Das Traktat „De institutione regii pueri” als Beispiel humanistischer Erziehungsideale

Vortrag und Symposium

Am 13. März 2014 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften die Präsentation des Projektes „Das Traktat „De institutione regii pueri” als Beispiel humanistischer Erziehungsideale" statt. Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms zur Entwicklung der Geisteswissenschaften der Republik Polen durchgeführt. Ziel des Projekts ist eine Neuherausgabe dieses zu Beginn des 16. Jh. am Königshof in Krakau verfassten Traktats vor dem Hintergrund vergleichbarer Traktate über die Erziehung künftiger Herrscher. Die Analyse des Inhalts dieses Traktats ermöglicht es, unmittelbare sowie allgemeine Parallelen zu ähnlichen Werken sowie zu weiteren schriftlichen Quellen, die in der Antike sowie zur Zeit des Mittelalters entstanden waren, festzustellen.

Nach der Begrüßung der Gäste durch den Direktor des Zentrums Prof. Bogusław Dybaś stellte dieser in der Folge die Referenten des Abends vor, Dr. hab. Piotr Oliński (Nikolaus Kopernikus-Universität Thorn), Dr. Ingrid Roitner sowie Univ.-Doz. Dr. Christian Gastgeber (Österreichische Akademie der Wissenschaften).

Zunächst stellte Piotr Oliński das Projekt sowie die bisherigen Forschungsergebnisse vor. Er erinnerte an jene Forscher, die sich bereits früher mit diesem Traktat beschäftigt hatten, und wies auf die Auffindung des Traktates hin, das Rozalia Rzewuska Lubomirski in der Österreichischen Nationalbibliothek "gefunden" hatte. Er berichtete auch über die Rolle des Gelehrten und Bibliothekars Christian Gottlieb Jöcher hin, der im 16. Jhd. die Erstellung eines alphabetischen Katalogs initiiert und das Traktat erwähnt hatte. Christian Gastgeber referierte in seinem Vortrag über die ikonographischen Aspekte der Handschrift der Handschrift sowie über die Schwierigkeiten der Auffindung des Traktats, mit dem auch die Problematik von dessen Bewertung, Herkunft und Datierung verbunden ist. Die Analyse von Einband, Größe, Material (Pergament und Papier) und Verzierungen erlauben weitere Rückschlüsse auf die Geschichte der Handschrift. Die Wasserzeichen erlauben es, Entstehungsort und -zeit des Papiers, auf dem das Traktat verfasst ist, zu bestimmen. Es gelang auch, die auf der letzten Seite befindlliche Zahl "309" zu identifizieren. Dabei handelt es sich um eine der Katalognummern, die für die Bestände der Österreichischen Nationalbibliothek im Jahr 1597 erstellt wurden. Dank dieses ersten Katalogs finden wir in einigen Publikationen Erwähnungen dieser Handschrift, u.a. auch - durchaus überraschend - im Frauenzimmer Lexicon aus dem Jahr 1715. Piotr Oliński widmete sich auch den Forschungen polnischer Historiker im 19. Jh., die sich mit der Frage der Verfasserschaft des Traktats befassten. Dabei wurde die Autorenschaft von Elisabeth von Habsburg ausgeschlossen (Aleksander Przezdziecki, Karol Szajnocha, Heinrich Ritter von Zeissberg, Józef Szujski).

Ingrid Roitner stellte als letzte Referentin die Biographie der Königin und ihrer Familie vor und bestätigte die These, die die Königin als Verfasserin des Traktats auschließt.

Lidia Gerc

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