Meisterhaft und geheimnisvoll. Über die Zeichnungen Jan Matejkos aus den Beständen des Nationalmuseums in Krakau

Dr. Barbara Ciciora

Am 24. Juli 2014 fand im Rahmen der Präsentation von Forschungsprojekten der Stipendiaten der Lanckoroński-Stiftung der Vortrag von Dr. Barbara Ciciora unter dem Titel „Meisterhaft und geheimnisvoll. Über die Zeichnungen Jan Matejkos aus den Beständen des Nationalmuseums in Krakau” im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften statt. Der Direktor des Zentrums Prof. Bogusław Dybaś begrüßte die Gäste und stellte die Referentin vor. Dr. Barbara Ciciora ist Kunsthistorikerin undKustodin im Jan-Matejko-Haus (Abteilung des Nationalmuseums in Krakau) sowie Kuratorin  und Initiatorin von Ausstellungen zu Jan Matejko und der Historienmalerei.

Dr. Ciciora berichtete über ihr Forschungsprojekt, in dessen Rahmen sie die Inspirationsquellen Matejkos untersucht. Die Referentin sucht nach den  realen Gegenstände, die für Matejko zur Inspirationsquelle wurden und von diesen auf seinen Zeichnungen festgehalten wurden. Mit den Schlagworten „Die Zeichnungen Matejkos“ oder „Zeichnungen eines Historienmalers“ assoziiert man im Allgemeinen eine Reihe von vorbereitenden Skizzen bzw.mit Studien zu Gestalt und Gesamtkomposition, die der Entstehung eines Gemäldes vorangehen. Deren Anfertigung beruhte auf  Theorie und Malpraxis in den Werkstätten der Maler, die seit dem 16. Jahrhundert systematisch entwickelt wurden und später  zu einem Bestandteil der akademischen Ausbildung wurden. Infolgedessen  entstanden stark vereinheitlichte Zeichnungen und Ölskizzen, die von der individuellen Veranlagung der Künstler unabhängig waren. Von  ganz  anderem Charakter waren Matejkos Naturstudien. Sie spiegeln die sowohl im Hinblick auf die von Matejko bildlich umgesetzten intellektuellen und geschichtsphilosophischen Konzepte als auch im Hinblick auf seine künstlerische und menschliche Sensitivität für die Schönheit und Besonderheit seiner Umgebung die Individualität ihres Schöpfers wider. Darüber hinaus zeigen sie die individuelle Entwicklung Matejkos im scheinbar eng begrenzten Bereich der „Naturstudien“ wider  Im Zuge der Analyse dieser Studien stellt sich eine Reihe von Forschungsfragen, die sich nicht nur auf die praktische Seite der Arbeit in der Werkstatt eines Malers beschränken Zentralen Forschungsfragen gelten  den Zeichnungsnotizen als Mittel der wissenschaftlichen Erkenntnis, der Vorstellung  von Denkmälern auf Matejkos Zeichnungen, den Erinnerungeren des  Künstlers sowie dem kollektiven kulturellen Gedächtnis… (…) Ein solche Zugangsweise zu den Zeichnungen Jan Matejkos ist Resultat der Arbeiten an dem bereits fertiggestellten  ersten Band des Katalogs der Zeichnungen Jan Matejkos in den Beständen des Nationalmuseums in Krakau unter dem Titel „Naturstudien“.

Prof. Dybaś bedankte sich bei Dr. Ciciora für ihre äußerst interessante Präsentation und die Beschreibung von vielen unbekannten Zeichnungen aus den Beständen des Jan-Matejko-Hauses.

Nach dem Vortrag wurde die Referentin nach den Aufenthalten Matejkos in Wien sowie seiner eventuellen Beziehung  zu u. a. Hans Makart gefragt. Dr. Ciciora erklärte, dass Kontakte Matejkos zu anderen Künstlern aufgrund seiner mangelnden Deutschkenntnisse unmöglich waren. Zweifellos kannte er allerdings ihre Werke, da er seine Freizeit gerne in Museen verbrachte, wo er, beeindruckt von deren Beständen, stundenlang Skizzen anfertigte.

Lidia Gerc

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