Themenblock. Herr Univ.-Prof. Dr. Cetnarowicz (Krakau) erläuterte den Versuch der Polen Galiziens, die polnische Frage mit Hilfe Österreichs zu lösen, während Herr Univ.-Prof. Dr. Janowski (Warschau) allgemeine Pläne zur Lösung der Nationalitätenfrage in der österreichisch-ungarischen Monarchie am Vorabend des Ersten Weltkrieges dem zahlreichen Publikum präsentierte, dabei die polnischen Frage gebührend berücksichtigte.
Herr Univ.-Prof. Dr. Höbelt (Wien) leitete den zweiten Block ein, indem er die „austropolnische Lösung“, die Schaffung eines dritten Reichsteiles Polen innerhalb der Habsburgermonarchie, zu skizzieren versuchte. Herr Dr. Górny (Warschau) beendete diesen Themenblock mit der polnisch-ukrainischen Rivalität in Ostgalizien, wo parallel zu den Kriegsgeschehnissen des 1. Weltkrieges durch polnische und ukrainische Propagandisten der Versuch unternommen wurde, die eigenen territorialen Ansprüche „rassistisch“ zu legitimieren.
Nach der wohlverdienten Mittagspause widmeten sich die Referenten im dritten Block den Südslawen, wobei Herr Mag. Wedrac (Wien) das Schicksal Triests im Ersten Weltkrieg, Herr Mag. Kalwoda (Wien) das dalmatinische Parteienspektrum mitsamt den südslawischen Bewegungen und schließlich Frau Dr. Bobič (Ljubljana) das Dilemma der katholischen Slowenen in eben diesem Zeitraum vorstellten.
Der vierte und letzte Themenblock wurde mit dem Referat von Univ.-Prof. Dr. Śliwa (Krakau) begonnen, und das breite Spektrum der polnischen Sozialisten um Jóżef Piłsudski und seinem Wunsch nach einer Wiedererrichtung des polnischen Staates skizzierte.
Daran anschließend schilderte Herr Dr. Velek (Prag) die Entwicklung der tschechischen bürgerlichen Parteien, die sich während des Krieges in eine pro-österreichische und antiösterreichische Richtung aufspalteten.
Zu guter Letzt referierte Herr Dr. Marusza (Budapest) zur politischen Tätigkeit von István Tisza, einem der einflussreichsten Politiker Ungarns seiner Zeit, und beendete damit ein sehr lebhaftes und interessantes Symposium, das hinsichtlich seiner Teilnehmerzahl als das am besten besuchte gelten kann. Es sei noch darauf hingewiesen, dass auch diesmal ein Tagungsband erscheinen wird, wie dies bei den vorangegangenen Symposien ebenfalls der Fall war.
Es bleibt zu hoffen, dass auch im nächsten Jahr ein interessantes Programm zusammengestellt werden kann, um eine ähnlich hohe Anzahl an Teilnehmern zu gewinnen, wie dies am 4. November 2011 erfolgreich gelungen war.
 

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