Karl Lanckoronski und seine Wiener Sammlung

Buchpräsentation

Am 12. Dezember 2011 hielt die Kunsthistorikerin Dr. Joanna Winiewicz-Wolska an der Polnischen Akademie der Wissenschaften – Wissenschaftliches Zentrum in Wien einen Vortrag zum Thema „Karol Lanckoroński und seine Wiener Sammlung“. Im Zentrum des Vortrags von Frau Dr. Joanna Winiewicz-Wolska standen die Ergebnisse ihrer langjährigen Forschungen rund um Leben und Wirken des heute auch in Wien weitgehend in Vergessenheit geratenen Grafen Karol Graf Lackoroński, der im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt einst eine bedeutende Rolle gespielt hatte, sowie seine ebenso in Vergessenheit geratene wertvolle Kunst- und Gemäldesammlung in seinem Palais in der Jacquingasse in Wien III. Diese beherbergte - neben vielen weiteren - Gemälde von Hans Holbein, Lucas Cranach, Rembrandt und des Quattrocentos und umspannte einen weiten Bogen europäischer Malerei von Spanien bis Polen, vom Spätmittelalter bis zum 20. Jhdt.

Heute erinnert an der Stelle des einstigen Palais nichts mehr an das im neobarocken Stil errichtete Gebäude, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde und in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts endgültig abgetragen wurde. Die Familiensammlung, soweit nicht verschollen bzw. verkauft, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu den rechtmäßigen Erben ins Ausland transferiert. Im Jahr 1994 gelangten infolge der Schenkung von Karolina Lanckorońska die erhalten gebliebenen Kunstwerke der Familiensammlung in den Besitz zweier polnischer Museen - das Königsschloss in Warschau sowie das Königsschloss auf dem Wawel.
Ziel des Vortrags war es, den zahlreich erschienenen Gästen die Persönlichkeit von Karol Graf Lanckoroński und dessen Kunstsammlung näherzubringen sowie darüber hinaus das infolge der intensiven Forschungstätigkeit entstandene zweibändige Werk der Referentin „Karol Lanckoroński i jego wiedeńskie zbiory“ vorzustellen. Während der erste Band dem Leben des Grafen gewidmet ist, enthält der zweite Band ein Verzeichnis sämtlicher Kunstwerke der einstigen Kunstsammlung.
Die Referentin illustrierte ihren Vortrag mit zahlreichen historischen Photos, die neben dem „Helden“ des Abends auch zahlreiche Ansichten seines Palais und der Gemäldegalerie zeigten.

Der Vortrag rief bei den zahlreich erschienenen Gästen lebhaftes Interesse hervor, was sich auch in der nachfolgenden Diskussion widerspiegelte. So wurde die Frage nach den Beziehungen Lanckorońskis zu anderen privaten Wiener Kunstsammlern seiner Zeit gestellt sowie zu seiner Einstellung zur Gegenwartskunst seiner Zeit.
Die Referentin Dr. Joanna Winiewicz-Wolska ist Kuratorin für Malerei im Königlichen Schloss auf dem Wawel in Krakau. Zu ihren Forschungsinteressen zählen, neben der Erforschung der Sammlung Lanckoroński, nordeuropäische Malerei, sowie die Malerei der Niederlande. Sie war für Konzept und Gestaltung mehrerer Ausstellungen verantwortlich, u.a. über die Familie Sapieha (Wawel, 2011) sowie die Zeichnungen von Jacek Malczewski aus der Sammlung Lanckoroński (Internationales Kulturzentrum Krakau, 1995).

Krönender musikalischer Abschluss war ein Konzert junger Musikerinnen (Liming Zhang – Klavier, Anna Gutowska - I Violine, Sharon Cho - II Violine, Natalia Binkowska - Bratsche, Vida Vujic – Cello), die das Quintett für Klavier, 2 Violinen, Viola und Violoncello von Dimitrij Schostakovitsch zur Aufführung brachten.

Photos: Adam Jaskot

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