"Medizin im Film" aus Anlass der Österreichpremiere des Filmes "Bogowie"

Podiumsdiskussion

Am 8. Oktober 2015 fand anlässlich der Österreichpremiere des Films „Bogowie“ [Götter] im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien eine Podiumsdiskussion zum Thema „Medizin im Film“ statt.Im Zentrum dieses Films steht das ärztliche Wirken des legendären polnischen Kardiochirurgen Prof. Zbigniew Religa, der die erste erfolgreiche Herztransplantation in Polen durchgeführt hat.

Prof. Bogusław Dybaś, der Direktor des Zentrums, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und stellte die Diskutanten vor. Diskutanten waren Aleksandra Salwa, Filmkritikerin, Journalistin sowie  Mitarbeiterin polnischer Rundfunk-und Fernsehsender, Prof. Janusz Skalski, hervorragender Herzspezialist auf dem Gebiet der Kinderkardiologie sowie in zahlreichen Sozialprojekten engagiert, und Tomasz Raczek, polnischer Filmkritiker, Herausgeber, Journalist und Schöpfer von TV-und Radiosendungen. Vor seinem Besuch in Wien war Prof. Skalski Teilnehmer eines internationalen kardiochirurgischen Kongresses in Amsterdam. Der Schauspieler Szymon P. Warszawski, der auch zur Diskussion eingeladen worden war, war leider verhindert.

Frau Aleksandra Salwa zeigte am Beispiel ausgewählter Spielfilme und Serien, in deren Zentrum Themen aus dem Bereich der Medizin stehen, wie schwierig die Frage der Achtung  des menschlichen Lebens im philosophischen und ethischen Kontext ist. Weiter stellte sie unter Berufung auf die einhelligen Meinungen von Ärzten und Medizinstudenten fest, dass in Filmen gezeigte ärztliche Handlungen mit der Realität wenig zu tun haben. Prof. Skalski, Kenner des Milieus der Götter in Weiß sowie Schüler des bereits verstorbenen Herzchirurgen Zbigniew Religa, war bei den Dreharbeiten zum Film ein unersetzlicher Berater. In seinem Vortrag in Wien würdigte Prof. Skalski Prof. Religa und unterstrich dessen Verdienste für die polnische Kardiochirurgie. „Jeder möchte Chirurg werden, aber die wenigsten haben Talent.“ Religa war ein Genie. Er gilt als Rebell und Pionier unter den Ärzten. Als erster verwendete er modernste kardiochirurgische Operationstechniken, von ihm lernten zahlreiche angehende polnische Ärzte, die sich heute mit ihren Kollegen in Westeuropa messen können. Die polnische Kardiochirurgie kann sich insbesondere großer Errungenschaften auf dem Gebiet der Kinderkardiochirurgie rühmen. Weiters erzählte Prof. Skalski Anekdoten und heitere Geschichten aus dem Leben von Prof. Religa, der die Fähigkeit und Bereitschaft besessen hatte, auf die Gedanken, Emotionen und Motive seiner Patienten einzugehen. Dies wollte er auch seinen Schülern weitergeben. Prof. Skalski ist einer von 21 hervorragenden Chirurgen, die das Erbe von Prof. Religa weiterführen. Im Jahre 1987 veröffentlichte ein amerikanischer Fotograf  in der Zeitschrift „National Geographic“ ein Foto, das als eine der hundert wichtigsten Fotografien in die Geschichte einging. Die Aufnahme zeigt Prof. Religa erschöpft an einem Operationstisch, auf diesem liegt noch ein Patient, an dem eine  23-stündige Operation durchgeführt wurde. Im Hintergrund, in einer Ecke des Operationssaals, sieht man auf dem Boden einen schlafenden offensichtlich vollkommen erschöpften Assistenten. Als letzter ergriff Tomasz Raczek das Wort. In seinem Statement stellte er fest, dass der Film „Bogowie“ nicht nur im künstlerischen Sinn  als Synonym des polnischen Erfolgs gilt, er ist ein gesellschaftliches Phänomen und macht vielen Leuten Mut und Hoffnung. Der Film zeigt das Leben einer wahren Legende sowie das Leben großartiger Menschen, Ärzte und Idealisten, deren Gedanken und Ideen von den nächsten Generationen weitergeführt werden.

Als Dank für die Einladung überreichte Prof. Skalski dem Gastgeber Prof. Dybaś ein Buch über die Universitäten, die zukünftige Kardiologen ausbilden. Abschließend soll auch noch auf die Einstellung der polnischen Gesellschaft gegenüber Organtransplantationen hingewiesen werden, die für viele einen Verstoß gegen gängige Wertvorstellungen darstellen. Nehmt den menschlichen Körper nicht in den Himmel“, warnte Papst Johannes Paul II. Abschließend bedankte sich Prof. Dybaś bei den Diskutanten für ihre interessanten Diskussionsbeiträge und lud alle Gäste zu einem Gläschen Wein ein.

Joanna Piekarska

 

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