Joseph Alexander Graf von Sułkowski, ein Favorit Augusts III Wettin. Politische Biographie (bis 1738)

Dr. Adam Perłakowski

Am 28. September 2009 stellte Dr. Adam Perłakowski, Historiker an der Jagiellonischen Universität Krakau, in einem Vortrag am Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien das Projekt seiner Habilitationsschrift vor, die der politischen Biographie von Aleksander Józef Sułkowski (1695-1762) gewidmet ist. Die Bedeutung Sułkowskis für die Politik des polnisch-sächsischen Staates wurde bis dato von den Historikern zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. So dominiert bis heute jenes Bild von Sułkowski,  das der polnische Romancier Józef Ignacy Kraszewski vom Leben am sächsischen Hof unter August III. Wettin gezeichnet hat und das durchaus mit der historischen Wahrheit übereinstimmt. Über die politische Tätigkeit von Sułkowski - Günstling des Thronfolgers Friedrich August II. und einziger Polen im Geheimen Kabinett dieses Königs - wissen wir aber in Wahrheit recht wenig. Bereits im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts begleitete Friedrich August auf seiner Reise durch Europa und  gewann dabei die Gunst des Prinzen. In den Zwanzigerjahren des 18. Jahrhunderts wurde er an den Hof als Diener August II. aufgenommen, im Anschluss daran wuchs sein Einfluss am Dresdner Hof kontinuierlich an. 1733 wurde er zum Kabinettsminister ernannt. Mit dieser Funktion hatte er einen enormen Einfluss auf die Innen- und Außenpolitik des polnisch-sächsischen Staates gewonnen. Es ist jedoch schwierig, den Umfang seiner Kompetenzen am sächsischen Hof und vor allem seine Rolle während des vorletzten Interregnums 1733-1736 im Detail nachzuzeichnen. Diese deutliche Lücke in der Forschung macht es nahezu unmöglich, die inneren und äußeren Umstände nachzuvollziehen, die mit dem Kampf um die polnische Thronfolge einhergingen – den Kampf in den Nachbarländern Polens u.a. Russland (das die sächsische Kandidatur unterstützte), Frankreich (das sich für Stanislaus Leszczyński stark machte) und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation involviert waren. Ziel der Habilitationsschrift von Dr. Adam Perłakowski ist es, das politische Wirken von A. J. Sułkowskis, insbesondere seine Position während des Interregnums (1733-1734) und die Frage seiner Entlassung im Jahr  1738 zu untersuchen, womit umfangreiche Recherchen in den Archiven von Wien verbunden sind. Zu berücksichtigen sind insbesondere Quellen diplomatischen Charakters, die im Haus-, Hof-, und Staatsarchiv aufbewahrt werden (Briefwechsel zwischen kaiserlichen Botschaftern und Residenten und Sułkowski sowie weiteren  Personen am Dresdner Hof August III.). Diese Quellen wurden bis dato von keinem polnischen Historiker, der sich mit der Erforschung der Geschichte Sachsens und der Adelsrepublik Polen-Litauen beschäftigt, genauer untersucht. Nach der Präsentation des politischen Lebensweges von Joseph Alexander Graf von Sułkowski, begleitet von einer Präsentation, die die Orte seines Lebens illustrierte, kam es noch zu einer Diskussion mit dem Referenten, deren Verlauf u.a. nach Rivalität zwischen Sułkowski und Minister Heinrich Graf von Brühl gefragt wurde.

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