The Evolution of the Contemporary Political Regime in Russia

Prof. Roman Bäcker

Am 1. Dezember 2015 fand am Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften der englischsprachige Vortrag „The Evolution of the Contemporary Political System in Russia. Between authoritarianism and totalitarianism” [Die Entwicklung des gegenwärtigen politischen Systems in Russland. Zwischen Autoritarismus und Totalitarismus] statt, der von Univ.-Prof. Dr. Roman Bäcker gehalten wurde. Das Koreferat wurde von Univ.-Prof. Dr. André Liebich gehalten. Die zahlreich erschienenen Gäste hieß Direktor des Zentrums Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś willkommen und stellte die Referenten vor.

Univ.-Prof. Dr. Roman Bäcker ist Professor an der Mikołaj-Kopernik-Universität in Thorn (Polen). Er beschäftigt er sich u. a. mit Politikwissenschaft und Soziologie, dem politischen System in Russland sowie den Phänomenen der Globalisierung und Anti-Globalisierung. Univ.-Prof. Dr. André Liebich ist Hochschullehrer am Institut für internationale Studien und Entwicklung. Er studierte und erlangte den Doktortitel an der Harvard University. Im Mittelpunkt  seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen u. a. der Kalte Krieg, Kommunismus und Post-Kommunismus, die Geschichte der internationalen Beziehungen sowie Multikulturarität.

In seinem Vortrag versuchte Univ.-Prof. Dr. Roman Bäcker zu bestimmen, welchem der zwei undemokratischen Politiksysteme – Autoritarismus oder Totalitarismus – das heutige Russland näher kommt. Zu diesem Zweck analysierte er die in Russland regierenden Eliten, das Sozialbewusstsein der russischen Gesellschaft sowie deren soziale Aktivitäten. Er betonte, dass sich die gesellschaftliche Lage Russlands nach Februar 2014 entscheidend verändert hätte. In der russischen Gesellschaft beobachtet man seither eine negative Einstellung gegenüber der Ukraine und dem sogenannten Westen. Während die Russen früher eher apathisch geblieben wären, fänden heute immer häufiger sogenannte kontrollierte Mobilisierungen der Gesellschaft statt. Außerdem wies Univ.-Prof. Dr. Bäcker darauf hin, dass sich die regierenden Eliten sehr stark auf Putin konzentrieren würden, den der Vortragende als „leader, Duce, Führer“ bezeichnete. Dabei hob der Referent hervor, dass Putins Sprache der Ausdrucksweise der Politiker in der Zeit des Stalinismus ähnelt.  Zusammenfassend stellte er fest, dass man nach Februar 2014 die Entwicklung von einem autoritären Regime zum Totalitarismus beobachten kann. Die Zukunft Russlands sei allerdings schwierig vorherzusehen, so der Vortragende.

Univ.-Prof. Dr. André Liebich wies darauf hin, dass man in Russland mit einem ganz neuen Typ des Regimes, der von den klassischen Definitionen von Autoritarismus und Totalitarismus abweicht, zu tun hätte. In seinem Vortrag konzentrierte sich der Vortragende auf die charakteristischen Merkmale des heutigen Russlands. Diese würden dabei helfen, die Dynamik der inneren Änderungen in Russland zu verstehen, so Univ.-Prof. Dr. Liebich. Der Referent erwähnte drei Eigenschaften: Ressentiment – da Russland erfolglos versuchte, sich dem Westen anzunähern, Nostalgie – nach der Zeit der Sowjetunion sowie Angst – vor dem gemeinsamen Feind als einem Weg zur Vereinigung der Gesellschaft.

Im Anschluss auf die Vorträge erfolgte eine Diskussion.

 Joanna Piekarska

 

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