Karol Otto Kniaziewicz - ein vergessener Nationalheld Polens und Frankreichs

Dr. hab. Rafał Kowalczyk

Am 28. Juli 2015 hielt Dr. hab. Rafał Kowalczyk, Universität Łódz, einen Vortrag über Karol Otto Kniaziewicz, einen vergessenen polnischen Nationalhelden.

Zu Beginn des Abends begrüßte die stellvertretende Direktorin des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien, Dr. Anna Ziemlewska, die Gäste und stellte den Referenten vor.  Dr. hab. Rafał Kowalczyk lehrt an der Universität Łódź, er hält Lehrveranstaltungen zu Themen der Weltgeschichte, zur Geschichte der polnischen Gebiete im 19. Jahrhundert sowie zur Wirtschaftsgeschichte. Seine Forschungsinteressen gelten im Besonderen dem Napoleonischen Zeitalter, der polnischen Emigration nach Frankreich im 19. Jahrhundert sowie der  Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit. 

Der Referent stellte in seinem Vortrag das Leben von Karol Otto Kniaziewicz (1762-1842) vor, beginnend bei seiner Kindheit über seine militärische Karriere und die zahlreichen Schlachten und Feldzüge, an denen er teilgenommen hatte, bis zu seinen politischen Aktivitäten und seinem Leben in der Emigration in seinen letzten Lebensjahren.

General Karol Kniaziewicz nahm am Kościuszkoaufstand teil, er kämpfte u.a. bei Maciejowice (10. Oktober 1794), wo er gemeinsam mit Tadeusz Kościuszko in russische Gefangenschaft geriet. Er war einer der Befehlshaber der Polnischen Legionen in Italien und Organisator sowie Befehlshaber der Donaulegion. General Kniaziewicz erwarb sich insbesondere Verdienste in der Schlacht bei Hohenlinden am 3. Dezember 1800)  sowie in der Schlacht bei Krasny (15. - 18. November 1812), in der die Armee Napoleons gegen die russischen Einheiten von General Michaił Kutuzow kämpften.

Nach dem Ende seiner militärischen Karriere war General Karol Kniaziewicz in der Emigration aktiv.  Er erfreute sich eines ausgezeichneten Rufes in Paris und wurde während des Jänneraufstands Chef der diplomatischen Vertretung der Nationalregierung in Paris, der polnischen Mission. General Kniaziewicz war auch ein Mäzen der polnischen Wissenschaften in Frankreich und setzte sich höchstpersönlich für Stipendien für polnische Studenten an französischen Universitätem ein. Er war einer der Mitbegründer der Polnischen Bibliothek in Paris, der er seine Büchersammlung schenkte. Er war Mitglied der Krakauer Wissenschaftlichen Gesellschaft und für die Literarische Gesellschaft aktiv. Von seinen Verdiensten zeugt auch der Umstand, dass sein Name auf dem Triumphbogen zu finden, wobei diese Idee dafür bereits zu seinen Lebzeiten entstand. 

Nach dem Vortrag beantwortete der Referent zahlreichen Fragen des Publikums. Er erklärte auch, warum Kniazewicz im Vortragstitel als "vergessener Held" und nicht als "nicht geschätzter Held" bezeichnet wird. Weiters erläuterte er seine Ansichten hinsichtlich zukünftiger Forschungen über die Napoelonische Ära.  

Karolina Redlin

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