Die berühmteste Hypothese der Mathematik und ihre Wiener Spuren

Dr. Danuta Ciesielska

Am 28. April 2015 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien der Vortrag von Dr. Danuta Ciesielska, Pädagogische Universität Krakau, zum Thema „Die berühmteste Hypothese der Mathematik und deren Wiener Spuren” statt.

Der Vortrag war der Thematik der Verteilung von Primzahlen, den Möglichkeiten, hohe Primzahlen zu finden sowie der Primzahlenforschung polnischer und ausländischer Mathematiker gewidmet. Dr. Danuta Ciesielska konzentrierte sich dabei auf die berühmte von Bernhard Riemann (1826 – 1866) im Jahr 1859 formulierte Vermutung, die bis heute nicht bewiesen werden konnte.

Dr. Ciesielska erörterte die Forschungen des polnisch-österreichischen Mathematiker Franciszek Mertens (1840-1927), der zwanzig Jahre an der Jagiellonen-Universität Krakau sowie danach an der Universität Wien und der Technischen Hochschule in Graz lehrte.

Franciszek Mertens knüpfte in seinen Forschungen an die Hypothesen des berühmtesten Mathematikers des 18. Jahrhunderts, Leonard Euler, an, der sich auch mit der Unterscheidung von Primzahlen befasst hatte.

Dr. Ciesielska legte weiters dar, wie die im Jahr 1897 formulierte Mertensfunktion die Möglichkeit, die Riemannsche Vermutung zu beweisen, beeinflusste. Sie erläuterte die Forschungen der zeitgenössischen Mathematiker Andrzej Odlyzko, Herman te Riele, Arjen Lenster, Henry Lenster und László Lovász. 1985 wurde von Odlyzko und te Riele die Unrichtigkeit der These der Mertensfunktion bewiesen. Dennoch gelang es nicht, die Riemannsche Vermtung zu beweisen oder zu widerlegen.

Dr. Ciesielska skizzierte auch die wechselseitigen Einflüsse der Warschauer (der so genannten polnischen) und der Krakauer mathematischen Schule in der Zwischenkriegszeit und stellte die Biographien zweier mit der Jagiellonenunversität verbundener Mathematiker, Władysław Kretkowski (1840-1910) und Alfred Rosenblatt (1880-1947), vor. Rosenblatt arbeitete nach seiner Tätigkeit an der Krakauer Universität u.a. mit Albert Einstein (1879-1955) zusammen und forschte auch in Südamerika.

Nach dem Vortrag kam es nicht nur zu einer Diskussion über mathematische Forschungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es wurden auch Forschungsfragen der Mathematik in der Gegenwart sowie die Anwendung der Mathematik im Alltagsleben angesprochen. 

Dr. Danuta Ciesielska ist Mathematikerin und Wissenschaftshistorikerin unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte der polnischen mathematischen Forschung von 1850-1945. Sie ist am Institut für Mathematik der Pädagogischen Universität in Krakau beschäftigt. Sie ist Mitglied der Kommission der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste zur Bewertung von Schulbüchern sowie Mitglied der Arbeitsgruppe für Didaktik beim Komitee der mathematischen Wissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Sie ist Autorin und Mitautorin von zahlreichen Publikationen sowie Stipendiatin der Lanckorońskistiftung.

Mgr Marlena Sędłak

fot.: Malwina Talik

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