Ignacy Feliks Dobrzynski - der Komponist im Schatten Chopins

Univ.- Prof. Dr. Irena Poniatowska

Am 7. Mai 2011 fand in der Polnischen Akademie der Wissenschaften - Wissenschaftliches Zentrum in Wien ein Vortrag der Musikwissenschaftlerin Univ.-Prof. Dr. Irena Poniatowska (Universität Warschau) zum Thema „Ignacy Feliks Dobrzyński – Komponist im Schatten Chopins“ statt.
Zu Beginn des Abends richtete Prof. Bogusław Dybaś, der Direktor der Polnischen Akademie der Wissenschaften - Wissenschaftliches Zentrum in Wien, sein traditionelles Grußwort an das zahlreich erschienene Publikum. Anschließend richtete der Präsident der Internationalen sowie der Österreichischen Chopin-Gesellschaft, Prof. Dr. Theodor Kanitzer, der mit Frau Prof. Poniatowska in deren Eigenschaft als Vizepräsidentin der Polnischen Chopin-Gesellschaft seit vielen Jahren eng verbunden ist, sein Grußwort an die Gäste.

Univ.-Prof. Dr. Irena Poniatowska sprach in ihrem Vortrag über die Beziehungen zwischen Ignacy Feliks Dobrzyński und Fryderyk Chopin. Sie studierten gemeinsam an der Szkoła Główna Muzyki (Hauptschule für Musik) in Warschau. Ihr gemeinsamer Professor, Józef Elsner, attestierte Dobrzyński „hervorragendes Talent“, Chopin aber „musikalisches Genie“. Chopin emigrierte, Dobrzyński jedoch blieb in Polen.

Dobrzyńskis musikalischen Ambitionen waren breit gestreut. Er versuchte sich in vielen unterschiedlichen musikalischen Gattungen und komponierte Symphonien, Opern, Kammermusik, Klaviermusik sowie Lieder. Seine „Symfonia Charakterystyczna“ wurde beispielsweise in Wien im Jahre 1836 zur Aufführung gebracht. Die schwierige Situation in Polen erschwerte jedoch die musikalische Entwicklung und Karriere Dobrzyńskis, auf die Aufführung seiner Oper „Monbar“ musste er ein Vierteljahrhundert warten. Der Vortrag wurde durch zahlreiche Hörbeispiele aus dem musikalischen Werk Dobrzyńskis  veranschaulicht. Der Intertextualität sowie der wechselseitige Inspiration von Dobrzyński und Chopin am Beispiel ihrer Klavierwerke wurde besondere Augenmerk geschenkt.

Die Referentin ist seit vielen Jahren mit dem musikalischen Werk und Leben von Chopin wie von Dobrzyński verbunden. Sie war von 1975 bis 1990 Leiterin des Wissenschaftlichen Rates und danach Vizepräsidentin der Chopin-Gesellschaft in Warschau, seit dem Jahr 1994 leitet sie die Polnische Chopin-Akademie. Seit dem Jahr 2001 leitet sie auch das Programmkomitee des Nationalen Fryderyk Chopin-Instituts. In den Jahren 1999 und 2010 war sie Vorsitzende der Chopin-Kongresse. Ihre wissenschaftlichen Interessen gelten der Klaviermusik, Pianistik, Rezeption der Musik sowie der Musikkultur und deren ästhetischen und sozialen Rahmenbedingungen. Sie veröffentlichte eine Vielzahl von Studien, Artikeln und Büchern, u.a. über den Klaviersatz bei Beethoven (1972), über Klaviermusik und Pianistik im 19. Jh. (1991), über die Rezeptionsgeschichte der Musik Chopins (2009) sowie über polnisches Musikschaffen in der 2. Hälfte des 19. Jh. (2010). Sie ist Verfasserin der Kommentare zu zahlreichen Faksimileausgaben von Chopins Autographen Weiteres ist sie die Herausgeberin des fünfbändigen Werks: Chopin im Kreise der Freunde (1995-1999).

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