Schibboleth. Untersuchung zu Sprachen und Identitäten im Gebiet von Lebus (Westpolen)

Prof. Dr. hab. Anna Zielińska

Am 14. März 2017 fand im Wissenschaftlichen Zentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien ein Vortrag zum Thema "Schibboleth. Untersuchung zu Sprachen und Identitäten im Gebiet von Lebus (Westpolen)” statt, der von Univ.-Prof. Dr. Anna Zielińska gehalten wurde.

Prof. Dybaś hieß die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen und stellte die Referentin des Abends vor. Anna Zielińska ist Leiterin des Instituts für Slawistik an der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN) und Mitglied folgender wissenschaftlicher Gremien: Kommission für Dialektologie des Komitees für Sprachwissenschaft (PAN), Kommission für Ethnolinguistik des Komitees für Sprachwissenschaft (PAN) sowie Wissenschaftlicher Rat des Instituts für Slawistik (PAN). Ihre Forschungsinteressen gelten insbesondere polnischer und slawischer Sprachwissenschaft, insbesondere Dialektologie, Soziolinguistik, Sprachkontakte, Mehrsprachigkeit, Sprache in Grenzregionen. Die Vortragende betrieb auch Feldforschung in Polen, Litauen und Weißrussland.

Prof. Anna Zielińska begann ihren Vortrag mit einer kurzen Charakteristik des Gebiets von Lebus. Prof. Zielińska gliederte die Bewohner der Region in drei Sprachgruppen. Die erste Sprachgruppe lebt bereits „ seit ewig“ in diesem Gebiet. Sie sprach Polnisch und besuchte polnische Schulen, die dort bis 1939 bestanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte sie, weil sie als „Hitlerleute“ stigmatisiert war. Die zweite Gruppe stammt aus den östlichen, an die Sowjetunion angeschlossenen, ehemals polnischen Wojewodschaften, aus dem Norden Rumäniens sowie auch aus anderen Teilen Polens. Die Fahrt in Güterwaggons, die an den Transport in ein Konzentrationslager erinnerte, und die damit verbundene traumatische Erfahrung waren furchtbar für sie. Die dritte Gruppe waren Lemken und Ukrainer. Sie sprachen ukrainisch und den Dialekt der Lemken. Aufgrund ihrer Sprache und deren spezifischen Merkmalen konnten die neuen Bewohner einander erkennen und verschiedenen regionalen Gruppen zuordnen. Aufgrund der Sprache konnte man die Herkunft seiner neuen Nachbarn feststellen.

Anschließend stellte Prof. Zielińska das Problem der Stigmatisierung vor und erläuterte, dass sie die Anregung zu diesem Konzept dem Buch "Mehrsprachigkeit" von Brigitta Busch entnommen hätte.

Die Referentin verband in ihrem Vortrag Sprachbeispiele, nachfolgende Sprachanalyse sowie eine bildliche Veranschaulichung des Themas auf hervorragende Weise.

Auf den Vortrag folgte eine interessante Diskussion, in deren Verlauf zahlreiche Fragen an die Referentin gestellt wurden. Abschließend dankte Univ.-Prof. Bogusław Dybaś den Gästen für ihre Teilnahme und lud alle herzlich ein, die interessanten Gespräche bei einem Glas Wein fortzusetzen.

Joanna Brzegowy

 

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