Auf den Spuren polnischer Psychoanalytiker in Wien. Polnische Mitglieder der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung bis 1938

Univ.-Prof. Dr. Cezary Domański
Am 27. August 2012 hielt Univ.-Prof. Cezary Domański, Maria Curie-Skłodowska-Universität Lublin, in der Polnischen Akademie der Wissenschaften - Wissenschaftliches Zentrum in Wien im Rahmen der Kopernikusvorlesungen einen Vortrag zum Thema "Auf den Spuren polnischer Psychoanalytiker in Wien. Polnische Mitglieder der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung bis 1938”. Nach einem Überblick über die Entwicklung und Entstehung der Psychoanalyse und ihres Umfelds stellte der Referent polnische Wissenschaftler vor, die die  Theorie Freuds begeistertaufgegriffen hatten. Diese stellten im Hinblick auf ihre Nationalität im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn die zweitgrößte Gruppe dar, viele waren auch Mitglieder der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Manche haben zu Freuds Theorie auch selbstständige Forschungen beigetragen. Viele Polen begaben sich auch nach Wien, um sich mit der neu entstandenen Wissenschaft vertraut zu machen, die für die Hintergründe der Entstehung sowie die Heilungspraxis seelischer Krankheiten ein ganz neues Erklärungsmodell geschaffen hatte.  Das Interesse an der Psychoanalyse reichte jedoch weit über das Gebiet der Donaumonarchie hinaus. Polen übersetzten Werke über die Psychoanalyse und verfassten eigene Arbeiten zu diesem Thema. Trotz der hevorragenden Arbeiten von Roman Markuszewicz, Gustaw Bychowski und Jan Kuchta auf diesem Gebiet, fehlen bis dato grundlegende Forschungen in Polen zu diesem Thema.
Im Vortrag wurde auch die Biographie einiger Wissenschaftler vorgestellt, die durch ihr Wirken die Zusammenarbeit zwischen  Polen und  Österreichern  auf wissenschaftlichem Gebiet sowie darüber hinaus festigten. Es sei auf die Habilitation von Gustaw Bychowski hingewiesen, die die Interpretation der Persönlichkeit des großen polnischen Dichters Juliusz Słowacki vor dem Hintergrund von dessem literarischen Werk umfasste.
In seinem Vortrag stellte Herr Prof. Domański die Frage, warum die Entwicklung der Psychoanalyse im unabhängigem Polen trotz der recht großen Gruppe der Polen in der Umgebung Freuds nicht auf fruchtbarem Boden fiel. Nach dem Referat entwickelte sich eine rege Diskussion, die hauptsächlich die Bedeutung der polnischen Nationalität für die im Referat genannten Psychoanalytiker betraf. An der Diskussion waren viele Zuhörer beteiligt.
Zum Ausklang des Abends kam ein Klavierkonzert in Ausführung von Piotr Kościk zur Aufführung. Dieser spielte die Sonate Nr. 32 C-Moll op. 111, Maestoso von Beethoven und sowie eines der Impromptus von F. Schubert  (in B-Dur op. 142 Nr. 3). Nach dem Konzert ging man zum inoffiziellen Teil der Veranstaltung im Rittersaal über, wo bei einem Glas Wein die Gäste über ihre Meinungen und Anmerkungen weiter diskutieren konnten.

Michał Tupaj

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