Eine polnische Jelinek ?

Joanna Ziemska

Am 15. April 2013 hielt Joanna Ziemska im Jan III Sobieski-Saal einen Vortrag zum Thema "Eine polnische Jelinek: Zur Übertragbarkeit der österreichischen Bezüge und der Intertextualität bei Jelinek ins Polnische sowie zur Rezeption der Nobelpreisträgerin in Polen", in dem sie über die Übertragbarkeit der österreichischen Bezüge und der Intertextualität der Werke von Elfriede Jelinek sowie der Rezeption der Nobelpreisträgerin in Polen referierte.
In seinen einführenden Worten begrüßte Prof. Bogusław Dybaś die Gäste und stellte anschließend die neue Vorsitzende des Klubs der Professoren Joanna Ziemska vor. Joanna Ziemska studierte an der Universität Wien Translatationswissenschaften, Slawistik und Kunstgeschichte. Sie ist Übersetzerin und Dolmetscherin sowie Universitätslektorin am Zentrum für Translationswissenschaft an der Universität Wien.
Zu Beginn ihres Vortrages stellte die Vortragende die Biographie von Elfriede Jelinek vor und wies auch auf die biographischen Einflüsse auf deren Werk hin, das in Polen eher kritisch rezipiert wird, u.a. auf den Besuch der Klosterschule sowie die psychische Erkrankung ihres Vaters.
Anhand von zahlreichen Beispielen des deutschen Originaltextes von Elfriede Jelinek sowie deren polnische Übersetzung zeigte Joanna Ziemska die Schwierigkeiten, mit denen der Übersetzer konfrontiert ist, die u.a. aus der Vieldeutigkeit und der Musikalität und Rhythmik ihrer Sprache resultieren. Die vorgestellten Übersetzungsbeispiele wurden aus dem Roman Die Liebhaberinnen, Die Ausgesperrten sowie Wir sind lockvögel, baby!, die alle drei von Joanna Ziemska und  Anną Majkiewicz übersetzt wurden, ausgewählt. Diese Beispiele zeigten die mögliche Variantenvielfalt der Übersetzung einschließlich der intertextuellen Bezüge eindrucksvoll.  
Nach dem Vortrag kam es zu einer lebhaften Diskussion, die zeigte, welch zahlreiche Emotionen das künstlerische Schaffen von Elfriede Jelinek hervorzurufen vermag.  U.a. wurde auch nach Übersetzungsvarianten gefragt. Die Diskussion mit der Referentin und Übersetzerin wurde nach dem Konzert weitergeführt.
Im Anschluss an die Diskussion brachten Piotr Kościk (Klavier) sowie Jacek Stolarczyk (Violine) Werke von Franz Liszt (Sonett von Petrarca 104) sowie Wolfgang Amadeus Mozart (Sonate für Klavier und Violine in B-Dur, KV 454) zur Aufführung.

Lidia Gerc

fot.: Adam Jaskot

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