Stefan Manczarski - Von der Radiotechnik zur Parapsychologie

Krzysztof Dąbrowski

Am 7. Februar 2013 fand an der Polnischen Akademie der Wissenschaften - Wissenschaftliches Zentrum in Wien der Vortrag von Krzysztof Dąbrowski "Stefan Manczarski – von der Radiotechnik zur Parapsychologie" statt. Dieser Vortrag war bereits der fünfte Vortrag im Rahmen des Zyklus Unbekannte Berümtheiten, der am Zentrum in Zusammenarbeit mit dem Verein Polnischer IngenieurInnen in Österreich organisiert wird und zum Ziel hat, zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratene polnische Techniker einem größeren Personenkreis vorzustellen. Bis dato wurden u.a. Stefan Kudelski und  Jan Czochralski vorgestellt.
In seinem Vortrag stellte Krzysztof Dąbrowski die wissenschaftliche Leistungen und die ungewöhnlich breit gefächerten Forschungsinteressen - von Funktechnik bis Parapsychologie - Stefan Manczarskis vor. Stefan Manczarski, ein Pionier der Funktechnik in Polen, studierte von 1917 bis 1923 an der Fakultät für Elektrotechnik am Warschauer Polytechnikum. Bereits als Student konstruierte er in Polen einen der ersten Radioempfänger, später konstruierte er die ersten polnischen Antennen. Von 1925-26 konstruierte er billige Radioempfänger von einfacher Bauart, jedoch von hoher Empfangsqualität. Sie wurden an einigen Produktionsorten hergestellt und trugen so zur Verbreitung des Radios bei. In der Folge arbeitete er auch mit dem Polnischen Rundfunk sowie der Warschauer Post- und Telegraphenverwaltung zusammen.
Er war auch bereits in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts an den Anfängen des Fernsehtechnik beteiligt, ein von ihm entwickelter Fernsehempfänger wurde 1929 bei der Allgemeinen Landesausstellung in Posen gezeigt. 
Während des Zweiten Weltkriegs trug Stefan Manczarski auch zur Funkverbindung zwischen der polnischen Widerstandsbewegung und dem Ausland bei. Er war technischer Berater für die Heimatarmee und beriet diese beim Einsatz von Funkantennen für konspirative Funkstationen. Er entwickelte auch eine Antenne, die es unmöglich machte, Funkstationen zu lokalisieren. Zur Zeit des Warschauer Aufstands installierte er einen lokalen Rundfunksender in der Warschauer Altstadt. Nach dem Krieg arbeitete er u.a. für das staatliche Radio- und Televisionsunternehmen. Er leistete auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung geophysischer Observatorien und organisierte wissenschaftliche Exkursionen nach Spitzbergen und in die Antarktis.
Der Referent betonte, dass die Forschungsinteressen von Stefan Manczarski außergewöhnlich breit gefächert waren. Er befasste sich auch mit den Grundlagen der Kybernetik und der Informationstheorie, die für die Informatik von großer Bedeutung waren. Stefan Manczarski hat auf zahlreichen Gebieten große Errungenschaften vorzuweisen, viele davon fanden praktische Umsetzung, andere wurden zur Grundlage der Entwicklung von neuen Forschungsrichtungen.
Nach dem Vortrag brachten Piotr Kościk und Jacek Stolarczyk ein kleines Konzert zur Aufführung. Zum Ausklang des Abends wurden die Gästen anlässlich des "fetten Donnerstags", der in Polen am letzten Donnerstag im Fasching traditionellerweise mit Krapfen gefeiert wird,  mit dieser Faschingssüßspeise bewirtet.

Anna Głowacka

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