Feierliche Enthüllung einer Erinnerungstafel, die der Geschichte des Polnischen Hauses in der Boerhaavegasse 25 gedenkt

Am 22. September 2014 wurde eine Erinnerungstafel enthüllt, die der Gründung und Geschichte des „Polnischen Hauses“ (Dom Polski) in der Boerhaavegasse 25 in Wien gedenkt.
Der Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś sowie die Vorsitzende des „Forums der Polen“ Teresa Kopeć hießen die zahlreich erschienenen Gäste willkommen und bedankten sich bei ihnen für ihr Kommen.  Die Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit des Botschafters der Republik Polen in Österreich Mgr Artur Lorkowski und des Generalkonsuls Andrzej Kaczorowski beehrt. Unter den weiteren Gästen waren u. a. Graf Mieczysław Ledóchowski, langjähriger Vorsitzender der Stiftung „Polnisches Haus“ und Aktivist der Polonia sowie - als Vertreter der Polnischen Akademie der Wissenschaften - dessen Kanzler Dr. Zdzisław Hensel sowie der Leiter der Abteilung zur Popularisierung der Wissenschaften Michał Kabata.
Prof. Dybaś  skizzierte die Geschichte des Polnischen Hauses, die von Prof. Władysław Kucharski gründlich erforscht worden war. Einer der Initiatoren des Ankaufs des Gebäudes war der Priester Julian Antoni  Łukaszkiewicz.  Im Jahre 1907 gründete er u. a. mit Dr. Henryk Monat, Karol Łoziński und Dr. Jan Lewicki die Polnische Volksschulgesellschaft (Polskie Towarzystwo Szkoły Ludowej, PTSL). Als Vorsitzender der Organisation sammelte der Priester die notwendigen finanziellen Mittel und kümmerte sich um organisatorische sowie finanzielle Angelegenheiten. So wurde das Gabäude in der Boerhaavegasse 25 im 3. Bezirk in Wien am 11. Dezember 1908 gekauft. Ofiziell wurde es als „Polnisches Haus” bezeichnet. Es diente nun als Schule, verfügte über eine Bibliothek, ein Kindertagesheim sowie als Büro der Polnischen Volksschulgesellschaft.  Während des Ersten Weltkriegs wurde das Haus zum Asyl für ca 20.000 galizische Flüchtlinge. Die folgenden Jahre waren für das „Polnisches Hau“ auch nicht einfach, insbesondere nach der Enteignung des Gebäudes nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Viele Jahre hindurch versuchten die polnische Botschaft und polnische Gemeinde, das Gebäude zurückzuerhalten. Zu Beginn des Jahres 1959 gelang dies. So konnten die einstigen Aktivitäten des Hauses wieder aufgenommen werden. An der Spitze des damaligen Kuratoriums standen Karol Kuryluk, damals polnischer Botschafter in Wien, Prof. Jan Dąbrowski, Jagellionen-Universität, Prof. Tadeusz Manteuffel, Universität Warschau, Władysław Rola-Różycki, Aktivist der Polonia sowie Jakub Sawski, Verband der Polen in Österreich „Strzecha“. Vorsitzender des „Polnischen Hauses” war lange Zeit – bis zur Übergabe des Gebäudes an die Polnische Akademie der Wissenschaften – Graf Mieczysław Ledóchowski. Das „Polnische Haus“  musste von Grund auf renoviert werden. Nach einigen Jahren intensiver Renovierung wurde am 10. November 1997 das Wissenschaftliche Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften feierlich eröffnet. Darüber hinaus ist das Haus weiterhin Sitz des Verband der Polen in Österreich Strzecha sowie der Gemeinschaft der Polen in Österreich „Forum der Polen“).
Anschließend ergriff Botschafter Mgr Arthur Lorkowski das Wort. In  seinen Ausführungen verwies er auf die komplizierte Geschichte des Hauses und betonte, dass trotz mancher Hindernisse gemeinsam etwas Gutes geschaffen werden kann. Er erzählte über die Mission und das Wirken des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien sowie die Notwendigkeit der Zusammenarbeit polnischer Institutionen sowie Organisationen der Polonia. Er betonte weiter die Zusammenarbeit mit Österreich, mit dem ebenfalls zahlreiche gemeinsame Aktivitäten verwirklicht werden. Der Botschafter verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Wirken des Polnischen Hauses in Zukunft erfolgreich fortgesetzt werden kann.
Im Anschluss daran bat Prof. Dybaś den Kanzler der Polnischen Akademie der Wissenschaften Dr. Zdzisław Hensel, das Wort zu ergriffen. Dieser berichtete über seine Erfahrungen mit dem Wissenschaftlichen Zentrum in Wien sowie u.a. auch über seinen früheren Aufenthalt im Zentrum. Die Aktivitäten und die Geschichte des Polnischen Hauses zeigen, dass man trotz mancher Schwierigkeiten gemeinsam viel erreichen kann, so der Kanzler.
Anschließend sprach Graf Ledóchowski über sein Wirken als Vorsitzender der Stiftung "Polnisches Haus" und die Stipendien, die diese vergeben hatte.
Schließlich ergriff auch Frau Dr. Liliana Niesielska zu Wort. Sie unterstrich, dass sie von Kindheit an mit dem Polnischen Haus verbunden war, da ihr Vater Aktivist der Polonia war und als Anwalt für die Stiftung tätig war. Heute fühlt sie sich als Mitglied der Polonia und als Mitglied des am Zentrum tätigen Klub der Professoren noch stärker mit dem Haus verbunden.
Die Erinnerungstafel wurde von Graf M. Ledóchowski enthüllt und von Priester Rektor Krzysztof Kasperek CR gesegnet.

Lidia Gerc

Photos: Adam Jaskot

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Polnische Akademie der Wissenschaften - Wissenschaftliches Zentrum in Wien
Boerhaavegasse 25

1030 Wien - Österreich
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