Henryk Sławik. Ein polnischer Wallenberg

Filmpräsentation mit anschließender Diskussion

Am 22. Oktober 2013 wurde im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften der Dokumentarfilm „Henryk Sławik. Ein polnischer Wallenberg“ gezeigt. Anschließend wurde über den Film diskutiert.

Dieser Filmabend war eine Initiative des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften, der Botschaft der Republik Polen in Österreich und der ungarischen Botschaft in Österreich. Am Treffen nahmen der Botschaftsrat der Republik Polen in Österreich Romuald Szoka. der Botschaftsrat der Republik Ungarn in Österreich Gábor Hajas sowie der Botschafter der Ukraine in Österreich Andrii Bereznyi teil. An der Diskussion, die von der Dolmetscherin und Schauspielerin Dr. Liliana Niesielska moderiert wurde, nahmen Univ.-Prof. Dr. Szabolcs Szita (Universität Sopron, Holocaust Memorial Center) und Univ.-Doz. Dr. Heidemarie Uhl (Österreichische Akademie der Wissenschaften) teil.

Henryk Sławik verließ Polen in September 1939 und floh vor einer drohenden Verhaftung nach Ungarn. Dort wirkte er aktiv an der Gründung des Bürgerkomitees für die Betreuung polnischer Flüchtlinge mit und rettete auf diese Weise von 1940 bis 1944 nach Angaben von Yad Vashem mehr als 5000 Juden. Diese erhielten neue Dokumente, die ihnen die Flucht in den Westen ermöglichten, bevor 1944 die deutschen Truppen in Ungarn einmarschierten. Er arbeitete dabei mit József Antall sen., dem Bevollmächtigten der Regierung des Königreichs Ungarn zur Betreuung von Kriegsflüchtlingen, zusammen. Einige Monate nach dem Einmarsch der deutschen Truppen später wurde Sławik verhaftet. Er wurde am 25. oder 26. August 1944 im Konzentrationslager Mauthausen erschossen.

In der Diskussion nach der Filmpräsentation, die von Dr. Liliana Niesielska moderiert wurde, wies diese ausdrücklich auf die Verdienste hin, die sich Persönlichkeiten wie Sławik. Dr. Heidemarie Uhl verwies als Beispiel auf den Österreicher Anton Schmidt, der im Ghetto in Vilnius 300 Juden das Leben rettete. Gemeinsam versuchte man die Frage zu klären, warum deren heldenhaftes Verhalten heute weitgehend vergessen ist. Warum erinnert man sich heute kaum mehr an Sławik, Antall und weitere Personen, die unter Gefährdung ihres eigenen Lebens anderen das Leben retteten. Im abschließenden Resümee Prof. Dybaś stellte fest, dass das Leben von Henryk Sławik noch nicht ausreichend erforscht wurde und zahlreiche ungeklärte Faktoren einer näheren Erforschung bedürfen. 

Lidia Gerc

fot.: Adam Jaskot

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