Bolesław Wicherkiewicz (1847–1915) – ein bedeutender Arzt im Dienste der polnischen Nation

Prof. Rudolf Jaworski

Am 6. Oktober 2015 hielt Univ.-Prof. em. Dr. Rudolf Jaworski im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien einen Vortrag zum Thema „Bolesław Wicherkiewicz (1847–1915) – ein bedeutender Arzt im Dienste der polnischen Nation“. Koreferent war Prof. Dr. hab. Mariusz Wołos. Der Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums, Prof. Boguslaw Dybas, hieß alle Gäste willkommen und stellte die Referenten vor.

Prof. Dr. Rudolf Jaworski lehrte Geschichte Osteuropas an der Universität Kiel. Seine Forschungsinteressen konzentrieren sich vor allem auf die Geschichte Polens und Tschechiens. Seit 2014 lebt er in Konstanz. Prof. Dr. hab. Mariusz Wołos ist Ordinarius am Institut für Geschichte der Pädagogischen Universität Krakau sowie am Institut für polnische Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau.

In seinem Vortrag erzählte Prof. Dr. Jaworski über Bolesław Wicherkiewicz, einen der bedeutendsten Ophtalmologen Europas seiner Zeit. Der Referent skizzierte zunächst die Biografie von Wicherkiewicz, wobei er sich auf seinen Lebensweg von Posen nach Krakau und Wien konzentrierte.

Wicherkiwicz wurde in Posen geboren und absolvierte sein Medizinstudium in Berlin. Danach kehrte er nach Posen zurück, wo er eine Poliklinik für finanziell bedürftige Augenkranke eröffnete. Internationalen Ruf erwarb er durch zahlreiche Fachpublikationen sowie seine aktive Teilnahme an Kongressen für Ophtalmologen in ganz Europa. Später zog er nach Krakau, wo er den Professorentitel erhielt und Direktor der Universitätsaugenklinik wurde. Wicherkiewicz erbrachte eine ganze Reihe von Pionierleistungen im Bereich Augenheilkunde. Er war Mitglied zahlreicher polnischer wissenschaftlicher Gesellschaften sowie zahlreicher Vereine für Augenärzte im Ausland.

Der Schwerpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Jaworski lag auf dem politische Engagement von Wicherkiewicz für die Lage des dreigeteilten Polens. Der Referent berief sich vor allem auf die von Wicherkiewicz in deutscher Sprache verfasste Schrift „Über die Lage der Polen in den drei Teilungsmächten und über politische Orientation während des Kriegszeit 1914/1915“. Prof. Dr. Jaworski unterstrich, dass sich diese Arbeit  durch eine präzise Situationsbeschreibung sowie die Konzentration auf die historische Situation Polens auszeichnen würde.

Prof. Dr. hab. Wołos wies als Koreferent darauf hin, dass Wicherkiewicz eine äußerst verdiente Persönlichkeit war, die jedoch sogar unter Historikern  in Vergessenheit geraten ist. Er hob das politische Engagement und den Patriotismus von Wicherkiewicz hervor und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass zukünftige Publikationen über Wicherkiewicz zur Erweiterung des Wissenstands über diesen hervorragenden Polen beitragen werden.

Auf den Vortrag folgte eine Diskussion. Die gestellten Fragen betrafen u. a. die Bedeutung des erwähnten Textes von Wicherkiewicz, seine Verdienste im Bereich der Medizin sowie die Gründe, warum Wicherkiewicz auch unter Wissenschaftlern in Vergessenheit geraten ist.

Patrycja Maciejewska

 

fot.: Malwina Talik

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