Nicolaus Copernicus im NS-Theater und -Kulturfilm

Dr. hab. Marek Podlasiak

Am 8. Mai 2014 hielt Dr. hab. Marek Podlasiak, Institut für Germanistik der Nicolaus Copernicus-Universität in Thorn, einen Vortrag zum Thema "Nicolaus Copernicus im NS-Theater und - kulturfilm. 

Marek Podlasiak stellte in seinem Vortrag die Mechanismen der Vereinnahmung von Nicolaus Copernicus durch die nationalsozialistische Propaganda am Beispiel des "Heroendramas" "Kopernikus" von Friedrich Bethge und den Propagandafilm "Kopernikus" vor. Friedrich Bethge war einer der am häufigsten gespielten Dramatiker im Dritten Reich. Marek Podlasiak zeigte auch zahlreiche Archivaufnahmen von Inszenierungen der Stücke in Frankfurt am Main und Königsberg.

Der Propagandafilm "Kopernikus" wurde aus Anlass des 400. Todesjahres des Astronomen im Jahr 1943 von Kurt Rupli in den Prager Filmstudios gedreht. 

Der Referent zeigte auch ein Photo des von Josef Thorak entworfenen Kopernikusdenkmal. 1943 erfolgte die Grundsteinlegung in Thorn, doch wurde es infolge der historischen Ereignisse schlussendlich in der Geburtsstadt des Bildhauers in Salzburg errichtet. 

Im Anschluss daran sprach Univ.-Dozent Dr. Siegfried Mattl vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Der Koreferent nahm  zum Vortrag des Referenten mit äußerst lobenden Worten Stellung und äußerte auch seine Anerkennung über die Interpretation von Podlasiak über das Drama von Bethge.

Schöpfer der nationalsozialistischen Propagandapolitik waren auch die Lieblingskünstler des Führers Bethge und Thorak, wobei der Schlüssel zu deren Verständnis, so Dozent Mattl, deren antipolnische Ostpolitik ist. 

In der anschließenden Diskussion wurde nach dem weiteren Schicksal der Künstler sowie deren Werken gefragt. Marek Podlasiak antwortete, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowohl die Künstler selbst als auch deren Werke vergessen wurden und auch von der Literaturwissenschaft unbeachtet blieben.

Dozent Mattl erinnerte daran, dass während der Zeit des Nationalsozialismus u.a. auch von August Faust, Professor für Philosophie an der Universität Wien, philosophische Theoriengebäude entwickelt wurden. Damals entstand auch eine Zusammenstellung der bedeutsamsten deutschen Persönlichkeiten der Wissenschaft, denen auch Kopernikus hinzugerechnet wurde. Es wurde auch versucht, rund um diesen Astronomen ein philosophisches System zu errichten.

In ihrem abschließenden Konzert spielte die Pianistin Anna Piwosz die Sonate-Fantasie Nr. 2, op. 19, Teil 1 von Alexander Scriabin sowie „Reflets dans l’eau (Heft Images I)” von Claude Debussy .

Lidia Gerc

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