325 Jahre Entsatz von Wien mit König Jan III. Sobieski

Festakt

Der Erinnerung der Schlacht des Entsatz von Wien war eine feierliche Gedenkfeier gewidmet, die am 15. September 2008 im Großen Festsaal der Universität Wien stattfand und vom Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien gemeinsam mit der Österreichisch-Polnischen Gesellschaft organisiert wurde.
Zahlreiches Publikum fand sich in diesem schönen Saal ein, der auch für seine Deckengemälde von Franz Matsch und den Gemälden von Gustav Klimt, die aufgrund von Differenzen inhaltlicher Art nicht realisierten  wurden, bekannt ist. Vertreter der Botschaft der Republik Polen waren anwesend sowie ein Vertreter der Botschaft der Türkei, Repräsentanten von Universitätsinstituten und Akademien sowie viele in Wien lebende Polen, für die der Jahrestag der Schlacht von Wien, in der der polnische König Jan III. Sobieski eine so bedeutsame Rolle gespielt hat, seit jeher eine ganz besondere Bedeutung hat.
Nach einer musikalischen Ouvertüre begrüßte Prof. Dr. Theodor Kanitzer, Präsident der Österreichisch-Polnischen Gesellschaft, die Gäste auf das Herzlichste und erinnerte an dieser Stelle auch an die Feierlichkeiten rund um den 300. Jahrestag der Schlacht im Jahre 1983, zu deren Anlass in Wien auch ein Personenkomitee gegründet worden war, dem zahlreiche österreichische Persönlichkeiten angehörten. Auch der erste Besuch von Papst Johannes Paul II. in Österreich im September 1983 war mit diesem Gedenkjahr verbunden. Anschließend ergriff der außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Republik Polen, Dr. Jerzy Margański, das Wort und wies in seiner Rede  ausdrücklich auf die Bedeutung hin, die die  gewonnene Schlacht in der gemeinsamen polnisch-österreichischen Geschichte hat. In den beiden anschließenden Festvorträge wurde die Schlacht von Wien aus der Sicht der Historiographie analysiert und das Bild, das die Geschichtswissenschaft sowie auch das kollektive Gedächtnis nachträglich von dieser Schlacht zeichnet, kritisch beleuchtet. Prof. Bogusław Dybaś, Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien, ging in seinem Vortrag ausführlich auf die Funktion des kollektiven Gedächtnisses und den Begriff des "Erinnerungsortes" ein, der in den  letzten Jahren in der Geschichtswissenschaft gewissermaßen "Furore" gemacht hat. Vor diesem Hintergrund wurde der Frage nachgegangen, welchen Stellenwert die Schlacht im kollektiven Gedächtnis der einzelnen an der Schlacht beteiligt gewesenen Völker hat und welche Bilder - etwa das jenes der bewusst erzeugten Vorstellung einer kriegerischen Konfrontation zwischen der christlichen und der islamischen Welt - damit verbunden sind. Gewissermaßen aus österreichisch-türkischer Sicht näherte sich der Turkologe Univ.-Prof. Markus Köhbach, Institut für Turkologie der Universität Wien, der Schlacht. Er stellte die daran beteiligten Personen, insbesondere den türkischen Oberbefehlshaber, Großwesir Kara Mustafa, genauer vor und skizzierte in seiner Rede  den Verlauf der Schlacht sowie deren anschließende Widerspiegelung in den darauf folgenden Jahrhunderten. In der anschließenden Lesung brachte die Schauspielerin und Übersetzerin Liliana Niesielska dem Publikum den "Helden" der Schlacht, König Jan III Sobieski mit dessen eigenen Worten näher. Sobieski hatte an seine in Polen verbliebene Gattin, der französischem Adel entstammenden Marie Casimire Louise de la Grange d’Arquien Sobieska, zärtlich Marysieńka genannt,  aus Wien zahlreiche Briefe geschrieben, von denen Liliana Niesielska einen verlas. Nach einer kurzen Pause brachte der Chor der Polnischen Gemeinde in Wien "Gaudete" unter der musikalischen Leitung von Michał Kucharko Werke aus der Barockzeit zur Aufführung, u.a. das  Werk "Laudate Dominum" von Kaiser Leopold sowie "Die Türkenschlacht von Wien" von Anton Schmelzer. Die Solostimmen wurden von Joanna Luto, Sopran sowie Tomasz Kufta, Bass, gesungen. Begleitet wurde der Chor vom Pandolfis Consort Wien.
Feierlich, gewissermaßen programmatisch, ging die Veranstaltung mit der Europahymne zu Ende.

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