Das letzte galizische Territorium. Die Städte Dukla und Stanislau in den Werken von Andrzej Stasiuk und Jurij Andruchovyč

Am 24. Juni 2015 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien ein Seminarabend statt, der in Zusammenarbeit mit dem Doktoratskolleg (DK) Galizien "Das österreichische Galizien und sein multikulturelles Erbe" organisiert worden war. Die Referate wurden von Magdalena Baran-Szołys, Absolventin der Germanistik, Slawistik und Deutsch als Fremdsprache in Krakau, Wien und Breslau, und Olena Dvoretska,  Absolventin der Nationalen Universität in Kiew, gehalten. Die Vorträge wurden von Prof. Alois Woldan, Institut für Slavistik der Universität Wien, und Prof. Annegret Peltz, Institut für Germanistik der Universität Wien, kommentiert.
Die Vorträge behandeln die Bedeutung Galiziens in den Werken zweier einflussreicher polnischer und ukrainischer Schriftsteller: Andrzej Stasiuk und Jurij Andruchovyč. Anhand der Darstellung der Städte Stanislau und Dukla in den Romanen konstruieren die Autoren sie als ehemalige galizische Städte.
Die Referentinnen zeigten die Motive aus den Romanen, die auf den Reflexionen und Erinnerungen dieser beiden Autoren basieren. Es wurde auch die emotionale Beziehung zu diesen Orten gezeigt. Bei der Beschreibung von Dukla und Iwan-Frankiwisk (Stanislau) in ihren Werken rekonstruieren die Autoren den einstigen galizischen Raum.  Sie sprechen auch das Problem des Wandels an, das beide Städte betraf. Das betraf den Wandel vom Zentrum zur Peripherie, da sich infolge der politischen Veränderungen auch ihre staatliche Zugehörigkeit veränderte. Es wurde auch das Phänomen der beiden Orte in Bezug auf die Zeit der Habsburgermonarchie gezeigt.
Die Koferenten erachteten sowohl Stanislau als auch Dukla, die von Stasiuk und Andruchovyc beschrieben werden, als außergewöhnlich treffende Beispiele von Städten, deren Schicksale auch von vielen anderen Orten nach dem Ende der Habsburgermonarchie und nach den folgenden Grenzverschiebungen innerhalb von Jahren geteilt wurden. Die beiden Professoren lobten die Forschungen der Referentinnen, deren Referate zeigten, wie emotional und interessant (wenngleich manchmal auch übertrieben) die in den Romanen geschaffenen Bilder der beiden Städte, die heute an die Peripherie verdrängt wurden, sind.
Nach den Referaten kam es zu einer lebendigen Diskussion, in denen neben in den Referaten und Koreferaten besprochenen Fragen auch die heutige Situation in den beiden Orten und der heutige Konflikt in der Ukraine und seine Folgen thematisiert wurden.

Lidia Gerc

 

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