Zwei Dichter, zwei Brüder – in memoriam Janusz und Tadeusz Różewicz

Poesieabend

Am 29. September 2014 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien ein Poesieabend zum Thema „Zwei Dichter, zwei Brüder – in memoriam Janusz und Tadeusz Różewicz“  statt. Die Veranstaltung wurde dank der Initiative von Prof. Alois Woldan, Institut für Slawistik der Universität Wien, Dr. Liliana Niesielska, Mitglied des Klubs der Professoren am Wissenschaftlichen Zentrum sowie dem aus Duisburg eingeladenen Bernhard Hartmann organisiert. Der Poesieabend wurde im Rahmen der Polnischen Tage, die 2014 bereits zum 23. Mal begangen wurden, organisiert. Die Gäste wurden von Prof. Bogusław Dybaś, der auch die Veranstalter vorstellte, begrüßt. Zu Beginn hielt Prof. Woldan eine Ansprache, in der er die Einzigartigkeit und Neuartigkeit der beiden Dichter unterstrich. Prof. Woldan rief insbesondere Janusz Różewicz in Erinnerung, der nahezu vergessen ist. Im Alter von 26 Jahren wurde er von der Gestapo in Lódź verhaftet und am 7. November 1944 hingerichtet.

Jahre später gab Tadeusz Różewicz das Buch „Nasz starszy brat“ („Unser älterer Bruder“) heraus, eine  Sammlung von Texten unterschiedlicher literarischer Gattungen zum Gedenken an Janusz Różewicz - Gedichte von Janusz Różewicz, Prosafragmentestücke, Ausschnitte aus dessen  Tagebuch sowie Briefe. Auch an Krzysztof Kamil Baczyński und das tragische Schicksal dieser Generation wurde erinnert.

Anschließend las Liliana Niesielska Gedichte von Janusz und Tadeusz Różewicz, u.a. „Daj mi wstążkę błękitną“ („Gib mir das himmelblaue Band“) von Cyprian Kamil Norwid, „Meldunek“ („Meldung“) und „Urlop“ („Urlaub“) von Janusz Różewicz sowie weitere Gedichte in polnischer und in deutscher Sprache. Auf diese Weise wurde seine Mutter sowie seine Brüder in Erinnerung gerufen. Wir hörten auch „Paryż“ („Paris“). Der biographische Hintergrund dieses Textes bezieht sich darauf, dass Janusz von der Gestapo am 9. Juni 1944 festgenommen wurde. Tadeusz dachte, dass sein Bruder nach dem Attentat auf Hitler gute Chancen zu überleben hätte. Nach dem misslungenen Attentatt jedoch wurde das Terrorregime noch schlimmer, Janusz wurde im November 1944 erschossen. Auch die furchtbaren Erinnerungen an die Exhumierung der Soldaten der Polnischen Heimatarmee, auch von Janusz Różewicz, wurden verlesen.

Im zweiten Teil wurden Gedichte im polnischen Original von Liliana Niesielska sowie auf Deutsch von Bernhard Hartmann rezitiert.

Am Ende der Veranstaltung erwähnte Frau Dr. Niesielska auch ihre Bekanntschaft mit Tadeusz Różewicz, der  oftmals in Wien zu Gast war. Różewicz las in polnischer Sprache aus seinen Werken, Frau Dr. Niesielska in deutscher Sprache. Sie unterstrich, das Różewicz eine charismatische Persönlichkeit war. Er las monoton und ohne Emotionen, dennoch konnte er sein Publikum fesseln. Sie erzählte auch, wie er ein einmal einen hoch dotierten Preis erhalten hatte. Wann immer er von dem auf ein Konto einbezahlten Preisgeld Gebrauch machte, kam es zu ungewöhnlichen Situationen. Abschließend las sie die beiden Gedichte „Dwa wyroki“ („Zwei Urteile“) und „Ręce w kajdanach“ („Hände in Ketten“).

Lidia Gerc

 

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