Schlesien und Österreich in Ansichten des 18. Jahrhunderts – zum Gedenken an Angelika Marsch

Mag. Dr. Ralph Andraschek-Holzer

Am 14. April 2016 fand in der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien der Vortrag von Mag. Dr. Ralph Andraschek-Holzer über „Schlesien und Österreich in Ansichten des 18. Jahrhunderts – zum Gedenken an Angelika Marsch“ statt. Der Direktor des Zentrums, Univ.-Prof. Dr. Bogusław Dybaś, begrüßte die Gäste und dankte Mag. Dr. Ralph Andraschek-Holzer für sein Kommen. Dieser befasste sich im Rahmen seiner Forschungen mit der in Berlin geborenen und vor fünf Jahren verstorbenen Forscherin Angelika Marsch, die sich mit Osteuropa, insbesondere mit der Geschichte und den Städten Schlesiens, auseinandergesetzt hatte. Eine wichtige Quelle für ihre Forschungen war die Kartografie der Städte, verfasst von Friedrich Bernhard Werner. Angelika Marsch wurde für ihre Arbeit mit dem Schlesischen Kulturpreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Zu Beginn seines Vortrages dankte Mag. Dr. Ralph Andraschek-Holzer für die Einladung, im Zentrum einen Vortrag zu halten. Er zeichnete zunächst das Leben des Schlesiers und Militärs Friedrich Bernard Werner nach, der in seinem Werk nicht nur seine Heimat verewigt, sondern auch zahlreiche weitere Orte in Europa, von denen er auf seinen Reisen zahlreiche Zeichnungen angefertigt hatte.

Friedrich Bernhard Werner konnte als Militär ohne Hindernisse viele europäische Städte bereisen. Seinen Zeichnungen waren in der Regel kurze Beschreibungen beigefügt. Sie alle sind zumeist ähnlich gestaltet und führen die charakteristischen Merkmale der jeweiligen Stadt an. Die Zeichnungen der Städte sind realistisch und genau. Im Zentrum der Stadt ist stets die Kathedrale sichtbar. Wrocław beispielsweise wird als schöne Stadt mit schönen Fassaden dargestellt, die Wien vergleichbar ist. Die Berge im Hintergrund entsprangen jedoch eher der Phantasie ihres Schöpfers.

Andere Zeichnungen, gewissermaßen aus der Vogelperspektive dargestellt, zeigen den Plan der Altstadt sowie die charakteristische Topographie der jeweiligen Stadt. Werner fertigte auch Zeichnungen an, die nur Teilansichten von Städten aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen und die Schönheit der beschriebenen Plätzen wiedergeben. U.a. schuf er auch eine Serie mit Ansichten von Klöstern und Kirchen zeigen.

Im späten 18. Jahrhundert kam es gewissermaßen zur Emanzipation der Landschaft. Städteansichten wurde oftmals nicht mit einer zusätzlichen Beschreibung versehen. Andraschek-Holzer zeigte auch eine romantische Ansicht, auf der Natur und Architektur eine Einheit bilden. Die Stadt rückt auf dieser Ansicht in den Hintergrund, den Flüsse, Seen und Bergen bilden.

In der anschließenden, lebhaften Diskussion wurden zahlreiche Fragen zu Details der gezeigten Städte sowie nach den Quellen zur Erstellung der Topographie der Städte gestellt. Der Vortragende antwortete, dass Werner über sehr gute topographische Kenntnisse verfügt hatte. Vermutlich wurden die Stadtansichten von verschiedenen Standorten aus angefertigt, die anschließend zu einem Gesamtbild zusammengefügt wurden. Dabei dominieren Profilansichten über aus Vogelperspektive angefertigte Ansichten. Letztere wiesen mangels fehlender entsprechender technischer Möglichkeiten häufig Fehler auf. Darüber hinaus erleichterten Profilansichten die Identifikation des jeweiligen Ortes.

Nach der interessanten Diskussion dankte der Direktor des Zentrums dem Referenten für seinen interessanten Vortrag sowie allen Gästen für ihr Kommen. Dem Vortragenden wurde ein kleines Dankeschön überreicht. Anschließend lud Prof. Dybaś zu Erfrischungen in den Rittersaal ein.

Beata Walczakiewicz

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