Unbeteiligte und Betroffene

Konferenz

In der Zeit von 11. – 12. Oktober 2012 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften eine wissenschaftliche Tagung unter dem Titel „"Unbeteiligte" und Betroffene. Aspekte der Wahrnehmung der Konzentrationslager während des Zweiten Weltkrieges sowie nach Kriegsende“ statt. Die Tagung wurde vom Direktor des Zentrums, Prof. Bogusław Dybaś, eröffnet, der betonte, dass diese Konferenz die zweite zu diesem Thema ist, die vom Zentrum veranstaltet wurde. Die erste Tagung fand vor zwei Jahren statt, ein dazugehöriger Tagungsband wurde Anfang Januar 2013 veröffentlicht. Die Ehrengäste der Tagung waren S.E. Detlev Rünger, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich, und Minister Oliwiński, Leiter der Konsularabteilung der Botschaft der Republik Polen.                                                              
An der diesjährigen Tagung nahmen 13 Vortragende aus Polen und Österreich teil. Die Themen ihrer Referate waren unterschiedlich, es dominierten solche, die sich mit der offiziellen Erinnerungspolitik der Nachkriegsstaaten - sowohl jene der Volksrepublik Polen als auch jene der Republik Österreich auseinandersetzen. In zwei Referaten wurde die Bemühungen um den Erahlt der auf dem Gelände der ehemaligen Konzentrationslagern verbliebenen Gebäude und Märtyrerorte seitens zahlreicher Häftlinge aus verschiedenen Ländern dargestellt. In einigen Vorträgen wurde die Auseinandersetzung der heutigen Bewohner der Ortschaften unweit der ehemaligen Lager mit der schrecklichen Vergangenheit dieser Orte erörtert. Dies ist ein sehr schwieriger Prozess, u.a. auch deshalb, da sich Zeitzeugen nicht selten erst am Sterbebett dazu entscheiden, ihr Schweigen zu brechen. Eine der populärsten Methoden der heutigen Geschichtsforschung ist die sg. oral history. Zwei Referenten sprachen über ihre Erfahrungen aus den Gesprächen mit den ehemaligen KZ-Häftlingen, die nicht einmal ihren Familien über ihre Erlebnisse berichten wollten. Gleichzeitig machen sie ihren Angehörigen Vorwürfe, dass sie sich für die Vergangenheit des Vaters bzw. der Mutter nicht interessierten und bringen den Wunsch zum Ausdruck, dass die Erinnerung an die Opfer der KZs nicht in Vergessenheit gerät. In zwei Referaten wurde das Problem der Einbindung der KZ in das wirtschaftliche System des Dritten Reiches betont, von der deutsche Firmen profitierten. Von besonderem Gewicht war der Vortrag der bekannten Dolmetscherin, Frau Joanna Ziemska, die über die Kriegserlebnisse ihres Vaters, eines Häftlings des KZ Gusen, und seinen Kampf um die Bewahrung der Reste des Lagers vor der Zerstörung sprach.                         
Alle Konferenzteilnehmer waren sich darüber einig, dass diese Tagung sehr erfolgreich war. Frau Danuta Nemling, ehemals Häftling des Lagers Ravensbrück und eine aktive Teilnehmerin der Konferenz, war den Veranstaltern der Tagung und allen Referenten für ihr Engagement im Kampf um die Erinnerung an die Opfer sehr dankbar.

Tadeusz Skwara

Photos: Adam Jaskot

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