Achter Tag der Offenen Tuere

Am 19. Juni 2015 fand in Zusammenarbeit mit der Wiener - Krakauer Kulturgesellschaft zum bereits achten Mal der Tag der Offenen Türe des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien statt. Der Botschafter der Republik Polen in Wien, Seine Exzellenz Artur Lorkowski, beehrte die Veranstaltung durch seine Anwesenheit. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Prof. Bogusław Dybaś, der Direktor des Zentrums, die zahlreich erschienenen Gäste und stellte die Referenten des Abends vor. Erster Referent war der Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Paris Dr. hab. Marek Więckowski, Professor am Institut für Geographie und Raumplanung der Polnischen Akademie der Wissenschaften sowie von 2013 bis 2014 Leiter des Instituts für Stadtgeographie der Polnischen Akademie der Wissenschaften

Prof. Więckowski berichtete über das Zentrum in Paris, dessen Geschichte untrennbar mit der Polnischen Bibliothek in Paris und der so genannten Großen Emigration der Polen im 19. Jahrhundert verbunden ist. Das Zentrum wurde am 3. Mai 1893 kraft des Dekrets des französischen Präsidenten vom 2. Juli 1891 gegründet. Es befindet sich in der rue Lauriston 74 im 16. Arrondissement von Paris. Bibliothek und Zentrum in Paris wurden zur größten polnischen wissenschaftlichen Einrichtung im Ausland und zu einem wichtigen Zentrum, das das Leben der Polonia dokumentierte sowie zum Veranstaltungsort für Lesungen und Zusammenkünfte. 1946 trennten sich die beiden Einrichtungen und wurden selbstständige Institutionen. Seit 1951 gehört das Zentrum zur Polnischen Akademie der Wissenschaften. Gemäß den Statuten des Zentrums gehören zu dessen Aufgaben die Bekanntmachung der Leistungen und Errungenschaften der polnischen Wissenschaften in Frankreich mittels der Organisation von Konferenzen, Ausstellungen von wissenschaftlichem und populärwissenschaftlichem Charakter und die Unterstützung bei wechselseiten polnisch-französischen wissenschaftlichen Kontakten. Das Zentrum gibt auch zahlreiche Publikationen heraus.

Prof. Salwa, Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Rom,  Romanist, Vortragender an der Universität Warschau sowie visiting professor in Saarbrücken, Amsterdam, Kopenhagen Notre-Dame (USA) und Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste, war der nächste Referent. Er stellte in seinem Vortrag die Entstehungsgeschichte des Zentrums in Rom vor. 1888 wurde erstmals an die Gründung eines "polnischen wissenschaftlichen Zentrums" in Rom gedacht.  Im Jahr 1912 griff der in Rom lebende Historiker und Rechtswissenschaftler Józef Graf Michałowski diese Idee wieder auf. Im Jahr 1921 wurde der Akademie eine einige Tausende Bände umfassende Büchersammlung (darunter auch Bücher von Graf Michałowski) feierlich übergeben. Sie fand in den angemieteten Räumlichkeiten eines ehemaligen Hospizes ihren Platz. Józef Michałowski leteite die Polnische Bibliothek viele Jahre hindurch, in der Zeit von 1927-1946 war er de facto auch Direktor des  Zentrums. 1938 übersiedelte das Zentrum in seinen heutigen Sitz in den nahen Palazzo Doria unweit der Piazza Venezia, wo sich geeignete Räumlichkeiten für die bereits bedeutende Büchersammlung sowie für wissenschaftliche Veranstaltungen und Zusammenkünfte befanden. Im Jahr 1952 wurde das Zentrum von der Polnischen Akademie der Wissenschaften übernommen. Das Wissenschaftliche Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Rom ist bis heute ein wichtiger polnischer Akzent im wissenschaftlichen Leben Roms sowie ein Stützpunkt für Wissenschaftler, die sich in Italien aufhalten. So wie auch die Wissenschaftlichen Zentren in Paris und Rom gehören gemäß den Statuten die Bekanntmachung wissenschaftlicher Errungenschaften sowie die Förderung wissenschaftlicher Kontakte zwischen Polen und Italien zu seinen Aufgaben. Das Zentrum ist Standort einer Bibliothek und gibt auch eigene Publikationen heraus.

Das dritte Referat an diesem Abend wurde vom stellvertretenden Direktor des Zentrums für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin Prof. Igor Kąkolewski gehalten. Dieser war in der Zeit von 1992 bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Warschau, 2001/2002 war er visiting professor an der University of Wisconsin in Madison. 2005–2010 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Warschau,  2009 war er Gastprofessor an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. 2008–2014 war er Vortragender an der Theaterakademie in Warschau an der Fakultät für Theaterwissenschaften, von 2008 bis 2014 war er Mitarbeiter des Museums für die Geschichte der polnischen Juden in Warschau. In der Zeit von 2010 – 2013 war er Leiter des Expertengremiums für die Gestaltung der Dauerausstellung im Museum der Geschichte Polens. Seit 2011 ist er Professor an der Universität Warmia-Masuren in Olsztyn. Er stellte das polnisch-deutsche Projekt eines Geschichtslehrbuchs für den Schulunterricht gemäß den  Lehrplänen beider Länder vor. Die beiden Sprachversionen sind sowohl inhaltlich als auch grafisch weitgehend identisch und unterscheiden sich nur in wenigen inhaltlich begründeten Abschnitten voneinander. Dieses Lehrbuch stellt auch ein Instrument der Integrationspolitik dar.

Im Anschluss daran referierte Otmar Lahodynsky, Journalist der Zeitschrift "profil” sowie Mitautor des Lehrbuchs „EU for you! So funktioniert die Europäische Union“. Er war der einzige Journalist, der 1981, während der Verhängung des Kriegsrechts, in Polen war. Er betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Aktivitäten für das bessere wechselseitige Verstehen.

Im Rahmen des Tages der Offenen Türe wurden auch die vom Zentrum herausgegebenen Publikationen gezeigt. Auch die Bibliothek konnte besichtigt werden, wo u.a. ausgewählte Bücher der Sammlung von Otto Forst de Battaglia sowie Alte Drucke gezeigt wurden.

Zum Abschluss des Abends spielte das Jazz Band Ball Orchestra, ein polnisches Ensemble, das traditionellen Jazz spielt und als die älteste Band Polens gilt, die Musik dieser Richtung spielt, eine Mischung aus Swing und Blues auf der Basis des New Orleans-Jazz in einer Mischung mit polnischer Folkore sowie weiterer Länder. Darüber hinaus spielte sie auch Eigenkompositionen.

Lidia Gerc

fot.: Malwina Talik

 

 

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