Dominikaner aus der polnischen Provinz auf Studienaufenthalt in Wien

Univ.-Prof. Dr. Slawomir Zonenberg:
Dominikaner aus der polnischen Provinz auf Studienaufenthalt in Wien zur Zeit des Mittelalters

Am 22. August 2012 fand im Nikolaus Kopernikus Saal im Wissenschaftlichem Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften die Vorlesung ,,Die Dominikaner aus der polnischen Provinz im Studium in Wien zur Zeit des Mittelalters“. Die Vorlesung hielt der Mediävist Prof. Sławomir Zonenberg. Er ist Mitarbeiter am Forschungsinstitut für mittelalterliche Geschichte am Institut für Geschichte und internationale Beziehungen an der Kasimir der Große Universität in Bydgoszcz.
In der Vorlesung wurden die Dominikaner aus der polnischen Provinz, die zum Studium nach Wien gesandt waren, vorgestellt. Prof. Zonenberg stellte fest, dass sie im Mittelalter an insgesamt 24 westeuropäischen Universitäten studierten. Am öftesten reisten sie nach Köln, Bologna, Padua, Paris, Perugia und Wien.
Die Entwicklung, Dominikaner zum Studium ins Ausland zu senden, reicht in das Jahr 1217 zurück. Begonnen wurde diese Tradition vom Dominikaner Guzmán. Man muss festhalten, dass vor der Auslandsreise eines Dominikaners, die eine große Auszeichnung darstellte, dieser eine angemessene Ausbildung an der in seiner Provinz befindlichen Schule genossen haben musste. Er musste die lateinische Sprache, die Grundlagen des logischen Denkens und der Ethik von Aristoteles einwandfrei beherrschen. Jeder Mönch war mit einem Kloster verbunden, owohl er zu weiteren entsandt wurde, musste er als filius nativus in sein Heimatkloster zurückkehren.
Unter jenen, die aus der polnischen Provinz zum Studium nach Wien zurückkehrten, sind Maciej Hayn, Kaspar Rewirgasse und Wacław Spremberg zu nennen. Der erste Dominikaner, der sich für ein Studium an der Universität Wien meldete, war Jan aus Preußen.
In seiner Vorlesung stellte Herr Prof. Zonenberg auch die Gründe für Wahl von Wien als Studienort der Dominikaner dar. Von Bedeutung war die geographische Nähe zwischen Wien und Südpolen, auch das hohe Bildungsniveau war attraktiv. Professor Zonenberg nannte auch den Dominikaner Dominik Mann aus Liegnitz, der für die meisten Dominikaner zum Vorbild geworden ist. Er machte unter allen Mönchen aus der polnischen Provinz, die in Wien studierten, die größte wissenschaftliche Karriere. Er war auch Autor von einigen Bänden von Predigten, die von ihm in lateinischer Sprache verfasst wurden und autobiographische Züge tragen.  
Am Ende des Vortrags fand eine Diskussion statt. Man stellte Fragen zu den Predigten und zum Sitz der Abtei der Dominikaner aus der Provinz. Obwohl das Mittelalter im Zentrum des Beitrags stand, entwickelte sich eine Diskussion über den Wert der Kenntnisse und Nützlichkeit des Lateinischen in der heutigen Welt.

Photos: Piotr Matuszek

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