Krise der Jugend. Warschau und Wien zwischen 1929 und 1938/39

Mag. Izabela Mrzygłód

Am 26. September 2012 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien eine Vorlesung zum Thema „Die Krise der Jugend. Wien und Warschau zwischen 1929 und 1938/39“ statt, die von Mag. Izabela Mrzygłód im Rahmen der Vorlesungsreihe „Präsentationen junger WissenschaftlerInnen“ vorgetragen wurde. Mag. Mrzygłód, zur Zeit Doktorandin am Historischen Institut der Universität Warschau, wurde vom Direktor des Zentrums, Professor Bogusław Dybaś, vorgestellt, der die große Erfahrung der jungen Wissenschaftlerin betonte. Mag. Mrzygłód war u.a. im akademischen Jahr 2011/2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Imre Kertesz Kolleg an der Universität Jena.

Mag. Mrzygłód unterstrich in der Einführung zu ihrer Vorlesung, dass das vorgetragene Referat die erste Etappe ihrer Forschung über Jugend (unter diesem Begriff versteht die Referentin eine relativ differenzierte Gruppe der Menschen zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr) in Wien und Warschau bildet. Die Vortragende präsentierte sehr eindringlich den Verlauf der großen Wirtschaftskrise in Österreich und Polen und deren enormen Einfluss auf das Alltagsleben in beiden Ländern. Während ihrer Vorlesung stellte Mag. Mrzygłód dem Publikum eine Liste der Fragen dar, die sie in ihrer Dissertation beantworten möchte (z.B. den Einfluss der Krise auf das Familienleben, die Anpassungsstrategien der Haushalte etc.). Besonders hob sie ein zentrales Problem der damaligen Epoche hervor, das in direkter Verbindung zu großen sozialen Umwälzungen stand,  die steigende Radikalisierung der Jugend, die von den damaligen politischen Parteien nicht beherrscht werden konnte.

Im weiteren Teil ihres Referates präsentierte Mag. Mrzygłód nicht nur den Forschungsstand (man muss betonen, dass die Probleme der Jugend in der damaligen Zeit von der österreichischen Historiographie viel besser bearbeitet wurden), sondern auch die Ziele ihrer Arbeit und Forschungsmethoden. Mag. Mrzygłód zufolge seien Interviews, die in den 1980-er Jahren in Österreich mit den Menschen durchgeführt wurden, deren Jugend in der besprochenen Epoche stattfand, angesichts der kleinen Anzahl anderer Quellen (Tagebücher, Briefe), von größter Bedeutung, obwohl man zugleich betonen muss, dass sie wegen des zeitlichen Abstandes und späterer Erfahrungen dieser Menschen ( II. Weltkrieg) vorsichtig behandelt werden müssen. Da die Warschauer Archive während des Krieges zerstört wurden, spielt für die Wissenschaftler die Tatsache, dass sich in den 1930-er Jahren die Soziologie in beiden Ländern rapid entwickelte, eine enorme Rolle. Diese Feststellung ist umso wichtiger, weil sich die damaligen Wissenschaftler mit denselben Problemen befassten (sie erforschten z.B. die Lebensbedingungen der Arbeitslosen).
Unmittelbar nach der Vorlesung beantwortete Mag. Mrzygłód Fragen des Publikums. In ihren Antworten präzisierte sie z.B. ihre Einstellung gegenüber der Methoden der oral history. Der Abend wurde mit einem Konzert des Pianisten Piotr Kościk beschlossen, der Franz Schuberts Impromptus (Op.142 Nr. 2 und Nr. 4) zur Aufführung brachte.

Tadeusz Skwara

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