Kontinuitäten und Zäsuren – die 1860er Jahre

Konferenz

Am 4. November 2016 fand im Heeresgeschichtlichen Museum das Symposium "Kontinuitäten und Zäsuren – die 1860er Jahre" statt, das in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien organisiert wurde.

Dr. Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtliches Museums, hieß die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen und erläuterte kurz Konzeption und Programm des Symposiums. Prof. Dybaś, Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums, erläuterte, auf den Titel des Symposiums bezugnehmend, die historischen Ereignisse, die für die 1860er Jahre entscheidend waren.

Das erste Panel wurde von Prof. Dybaś moderiert. Im diesen Panel sprachen als erste Vortragende Dr. hab. Damian Szymczak und Dr. Mariusz Menz, Adam-Mickiewicz- Universität Posen. In ihrem Referat "Von Gołuchowski bis zu den Stańczyken. Die Wendedekade der 1860er Jahre in Galizien" stellten sie drei bedeutsame Ereignisse vor, die mit den Zäsuren der 1860er Jahre in Zusammenhang stehen: 1) wichtige Reformen, die zur Autonomie Galiziens führten, 2) die Entstehung neuer konservativer Gruppierungen wie der Krakauer Stańczyken und 3) die Denkschrift des Galizischen Landtages von 1866, in der die berühmten Worte "Bei Dir, Allerhöchster Herr, stehen wir und möchten wir stehen" zu finden sind.

Prof. Michał Baczkowski, Jagiellonenuniversität in Krakau, verglich in seinem Referat "Die Streitkräfte der Aufständischen in den polnischen Nationalaufständen (1794-1864)" die polnische Nationalaufstände - den Kościuszkoaufstand (1794), den Novemberaufstand (1830/31), den Krakauer Aufstand (1846) und den Jänneraufstand (1863/64) - miteinander. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Aufstände Kriegen vergleichbar, der Aufstand im Jahr 1863/64 hatte hingegen den Charakter eines Partisanenkampfes.

Das nächste Panel wurde von Dr. Claudia Reichl-Ham moderiert. Dr. Christoph Schmetterer, Universität Wien, sprach in seinem Referat "Österreich und der polnische Aufstand von 1863 über die europäische Situation in den 1860er Jahren". Er stellte dar, inwieweit die europäische Situation die Haltung der Habsburgermonarchie während Jänneraufstand 1863/64 war.

Im Vortrag von Univ.-Prof. Jerzy Zdrada, Jagiellonenuniversität Krakau, "Vom Krimkrieg bis zur Schlacht bei Königgrätz. Die Politik Österreichs angesichts der polnischen Frage" wurde die polnische Frage in Österreich vom Wiener Kongress bis zu den 1860er Jahren dargestellt, u.a. auch den bedeutsamen Stellenwert galizischer Politiker in der Habsburgermonarchie bis hin zur Entwicklung von Ideen einer trialistischen Lösung.

Im Rahmen des Symposiums wurde auch die Ausstellung "Wem gehört Polen? Propagandapostkarten aus dem Ersten Weltkrieg – Eine Grenzen überschreitende Ausstellung" eröffnet, die 60 Propagandapostkarten aus Deutschland, Habsburgermonarchie, Frankreich, Russland und Polen zeigt. Kurator Prof. Rudolf Jaworski führte in die Ausstellung ein.

Das nächste Panel wurde von Univ.-Prof. Dr. Lothar Höbelt moderiert. Dr. M. Christian Ortner sprach in seinem Referat "Der Sieg im Süden – Custoz(z)a, 24. Juni 1866", einem Nebenkriegsschauplatz zwischen Preussen und Österreich – Italien und schilderte den Verlauf der Schlacht bei Custoz(z)a.

Stefan Kurz, Heeresgeschichtliches Museum Wien, stellte in seinem Referat "Die Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866. Ein operativer und taktischer Abriss" den Verlauf dieser Schlacht dar.

Dr. Alina Hinc, Adam-Mickiewicz-Universität Posen, stellte in ihrem Referat "Das preußische System der Veteranen– und Kriegswaisenbetreuung im Jahr 1866 am Beispiel der Provinz Posen" das System der Veteranenbetreuung vor. In der Provinz Posen organisierte man eine Lotterie zugunsten der Veteranen, es entstanden auch Organisationen oder der Umfang der Pflege, die die Veteranen halfen.

Das letzte Panel wurde von Prof. Michał Baczkowski moderiert. Dr. Jakub Forst-Battaglia, österreichischer Botschafter i.R., präsentierte in seinem Referat Galizien, die Habsburgermonarchie und die Slawen 1866 – 1873. Polnische Politik im Österreich zwischen Staatsumbau und internationalem Kraftfeld, die Geschichte der Konzeption des Dreikaiserbündnis. Prof. Dr. Lothar Höbelt, Universität Wien, sprach in seinem Referat Verraten und verkauft? Österreich, Frankreich und Mexiko über die komplizierten Beziehungen zwischen Frankreich und Österreich.

Joanna Brzegowy

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