Die Verkabelung der Türkei. Polnische Immigranten in der Türkei

Krzysztof Dąbrowski

Am 4. Februar 2016 fand in der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien der Vortrag von Dipl.-Ing. Krzysztof Dąbrowski „Die Verkabelung der Türkei. Polnische Immigranten in der Türkei“ statt.

Der Direktor des Zentrums, Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste, stellte den beruflichen Werdegang des Referenten und äußerte sich anerkennend über dessen bisherige Aktivitäten. Krzysztof Dąbrowski hielt im Zentrum bereits einige Vorträge, die langsam zur Tradition werdende Vortragsreihe ist eine Folge der engen Zusammenarbeit des Wissenschaftlichen Zentrums der  Polnischen Akademie der Wissenschaften mit dem Verein Polnischer IngenieurInnen und TechnikerInnen in Österreich.

Der Vortrag begann mit einer Einführung in die Geschichte Polens im 19. Jahrhundert. Die Teilung des Landes sowie die Tatsache, dass Polen in diesem Zeit nicht als unabhängiger Staat bestand, gepaart mit zahlreichen Aufständen zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit und ständigen militärischen Konflikten, bewogen viele Polen dazu, ins Exil zu gehen. Obwohl die meisten Ingenieure damals am liebsten nach Westeuropa auswanderten, gab es eine durchaus nicht kleine Gruppe, die sich in der Türkei ansiedelte. Viele polnische Emigranten spielten eine große Rolle in ganz Europa sowie auf anderen Kontinenten, viele waren nicht nur Techniker, sondern zugleich oft auch Militärs. Sie waren beim Bau von Telegrafenleitungen und Bahngleisen sowie im Bergbau und in der Landwirtschaft tätig. Zwei polnische Ingenieure waren in dieser Zeit von besonderer Bedeutung. Der erste, Karol Brzozowski, leitete u.a. den Bau der Telegrafenleitung von Istanbul nach Europa und war Förstereiverwalter auf dem Balkan sowie Landvermesser im Kurdistan. Darüber hinaus machte er zahlreiche archäologische Entdeckungen und schrieb regelmäßig für die polnische und französische Presse  Artikel. Um seine Kinder in einer polnischen Schule unterrichten zu lassen, kehrte er im Alter nach Galizien zurück . Der zweite bekannte und einflussreiche Pole dieser Zeit war Franciszek Sokulski. Er wanderte zunächst nach Preußen, später nach Frankreich aus, wo er  aktiv in den aufstrebenden demokratischen Gesellschaften teilnahm, sich an der ungarischen Revolution 1848/1849 beteiligte und  gegen die panslavische Propaganda der Russen auf dem Balkan einsetzte. 1860 ließ er sich in Istanbul nieder und wurde Korrespondent der französischen Presse vor Ort. Jahrelang initiierte er verschiedene Bauprojekte für polnische Ingenieure und Techniker, vor allem bei der Verlegung von Telegrafenlinien. Auch er kehrte im hohen Alter in seine Heimat zurück.

Ziel des Vortrags war es, die prominentesten polnischen Immigranten in der Türkei vorzustellen, er enthüllte aber gleichzeitig viele historische Fakten über die Lage Polens unter der Besatzung. Außerdem lieferte der Vortrag viel Wissenswertes über die Entwicklung der Ingenieurwissenschaften und den technischen Fortschritt im 19. Jahrhundert in Europa, in der Türkei und im Nahen Osten.

Im Anschluss an den Vortrag trugen zahlreiche Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum zu einer regen Diskussion bei. Abschließend dankte Prof. Bogusław Dybaś den Gästen für ihre Teilnahme und lud alle herzlich ein, die interessanten Gespräche bei einem Glas Wein und, dem Anlass entsprechend (am 4. Februar, dem letzten Donnerstag vor dem Aschermittwoch, wurde in diesem Jahr, der polnischen Tradition gemäß, „der fette Donnerstag“, gefeiert) bei Faschingskrapfen fortzusetzen.

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