Polnisch - eine europäische Sprache

Dr. habil. Waldemar Martyniuk

Am 9. März 2015 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien ein polnischsprachiger Vortrag von Dr. habil. Waldemar Martyniuk unter dem Titel „Europejski język polski“ [Polnisch - eine europäische Sprache] statt.

Der Vortrag wurde im Rahmen der vom Wissenschaftlichen Zentrum in Wien und der Monatszeitschrift POLONIKA veranstalteten Vorlesungsreihe „Wszechnica Wiedeńska“ gehalten. Ihm voran ging ein ebenso von Dr. habil. Martyniuk abgehaltener Workshop unter dem Titel „Opisywanie i ocenianie sprawności w języku polskim“ [dt. „Beschreibung und Bewertung der Sprachfertigkeit in Polnisch“] für Lehrer, die Polnisch als Fremdsprache im Ausland unterrichten. Initiator des Vortrags waren die Beratungsstelle der Polnischen Jan-III-Sobieski-Schule an der Botschaft der Republik Polen in Wien, das Zentrum für Entwicklung der polnischen Bildung im Ausland, Mea Polonia sowie das Wissenschaftliche Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Zu Beginn hießen der Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften Prof. Bogusław Dybaś gemeinsam mit der Direktorin der Beratungsstelle der Polnischen Jan-III-Sobieski-Schule Frau Hanna Kaczmarczyk alle Gäste herzlich willkommen. Anwesend war auch der Botschafter der Republik Polen in Wien, Seine Exzellenz Mag. Artur Lorkowski.

Der Vortrag wurde durch ein Lied von Agnieszka Osiecka „Ucz się polskiego” [dt. „Lerne Polnisch”] eingeleitet.

Anschließend wurde der Referent vorgestellt. Dr. habil. Waldemar Martyniuk ist Sprachwissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Polnisch als Fremdsprache an der Jagiellonen-Universität in Krakau (Polonistische Fakultät, Zentrum für Polnisch und Polnische Kultur in der Welt), Autor von Lehrbüchern, Lehrprogrammen sowie Tests für Polnisch als Fremd-/Zweitsprache.

In seinem Vortrag ging der Referent u.a. auf folgende Fragen ein: Wie europäisch ist das heutige Polnisch? Kann man von der Sprache als einem für den Nationalcharakter ausschlaggebenden Merkmal sprechen? Dr. habil. Martyniuk präsentierte eine ganze Reihe von Beispielen, die den europäischen Charakter des Polnischen bewiesen und veranschaulichten. Besonders attraktiv wurden die Frage der Diminutiva sowie der aus anderen Sprachen entlehnten Wörter im Polnischen dargestellt.

Dr. habil. Martyniuk präsentierte die Entwicklung des Polnischen im Laufe der Jahrhunderte sowie den Wandel, dem die Sprache, abhängig von der jeweiligen Mode oder sogar von den Bedürfnissen der Sprachbenutzer, unterlag. Der Vortragende betonte die Gemeinsamkeit aller europäischen Sprachen, die ihre Wurzeln im Lateinischen und Griechischen haben. Dies ist auf die christliche, bildungsbezogene und kulturelle Gemeinschaft zurückzuführen. Aus dem Lateinischen und Griechischen kommen 12% aller polnischen Wörter. Der Referent war auch darum bemüht, das Stereotyp des Polnischen als eine der am schwierigsten zu erlernenden Sprachen zu widerlegen. Im weiteren Teil seines Vortrags sprach Dr. habil. Martyniuk von dem Anteil, welchen die aus anderen Sprachen stammenden Wörter im Polnischen bilden und zeigte darüber hinaus, wie diese Fremdwörter an die Bedürfnisse der polnischen Sprache adaptiert wurden. Interessant war auch der in Polen unternommene Versuch, einige aus dem Deutschen stammende Wörter aus dem polnischen Wortschatz zu entfernen. Dies illustrierte der Vortragende am Beispiel der Suche nach einem rein polnischen Ersatz für das Wort: „szlafrok“ [vom deutschen Wort „Schlafrock“]. Von der Vielzahl an Vorschlägen wurde letztendlich das Wort „podomka“ ausgewählt. Abschließend besprach der Vortragende den Wandel, dem das Gegenwartspolnisch unterliegt.

Nach dem Vortrag wurden zahlreiche Fragen zu unterschiedlichen Aspekten des Polnischen, zur Polonisierung sowie zu den Wechselbeziehungen zwischen europäischen Sprachen bezüglich der Lehnwörter gestellt.

Albert Sendor
(Übersetzung: Kornelia Wróbel)

 

Photos: Malwina Talik




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