Wiener Ossoliniana

Mag. Eva Hüttl-Hubert

Am 21. März 2013 fand im Jan III Sobieskisaal ein Vortrag von Frau Mag. Eva Hüttl-Hubert über Wiener Ossoliniana statt. Dieser Vortrag wurde in Zusammenarbeit mit dem Klub der Professoren am Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien veranstaltet. Professor Bogusław Dybaś, Direktor des Zentrums, sowie Professor Elżbieta Wiedner-Zając, Vorsitzende des Klubs der Professoren, begrüßten die Gäste.

In ihrem Vortrag stellte die Referentin, die Mitarbeiterin der Österreichischen Nationalbibliothek ist, die Aufbewahrungsorte der sogenannten Ossoliniana vor, von denen sich ein Teil in der Bibliothek des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien (Büchersammlung von Otto Forst de Battaglia als Außenstelle des Ossolineums in Wrocław) befindet.

Der polnische Schriftsteller, Literatur- und Kulturhistoriker sowie Mäzen Józef Maksymilian Ossoliński (1748-1826) erlangte vor allem durch seine Gründung des Nationalinstituts Ossolineum in Lemberg im Jahr 1817 Ruhm. Diesem übertrug er eine höchst umfangreiche Büchersammlung. Sein Leben und Wirken sind Thema zahlreicher Studien und Publikationen, bis heute jedoch fehlen gründliche Archivstudien, so dass vieles aus seinem Leben und Wirken noch unbekannt ist. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit war Ossoliński auch als Botschafter für galizische (polnische) Angelegenheiten politisch aktiv. Neben Stanisław Fürst Jabłonowski, Mikołaj Potocki, Jan Batowski sowie Jan Graf Bąkowski wurde auch er  mit einem Memorandum bezüglich der Verabschiedung einer Verfassung für Galizien zu Kaiser Leopold entsandt. Infolge des plötzlichen Todes des Herrschers sowie der Ablehnung des Projekts seitens seines Nachfolgers Franz II. kam es nicht zu dieser Restrukturierung, es gelang Ossoliński jedoch, beim Kaiser gewisse Zugeständnisse sowie kleine Privilegien für die Polen zu erhalten.

Die Verbindungen von Ossoliński ermöglichten es ihm auch, in Zusammenarbeit mit Michał Harasimowicz die erste polnische Tageszeitung, ”Dziennik Patrjotycznych Polityków” herauszugeben.
Ossoliński heiratete im Jahr 1785 eine enge Verwandte, Teresa Jabłonowska. Die Ehe blieb kinderlos und wurde nach sechs Ehejahren geschieden. Nach der Scheidung wohnte Józef Maksymilian Ossoliński in Wien, 1820 siedelte er sich  in der Alleegasse in Baden an. Den Haushalt führte Klotylda z Kubinów de Auerrod Ellmauerowa (sie verstarb 1822).  1809 wurde deren Tochter Kamila geboren (sie verstarb 1843 in Wrocław), die von Ossoliński sehr geliebt wurde. Sie war musikalisch und auch als Bildhauerin begabt. Ossoliński hinterließ ihr einen Teil seines Erbes.

In seinem Testament gab Ossoliński genaue Anweisungen bezüglich seines Nachlasses, seiner Sammlungen sowie seines Eigentums. Auch seine Wünsche bezüglich seiner Beerdigung hielt er fest. Der Verstorbene wurde unter großer Anteilnahme des polnischen Adels zur letzten Ruhe gebettet. Seine Grabstätte befindet sich am Matzleinsdorfer Friedhof in Wien, der bereits im 19.Jhdt. teilweise demoliert wurde, so dass sein Grab nicht erhalten ist.

Am Ende ihres Vortrages erinnerte Mag. Eva Hüttl-Hubert an die Ausstellung  „Polens Historische Schätze. Das Nationalinstitut Ossolineum zu Gast in Wien", die 2009 im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek gezeigt wurde. Diese Ausstellung zeigte die wertvollsten Exponate aus dem Ossolineum in Wrocław sowie der Lemberger Biblioteka im. V. Stefanyka und stellte die einmalige Gelegenheit dar, diese in Wien zu sehen.

Nach dem Referat kam es zu einer lebhaften Diskussion, in deren Verlauf nach der Ausstellung, der Zugänglichkeit der Sammlungen Ossolińskis in Lemberg, nach Details aus seinem Leben sowie Bemühungen, seines Lebens und Wirkens in Form einer nach ihm benannten Straßenfläche in Wien zu gedenken, gefragt wurde.

Nach dem Vortrag dankte Professor Dybaś der scheidenden Vorsitzenden des Klubs Professor Elżbieta Wiedner-Zając und resümierte auch die Geschichte des seit 2004 bestehenden Klubs. Initiatorin des Klubs war die damalige Botschafterin der Republik Polen in Österreich, Professor Irena Lipowicz. Auch die neue Vorsitzende des Klubs, Univ.-Lektorin Mag. Joanna Ziemska, wurde vorgestellt.

Feierlicher Schlussakzent des Abends war ein der Pianistin und Komponistin Elżbieta Wiedner-Zając gewidmetes Konzert, dessen Ausführende Piotr Kościk – Klavier, Krzysztof Kokoszewski und Jacek Stolarczyk – Violine sowie Jacek Obstarczyk – Klavier waren. Auf dem Programm standen Werke von Chopin, Beethoven und Prokofjev sowie eine Klezmer Rhapsodie in Bearbeitung von Jacek Obstarczyk.

Lidia Gerc

fot.: Adam Jaskot

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