Integracja polityczna Polaków w Austrii

Buchpräsentation

Am 4.Oktober 2013 fanden die Präsentation des Buches „Integracja polityczna Polaków w Austrii” sowie eine Diskussion unter Teilnahme einer der Autorinnen des Buches, Ewa Nowak (Lublin), und Prof. Grzegorz Janusz (Lublin) statt.
Prof. Bogusław Dybaś, der Direktor des Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien, begrüßte alle eingetroffenen Gäste sehr herzlich. Zu Beginn des Treffens sprach er Artur Lorkowski, Botschafter der Repulik Polen in Wien, Kazimierz Fordon, Konsul der Botschaft der Republik Polen in Österreich, Teresa Kopeć, der Vorsitzenden des Forums der Polen in Österreich, und Zofia Beklen, der Vorsitzenden der Wiener-Krakauer Kultur Gesellschaft seinen besonderen Dank für deren Kommen aus. Prof. Dybaś schilderte die Anfänge des Projektes, das auf Grund der Initiative von Ewa Nowak im Herbst 2008 ins Leben gerufen worden war und in Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Zentrum durchgeführt wurde. Direktor Dybaś stellte die Diskussionspartner sowie die weiteren Mitautoren des Buches, Frau Dr. Ryszarda Ewa Bernacka (Lublin) und Dr. Rafał Riedl (Opole), vor.
Anschließend präsentierte Frau Dr. Nowak die Hauptthesen des Projektes, dessen Ziel es war, die politischen Integration in Wien lebender Polen sowie die diese beeinflussende Faktoren zu erforschen. Die Autorin wies auf das bis dato geringe Forschungsinteresse seitens Politologen und Historiker an der Thematik der Integration von Migranten in das politische System des Ziellandes hin. Im Rahmen des Projekts wurden drei Hauptfaktoren untersucht, die politische Integration, worunter der Einstieg in ein neues politisches System verstanden wird, die politische Kultur, worunter die Einstellung einer Emigrantengruppe zum politischen System des Ziellandes verstanden wird, sowie die soziale Identität. Die Forschungen wurden mittels qualitativer und quantitativer Untersuchungsmethoden durchgeführt - anhand fokussierter Interviews mit 19 Personen sowie anhand der Befragung von 107 Menschen mittels Fragebogen. Die Untersuchungen ergaben u.a., dass die in Wien lebenden Polen an der politischen Situation Wiens größeres Interesse haben als an jener Polens. Frau Dr. Nowak betonte auch, dass die Forschungen mit Hilfe anderer Untersuchungsmethoden fortgesetzt werden sollen.
In seinem anschließendem Statement betonte Prof. Janusz die Bedeutung dieser Untersuchung. In Bezug auf die Schlussforderungen der dargestellten Arbeit stellte Prof. Janusz fest, dass die Gruppe polnischer Migranten in Deutschland der Gruppe polnischer Migranten in Österreich am ähnlichsten wäre. Die polnische und österreichische Gesellschaft haben einen ähnlichen kulturellen Hintergrund und eine ähnliche Geschichte. Bereits zur Zeit der polnischen Teilungen emigrierten Polen nach Wien. So konnte nachgewiesen werden, dass Polen in Österreich nicht als Fremde betrachtet werden und die Immigranten keine Probleme haben, sich in die österreichische Gesellschaft zu integrieren. Prof. Dybaś wies auch darauf hin, dass es für die Projektausführenden nicht leicht waren, Personen zu finden, die bereit waren, an der Untersuchung teilzunehmen. Auch wurde die große Bedeutung der Polnischen Schule in Wien betont und der Polnischen Kirche für ihr vielfältiges Wirken Dank ausgesprochen.

Anschließend kam es zu einer Diskussion unter Teilnahme des Publikums. Als erster ergriff Adam Lorkowski, Botschafter der Republik Polen, in Wien das Wort. Er betonte die Bedeutung der Kommunikation im Rahmen von Forschungen auf diesem Gebiet. Anschließend fragte er nach Größe und Kriterien, nach denen die untersuchte Gruppe ausgesucht wurde, sowie nach den Aktivitäten der Polen im Rahmen der polnischen Kirche, der polnischen Schule sowie in Organisationen der Polonia in Österreich. Der Botschafter fragte auch danach, inwieweit die ausgewählte Gruppe mit den Forschungsergebnissen im emotionalen Bereich korreliert, die zweite Frage galt der Frage nach der passiven und aktiven Einstellung der in Österreich lebenden Polen. Er betonte, dass dieses Buch das erste Buch war, das er nach seiner Ankunft in Wien gelesen hätte. Dessen Lektüre ermöglichte es ihm, das politische Potenzial der in Wien legenden Polen einzuschätzen. In der Folge erhob sich eine weitere Frage, inwieweit die in Wien lebenden Polen eine wichtige Zielgruppe für österreichische Politiker darstellen, wie dies etwa bei Serben und Türken der Fall ist.
Frau Dr. Nowak antwortete, dass die Auswahl der befragten Personen durchaus bewusst erfolgt war, da sie sich für Polens Probleme sowie die politische Situation interessieren sollten. Die Befragten entstammten ganz unterschiedlichen Milieus. Sie stellte auch fest, dass nicht aktiv nach der aktiven Teilnahme an der österreichischen Politik gefragt wurde, erachtete aber eine solche Frage für sehr hilfreich für weitere Forschungen. Zusammenfassend stellte sie fest, dass sich die Aktivitäten der in Wien lebenden Polen größtenteils auf das kulturelle Leben beschränkten. Prof. Janusz fügte hinzu, dass die polnischen Migranten in einer pyramidenförmigen Struktur darstellt werden können, deren Basis jene sind, die kein Interesse an kulturellen Aktivitäten haben, da sie lediglich aus finanziellen Gründen nach Wien immigriert wären. Er räumte jedoch zu, dass wir eine ähnliche Situation bei Migranten in Polen beobachten können, die sich auch nicht für das Gemeinschaftsleben interessierten. Prof. Dybaś betonte die Bedeutung der Polnischen Kirche, die auf vielen Wegen zu in Österreich lebenden Polen Kontakt findet. Das größte Problem ist jedoch, dass unter den polnischen Emigranten, ebenso wie in Amerika, keine Einheit, besteht. Prof. Janusz sagte weiters, dass bei den Migranten aus Polen ein interessantes Phänomen zu beobachten wäre: Im Ausland ist ihr Engagement größer als in Polen. Eine weitere Bemerkung bezog sich auf die Veränderung der Polen in Wien während der letzten Jahre. Die jungen Polen leben heute in der europäischen Gemeinschaft, was die im Buch dargestellten Ergebnisse verändert. Auch die Frage nach Pendlern und deren Einfluss auf die Forschungsergebnisse wurde gestellt.
Frau Zofia Beklen gratulierte Frau Dr. Nowak und fügte hinzu, dass man im Fall der türkischen Emigranten über politische Emigranten sprechen kann. Herr Rotarski wandte sich mit dem Ersuchen um Unterstützung der Botschaft für die politische Aktivitäten von Polen in Österreich an den Botschafter Dieser riet, dass die Polen mittels Wahlen darauf Einfluss nehmen sollten. In einer langen Diskussion wurden zahlreiche neue Themen berührt, womit gezeigt wurde, dass es noch zahlreiche Probleme der in Österreich lebenden Polen zu untersuchen gilt.

 Anna Szarek

fot.: Adam Jaskot

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